Rubrik: Virenwarnung/Hintergrund

Backscatter: Neuer Trick multipliziert Spam

Hat eine E-Mail einen gültigen Absender, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei der Nachricht nicht um Spam handelt

(30.12.08) - Seit einigen Monaten beobachten die Experten der retarus GmbH eine Besorgnis erregende neue Entwicklung bei den Versendern unerwünschter E-Mail-Werbesendungen: Immer häufiger nutzen diese existierende E-Mail-Adressen als Absender, um ihre Spam-Mails zu tarnen. So entstehen so genannte Backscatter, die das Volumen des nutzlosen Mail-Verkehrs verviel-fältigen.

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E-Mail-Anwender finden immer häufiger Nachrichten in ihrem Posteingang, die sie keinem ihnen bekannten Absender zuordnen können: So wäre beispielsweise der ihnen unbekannte Herr X erst am kommenden Montag wieder im Büro, die Mitteilung an Frau Y - ebenfalls unbekannt - könnte nicht zugestellt werden oder der Viren-Scanner der - nicht minder unbekannten - Firma Z hätte in einer an sie gerichteten Mail einen Virus gefunden.

In all diesen Fällen ist der Anwender das Opfer von Backscatter geworden ist. Backscatter entsteht, wenn die Versender sogenannter Spam-Mails ihre unerwünschten Werbesendungen tarnen, indem sie sie mit real existierenden E-Mail-Adressen als Absender versenden. Ziel ist es, Spam-Filter zu umgehen, die eben diese Absender-Adresse auf Plausibilität prüfen und als Positiv-Merkmal für ihre Spam-Erkennung verwenden. Hat eine E-Mail einen gültigen Absender, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei der Nachricht nicht um Spam handelt.

Dies ist zunächst einmal für den Empfänger der Spam-Mail lästig, denn er muss die unerwünschten Meldungen aussortieren und löschen. Zudem aber entstehen Backscatter, wenn der Mail-Server des Empfängers dem vorgeblichen Absender die genannten Abwesenheits-Benachrichtigungen oder "Non Delivery Notifications" schickt. So vervielfältigt sich die Last sinnloser Nachrichten, die schon jetzt Mail-Server, Mailboxen und Leitungen verstopfen, noch zusätzlich.

"Bisher ist Backscatter noch ein überschaubares Problem", erläutert Oliver Pannenbäcker, Vice President Managed Services bei Retarus. "Wir haben mit unseren Managed E-Mail Services mittlerweile schon mehr als 100.000 Empfänger vor Backscattern bewahrt. Angesichts des gesamten E-Mail-Volumens, das über unsere Server läuft, ist dies noch eine eher kleine Zahl. Wir stellen allerdings fest, dass wir es mit rasant steigenden Mengen zu tun haben: Bereits jetzt hätten die am schlimmsten betroffenen Anwender im Monatsmittel über 250 Backscatter-Mails pro Minute erhalten." (retarus: ra)

 

 

 

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