Rubrik: Virenwarnung/Hintergrund

Nutzer von sozialen Netzwerken riskieren die Sicherheit ihres Computers

Der weitverbreitete Wurm Koobface ist in sozialen Netzwerken aktiv

(29.04.09) - Der australische Anbieter von Sicherheitssoftware PC Tools warnt davor, dass Internetnutzer, die in sozialen Netzwerken und anderen interaktiven Foren und Communities aktiv sind, besonders häufig Opfer von Cyber-Kriminellen werden. Daher sollten gerade aktive Nutzer, die so genannten "Digital Natives", sich sowohl mit der Technik als auch mit der Sicherheit ihres Computers auseinandersetzen.

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Eine im Januar 2009 veröffentlichte Studie des Pew Research Center ergab, dass die Generation der 18- bis 32-Jährigen am häufigsten interaktive Dienste im Internet nutzt. 59 Prozent davon arbeiten regelmäßig mit Instant Messaging, 67 Prozent besuchen häufig die Webseiten sozialer Netzwerke. Außerdem zeigt die Studie, dass 57 Prozent der 18- bis 32-Jährigen ihre Bankge-schäfte online abwickeln. Neueste Computerschädlinge wie Koobface, eine Schädlingsvariante, die den Namen eines bekannten Kurierdienstes nutzt, Manipulationen beim Internet-Banking und manipulierte PDF-Programme sind nur einige wenige Beispiele für die Vielzahl an Gefahren, die aktuell für Internetnutzer bestehen.

"Viele Computernutzer denken, dass gerade die junge Generation der Digital Natives aufgrund ihres großen Internetwissens eher selten Opfer von Online-Kriminellen werden. Doch nur, weil sie sich mit der Technik ihres PCs auskennen, heißt das noch lange nicht, dass sie auch wissen, wie sie ihren Rechner schützen müssen", sagt Michael Greene, Vize-Präsident Produktstrategie bei PC Tools.

Die Digital Natives gehen im Internet große Risiken ein: Die Popularität von sozialen Netzwerken, Instant Messaging, Shopping-Plattformen, Musik- und Video-Websites öffnet Cyber-Kriminellen Tür und Tor, um sich auf Kosten der Internetnutzer zu bereichern.

"Da Online-Kriminelle mit immer trickreicheren Methoden Nutzer dazu bringen, sich Malware auf den Computer herunterzuladen, sind selbst technisch versierte User nicht sicher vor einer Infizierung ihres Rechners", so Greene. "Daher sollte gerade die junge Computergeneration die neueste, verhaltensbasierte Sicherheitssoftware verwenden, um sich zu schützen."

Die Zahl der Computerschädlinge, die spezielle Techniken und Phishing-Technologien nutzen, um Online-Banker auszuspionieren, ist in den letzten Jahren stark gestiegen. "Der Schädling Waledac, ein Nachfolger des berüchtigten Wurms Storm, gilt als einer der aktivsten Schädlinge in sozialen Netzwerken. Er versucht Nutzer weltweit dazu zu bringen, sich Malware herunterzuladen. Seit Beginn des Jahres 2009 hat die Zahl der Waledac-Schädlinge um mehr als 7.300 Prozent zugenommen", erklärt Greene.

PC Tools geht davon aus, dass sich das Waledac-Botnet auf mittlerweile rund 30.000 Hostrechnern befindet und 51.000 Nachrichten pro Sekunde an Internetsurfer auf der ganzen Welt versenden kann. Der Schädling nutzt Sicherheitslücken von Computern und ist in der Lage, mehrere Sicherheitsfilter zu umgehen. Effektiv schützt auch hier eine leicht verständliche, verhaltensbasierte Software.

Gefährliche neue Schädlinge sind:

Koobface:

Der weitverbreitete Wurm Koobface ist in sozialen Netzwerken aktiv. Er verschafft sich Zugang zu den Profilen von Facebook-Nutzern und postet Links, welche die Nutzer dazu auffordern, sich unbewusst Malware herunterzuladen. Der Wurm hat gezeigt, dass Facebook-Nutzer nicht allen Inhalten des Portals uneingeschränkt vertrauen sollten. Zunächst fordert Koobface die Facebook-Nutzer dazu auf, sich ein Video anzuschauen und dafür ihren Flash Player zu aktualisieren. So laden sich viele User schädliche Dateien wie flash_update.exe oder bloivar29.exe herunter und installieren diese. Die Betroffenen haben schließlich mit massiven Computerproblemen und Änderungen ihrer Facebook-Profile zu kämpfen und erhalten Fehlermeldungen bei der Online-Kontaktaufnahme zu anderen Usern.

