Rubrik: Virenwarnung/Hintergrund

Missbrauch des Twitter-Online-Dienstes durch Cyberkriminelle

Gehackte Twitter-Accounts: Unsicheres Passwort ermöglichte Kontrolle über fremde Konten

(09.01.09) - Ein zu einfaches und damit unsicheres Passwort ermöglichte es einem 18-jährigen Hacker, die Twitter-Konten von 33 Prominenten zu knacken und unter deren Namen Falsch-meldungen zu veröffentlichen. Mithilfe eines automatisierten, Wörterbuch-basierten Passwort-Generators versuchte der Hacker, sich Zugang zum Benutzerkonto eines Mitarbeiters des Online-Dienstes zu verschaffen: Beim Begriff 'happiness' hatte er Glück. Mit dem Passwort erlangte er die Administrationsrechte für die fremden Twitter-Accounts.

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Sophos sieht in der Wahl des Passworts eine grobe Nachlässigkeit seitens des Dienstanbieters. Gleichzeitig rät das Unternehmen Twitter-Nutzern zu erhöhter Vorsicht: Der Micro-Blogging-Dienst gewinnt auch in Deutschland immer mehr an Bedeutung und wird unter anderen von Prominenten und Politikern genutzt. Dementsprechend steigt die Gefahr, dass die Plattform von Cyberkriminellen für Spam- und Phishing-Attacken missbraucht wird.

Christoph Hardy, Security Consultant bei Sophos, sagte: "Der Vorfall bei Twitter zeigt einmal mehr, wie einfach sich Passwörter knacken lassen. Gerade für die Sicherung von Web-Accounts sollten daher stets Passwörter benutzt werden, die aus möglichst  komplizierten Zeichenkombinationen bestehen und für Fremde nicht nachvollziehbar sind. Diese Richtlinie muss in Unternehmen für alle Mitarbeiter gelten und entsprechend durchgesetzt werden. Dass dies bei Twitter nicht der Fall war, macht deutlich, wie wenig sich Mitarbeiter der potenziellen Risiken bewusst sind."

Risiko gefälschter Twitter-Meldungen auch in Deutschland

Auch im deutschsprachigen Raum wird Twitter zunehmend von Prominenten, Politikern und Parteien genutzt, um per Online-Kurznachricht Fans und Wähler über Neuigkeiten zu informieren. Zu den bekannten deutschen Twitter-Nutzern gehören beispielsweise der ZDF-Moderator Claus Kleber, der SPD-Parteivorsitzende Franz Müntefering und die FDP.

Laut Sophos könnten Cyberkriminelle die Popularität des Online-Dienstes künftig verstärkt für Spam-, Phishing- oder Malware-Attacken missbrauchen.

Christoph Hardy sagte: "Wie bei jeglicher Art der Online-Kommunikation ist auch bei Micro-Blogging-Diensten wie Twitter gesundes Misstrauen geboten: Unter anderem können Profile gehackt, Meldungen gefälscht oder mit Links auf infizierte Websites versehen werden. Ein ausreichender Schutz des PCs und Netzwerks sowie ein wachsamer Umgang mit dem Medium sind daher ein Muss. Wer Twitter selbst nutzt, um Nachrichten zu veröffentlichen, sollte seinen Account zudem mit einem geeigneten Passwort schützen." (Sophos: ma)

 

 

 

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