Rubrik: Virenwarnung/Hintergrund

Betrugsmasche "Nigeria-Connection": Vermeintliche Millionen aus Afrika

Beate Merk warnt: "Hinterhältige Geschäftemacher locken mit dem großen Gewinn und ziehen so ihren Opfern das Geld aus der Tasche"

(26.03.09) - Bayerns Justiz- und Verbraucherschutzministerin Dr. Beate Merk hat vor einer verbreiteten Betrugsmethode durch Kriminelle gewarnt. Diese versenden weltweit Schreiben, in der Regel per E-Mail oder Fax, in denen den Empfängern Provisionen in Millionenhöhe versprochen werden, wenn sie behilflich sind, beim Absender vorhandene Millionenbeträge außer Landes zu schaffen. "Behilflich sein" bedeutet dabei, Vorschusszahlungen in beträchtlicher Höhe an den Absender zu entrichten. Mit dieser seit den 70er Jahren bekannten nigerianischen Betrugsmasche ("Nigeria-Connection") versuchen immer dreister werdende Geschäftemacher zu Geld zu kommen.

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Merk sagte: "Den Opfern werden hier haarsträubende Geschichten aufgetischt. Die angebliche Herkunft der Gelder reicht von aufgetauchten Familienschätzen, Lotterie- oder Gewinnspielen bis hin zu angeblicher Kriegsbeute. Tatsächliche politische und gesellschaftliche Veränderungen sowie Naturkatastrophen und Flugzeugabstürze werden geschickt in die Legenden eingeflochten. Eine sehr beliebte Masche ist die Nachricht, ein gebürtiger Deutscher sei verstorben und habe ein Millionenvermögen hinterlassen. Dem Adressaten wird angeboten, ihn als Erben "vorzustellen" und das Vermögen untereinander aufzuteilen.

Zwar gibt es tatsächlich professionelle Erbenermittler - damit haben derartige Schreiben aber nichts zu tu. Seriöse gewerbliche Erbenermittler bemühen sich, auf Erbfallanzeigen des Nachlassgerichtes die gesetzlichen Erben herauszufinden. Sie nennen in keinem Fall die zu vererbende Summe. Bei der Aussicht auf einen Millionensegen wird so manch einer leichtsinnig: Geht jemand auf ein solches Schreiben ein, wird in einem der nächsten Schritte ein Vorschuss bis zu einigen Tausend Dollar verlangt, z. B. für Überweisungen, Anwaltskosten, Steuern etc. Zahlt der Betrogene, hört er in der Regel nichts mehr von seinem "Geschäftspartner" - auf das versprochene große Geld wartet er vergeblich.

Es handelt sich hier um einen klaren Fall des "Vorschuss-Betrugs". Strafrechtliche Ermittlungen verlaufen in der Regel leider ergebnislos, da die Täter im Ausland sitzen und Rechtshilfeersuchen gerade bei afrikanischen Staaten selten von Erfolg gekrönt sind."

Verbrauchern, die derartige Nachrichten erhalten, rät die Ministerin:

"Wenden Sie sich an einen Verbraucherverband wie die Verbraucherzentrale Bayern e. V. oder den Verbraucherservice Bayern oder entsorgen Sie das Schreiben gleich. Die versprochenen Millionen hat noch nie jemand gesehen."

Um die Verbraucher weiter zu sensibilisieren, fördert das Bayerische Staatsministerium der Justiz und für Verbraucherschutz seit dem Jahre 2007 ein Projekt mit der Verbraucherzentrale Bayern e.V. zur Stärkung der Verbrauchersouveränität auf dem Gebiet des wirtschaftlichen und rechtlichen Verbraucherschutzes, insbesondere zur Förderung der Finanzkompetenz der Verbraucher (wichtige Informationen zum wirtschaftlichen Verbraucherschutz gibt es auch im Internet unter www.vis.bayern.de).

 

 

 

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