Malware-Bilddateien:

Eine weitere beliebte Methode von Cyber-Kriminellen, die in sozialen Netzwerken und Instant-Messaging-Programmen aktiv sind, ist es, Internetnutzer davon zu überzeugen, dass ein Freund ihnen eine Nachricht oder Bilder geschickt hat. Solche Nachrichten enthalten seriös erscheinende Links, die den Nutzer, sobald er sie anklickt, auf eine Website mit Schädlingen und gefährlichen Anwendungen lenkt. Diese Anwendungen sind als Bilddateien (jpg, gif oder bmp) gekennzeichnet, enthalten in Wirklichkeit aber schädliche Malware. Sobald der Nutzer die angeblichen Fotos öffnet oder herunterlädt, verbreitet sich die Malware unbemerkt auf seinem Computer. Diese Art von Malware ist in der Lage, das gesamte Instant-Messenger-Adressbuch eines Users zu infizieren und kann ein Botnet aufbauen: Ein Hacker kann so die Kontrolle über sämtliche Informationen und das Betriebssystem des Rechners übernehmen, was häufig zu Datendiebstahl und finanziellen Verlusten bei den Betroffenen führt.

Malware per Kurier:

Eine bestimmte Malware-Art, bekannt unter dem Namen Zbot, zeigt dem Empfänger die gefälschte Website eines Kurierdienstes an und versendet darüber gefährliche Dateien an Internetnutzer. Zbot verbreitet sich als Phishing-Attacke per E-Mail oder Instant Messenger. Der Schädling gaukelt seinen Opfern vor, sie hätten eine Postsendung eines renommierten Kurierdienstes verpasst. In einer E-Mail werden die Empfänger aufgefordert, sich eine Online-Rechnung anzusehen, über die sie auf die gefälschte Website des Kurierdienstes verlinkt werden. Über diese Website laden sich die Betroffenen unbemerkt ein Schädlingsprogramm herunter, das in der Lage ist, Sicherheits-einstellungen zu umgehen und sowohl persönliche als auch Finanzdaten zu stehlen. Zbot kann Nutzer auf der ganzen Welt treffen. Daher sollten aktive Internetnutzer keine unerwarteten Instant-Messenger-Nachrichten oder E-Mails öffnen.   

Manipulationen beim Online-Banking:

PC Tools hat seine ThreatFire Community darum gebeten, Ausschau nach Warnungen, Nachrichten und Meldungen von Banken und Geldinstituten zu halten. Eine kürzlich versendete Massen-E-Mail mit der Betreffzeile "Bank of America Sicherheitszentrum: So bringen Sie Ihre Software auf den neuesten Stand" erklärt dem Empfänger, dass die "Automatische Installation der Zertifizierungskomponenten für die Bank of America fehlgeschlagen" sei. Anschließend wird der Nutzer aufgefordert, einen scheinbar seriösen Link anzuklicken. Die sich dann öffnende Website zeigt dem Anwender ein Video und fordert ihn auf, Adobeflashplayer.exe herunterzuladen. Dabei handelt sich allerdings um einen gefährlichen Schädling, der - ähnlich wie ein Rootkit - eine Tarnkappen-Technologie verwendet, um unerkannt zu bleiben. 

Manipulierte PDF-Programme:

Zudem hat PC Tools herausgefunden, dass PDF-Software zunehmend von Hackern missbraucht wird: Allein im letzten Jahr konnte PC Tools mit Hilfe der ThreatFire Community Zehntausende von manipulierten PDF-Dateien blockieren. Cyberkriminelle stellen häufig PDF-Dateien über manipu-lierte Websites zur Verfügung und fordern Internetnutzer auf, ihre PDF-Software zu aktualisieren. Daher empfiehlt PC Tools PDF-Nutzern, ihre Programme stets auf die neueste Version ihres Anbieters zu bringen.

Noch häufiger als manipulierte PDF-Programme werden den Nutzern aber gefälschte Sicherheits-pakete, sogenannte "rogue" oder "fake software", angeboten.

Um Verbrauchern dabei zu helfen, Schwachstellen in der Sicherheit ihres Rechners zu erkennen und zu beheben, bietet PC Tools im Internet den englischsprachigen Test "Security Savvy" an. Nutzer können ihr Wissen in Sachen Computersicherheit testen und geeignete Sicherheitspro-gramme für ihren Rechner finden. Zudem erfahren sie alles rund um verhaltensbasierte Sicherheits-lösungen und was beim Umgang mit dem Internet beachtet werden sollte. (PC Tools: ma)

 

 

 

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