Rubrik: Virenwarnung/Hintergrund

"Flirt-Roboter" auf Online-Dating-Portalen und in sozialen Netzwerken

Die Software "CyberLover" versucht Internetnutzer dazu zu bringen, ihre Identität preiszugeben

(17.12.07) - Der australische Anbieter für Sicherheitssoftware PC Tools hat in Russland eine neue Software entdeckt, die es möglich macht, per Roboter mit Frauen oder Männern zu flirten, um so an deren persönliche Daten zu kommen. Die Software nennt sich "CyberLover" und ist in der Lage, vollautomatisch zu kommunizieren und zu flirten.

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In Chatrooms und auf Online-Dating-Portalen versucht die Software, die Internetnutzer dazu zu bringen, ihre Identität preiszugeben, und verführt sie dazu, Websites mit gefährlichen Inhalten zu öffnen. CyberLover wurde so programmiert, dass er sich innerhalb von 30 Minuten mit bis zu zehn potenziellen Partnern anfreunden kann. Die Opfer können die Software nicht von einem mensch-lichen Wesen unterscheiden - zu ausgefeilt sind die Fähigkeiten des Programms zu sozialer Interaktion. PC Tools rät deshalb Internetnutzern, sich vor dieser neuen Art von Software zu schützen. Das Konzept des "Flirt-Roboters" könnte den Beginn eines neuen Trends in der Malware-Entwicklung markieren.

"Ähnliche Tools werden häufig von Hackern benutzt, wenn sie Identitätsbetrug betreiben wollen", erklärt Sergei Shevchenko, Senior-Malware-Forscher bei PC Tools. "CyberLover ist in der Lage, sich einem sozialen Netz vollständig anzupassen. Dazu führt das Programm intelligente und individuelle Dialoge mit den Nutzern von sozialen Netzwerken."

Die meisten Internetnutzer wissen heute zwar, welche Gefahren in verdächtigen Dateianhängen, Dokumenten oder auf Websites lauern können. CyberLover nutzt aber eine bisher unbekannte Technik und ist daher besonders gefährlich. Die Software wurde als Roboter entwickelt, der automatisch, also ohne menschlichen Einfluss, funktioniert. Wenn sie sich auf unterschiedlichen Websites und mehreren Servern ausbreitet, kann die Zahl der potenziellen Opfer schnell beträchtlich steigen.

Forscher von PC Tools haben die CyberLover-Software analysiert: Der Flirt-Roboter nutzt für die Kontaktaufnahme in Chatrooms und Portalen unterschiedliche Profile und charakterisiert sich mal als "romantischer Liebhaber", mal als "Sexbestie". Cyber Lover arbeitet mit einer Serie von leicht konfigurierbaren "Dialog-Szenarien" mit vorprogrammierten Fragen und Diskussionsthemen. Die Software erkennt die jeweiligen Aussagen von Chatroom-Nutzern und liefert die passende Antwort. Zudem erstellt das Programm über jede Kontaktperson einen detaillierten Bericht von Namen, Kontaktdaten bis hin zu persönlichen Fotos und gibt diesen an die Hintermänner weiter. CyberLover fordert seine Kontaktpersonen auch dazu auf, eine "persönliche Website" oder Internetblogs zu besuchen. Bei diesen Seiten kann es sich in Wirklichkeit um Fälschungen handeln, die den Computer der Besucher automatisch mit Malware infizieren.

Derzeit ist CyberLover nur auf russischen Websites aktiv. Trotzdem sollten auch Nutzer von sozialen Netzwerken und Online-Dating-Portalen in Deutschland in Alarmbereitschaft sein.

Zum Schutz vor dem Flirt-Roboter spricht PC Tools folgende Empfehlungen aus:

·         Geben Sie niemals übers Internet persönliche Daten preis.

·         Nutzen Sie beim Chatten und in sozialen Netzwerken stets einen Benutzernamen, der nicht Ihr richtiger Name ist.

·         Beobachten Sie auch das Online-Verhalten Ihrer Familienmitglieder und machen Sie sie auf die Gefahren aufmerksam.

·         Benutzen Sie aktuelle Antiviren- und Antispyware-Programme mit Echtzeitschutz und verhaltensbasiert arbeitender Software.

PC Tools fordert auch die Sicherheitsindustrie dazu auf, sich rechtzeitig auf diesen potenziellen neuen Malware-Trend vorzubereiten. Die Software arbeitet mit natürlichen Sprachdialogsystemen, die heute bereits in Technologien von Computerspielen zum Einsatz kommen. (PC Tools: ma)

 

 

 

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