Rubrik: Virenwarnung/Hintergrund

Cybercrime-Banden:Schattenwirtschaft übernimmt Mainstream-Konzepte

Volumen der Internet-Schattenwirtschaft aktuell mehr als 105 Milliarden Dollar

(11.12.07) - MessageLabs hat ihre Prognosen für die IT-Sicherheit im Jahr 2008 veröffentlicht. Demnach steht der Online-Welt ein bewegtes Jahr vor, was Variantenreichtum, Komplexität und Verbreitung von Malware angeht. Hier wirken sich unter anderem die neuen Geschäftsmodelle der Schattenwelt aus, die selbst technisch weniger Versierten den Zugriff auf hochentwickelte Methoden ermöglichen.

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"Im Jahr 2007 nahm die Internet-Kriminalität stark zu und einige Cybercrime-Banden erlangten eine Art Berühmtheit in der Sicherheitsbranche. Derartige berühmt-berüchtigte Vorbilder in einem so dynamischen Markt ermutigen immer auch Newcomer, die ihren Anteil am Erfolg reklamieren. Aus diesem Grund wird sich diese Entwicklung im Jahr 2008 weiter intensivieren", kommentiert Mark Sunner, Chief Security Analyst von MessageLabs. "Doch nicht nur die Anzahl der Player in diesem Markt wird zunehmen, auch die Methoden werden immer vielfältiger. Berechenbarkeit ist die Achillesferse der Cybercrime-Banden, daher wollen sie um jeden Preis die Wiederholung gleicher Attacken vermeiden."

Sturmwarnung

Im Jahr 2007 sind einige neue Player aufgetreten - Cybercrime-Banden, die auch ihre Mitstreiter aus dem Amateur-Lager inspiriert haben. Verantwortlich für StormWorm, eines der weltweit größten Botnets, ist ein erfahrenes und professionelles Team, das nach Prognosen von MessageLabs auch im Jahr 2008 auf sich aufmerksam machen wird - sowohl durch eigene Aktivitäten als auch durch Nachahmer, die von diesem lebhaften Markt profitieren wollen.

Die Schattenwirtschaft öffnet ihre Tore

Nach Angaben von Branchenexperten beträgt das Volumen der Internet-Schattenwirtschaft aktuell mehr als 105 Milliarden Dollar. Das Jahr 2008 wird erneut ein beträchtliches Wachstum bringen: So finden so genannte "E-Crime"-Tools verstärkt Verbreitung, der Markt wird reifer und offener und funktioniert zunehmend nach den Gesetzen von Angebot und Nachfrage. Die anhaltende Optimierung der hier angebotenen Produkte ermöglicht den Zugang zu diesem Markt auch mit weniger ausgereiften Technologie-Kenntnissen - weshalb immer mehr Menschen versuchen werden, ebenfalls von dieser Schattenwirtschaft zu profitieren.

Darf’s noch ein Dateiformat mehr sein?

Die Werkzeuge der Betrüger und Spammer werden auch 2008 immer vielfältiger. So kommen mehr Dateiformate für Anhänge und viele neue Konzepte zum Einsatz. Zum Ende des Jahres 2007 wurden erstmals MP3-Dateien für Spam-Nachrichten zum Thema Aktien verwendet. Die Experten von MessageLabs gehen davon aus, dass zukünftig auch Videodateien verstärkt für Cyber-Betrugsversuche genutzt werden. Zudem werden Spammer dem Beispiel von Malware-Entwicklern folgen und PowerPoint-Anhänge verwenden.

Gezielt persönlich

2007 war zweifellos das Jahr der gezielten Attacken. Ihre Zahl stieg von 10 pro Tag im Mai auf über 1.100 innerhalb von 16 Stunden im September. Offenbar sind die Erträge dieser Aktivitäten so hoch, dass sie für den größeren Entwicklungsaufwand entschädigen. Daher erwarten die Experten von MessageLabs einen Anstieg bei Anzahl und Komplexität dieser Versuche zu Beginn des Jahres 2008.

Jetzt doch SpIMming

Nachdem Spam mittlerweile einen durchschnittlichen Anteil von 75 Prozent am gesamten E-Mail-Verkehr innehat, ging man ursprünglich davon aus, dass Instant Messaging (IM) im Jahr 2007 verstärkt ins Visier der Spammer rückt. Diese Erwartungen haben sich in diesem Maße nicht erfüllt, sodass sich diese Entwicklung nun ins Jahr 2008 verlagern könnte. Voraussichtlich wird die Verbreitung von IM-Spam ähnlich wie Telemarketing-Kampagnen ablaufen: Eine Spam-Nachricht wird an 100 Empfänger verschickt und der Spammer wartet einen Moment auf Antworten. Hat er Erfolg, werden die gezielten Versuche fortgesetzt, wenn nicht, verschickt er den nächsten Batch mit Spam-Nachrichten. IM-Spam wird weiter dazu beitragen, die Menge der Spam-Nachrichten und die Anzahl der Methoden zu erhöhen.

Vorbilder und Nachahmer

Spammer übernehmen immer häufiger die zielgerichteten Strategien der Virenprogrammierer. Daher geht MessageLabs davon aus, dass das Spam-Problem auch im Jahr 2008 noch komplexer wird. Das Spam-Aufkommen wird weiterhin sehr hoch bleiben, zusätzlich werden die Inhalte an Komplexität und Zielgerichtetheit zunehmen, um die aktuell sehr niedrige Erfolgsquote zu steigern.

(MessageLabs: ma)

 

 

 

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