Rubrik: Virenwarnung/Hintergrund

Neuer Russian Connection: Millionen-Dollar-Trickbetrug

Wer auf eine solche Mail antwortet, wird unter Vortäuschung falscher Tatsachen zur Kasse gebeten

(20.11.09) - Wer würde nicht gern Millionär sein? Die so genannte "Nigeria Connection" macht sich diesen Wunsch zunutze und verdient seit vielen Jahren mit plumpen E-Mail-Fakes gutes Geld. Jetzt warnt das auf die Entwicklung von Sicherheits-Programmen spezialisierte Unternehmen Emsi Software vor der neu aufgestellten "Russian Connection". Ab sofort sollen die Millionen aus dem Kreml verteilt werden.

Anzeige

Was ist die Nigeria Connection? Nun, seit 1988 werden zahlreiche E-Mails vorrangig aus Nigeria in die ganze Welt verschickt. Der Tenor dieser Mails ist immer der gleiche: Jemand hat ein paar Millionen Dollar auf einem verwaisten Konto "gefunden" und sucht nun einen Partner, der sein Girokonto für eine Transaktion zur Verfügung stellt, sodass sich die Millionen außer Landes schaffen lassen. Für diese Hilfe würden die Kontobesitzer bis zu 10 Prozent Provision erhalten.

Bei mehreren Millionen Dollar "lohnt" sich so ein Engagement natürlich. Aus diesem Grund fallen noch immer viele Anwender auf diese Lockangebote herein. Wer ungeachtet der Geldwäsche-Illegalität der ganzen Aktion auf das Angebot eingeht, wird nicht reich, sondern geschröpft. Denn stets müssen die Opfer der Trickaktion erst einmal ein paar tausend Dollar vorstrecken - für Spesen, Bestechungsgelder, Urkunden. Am Ende heißt es immer - außer Spesen nix gewesen.

Christian Mairoll, Geschäftsführer der Emsi Software GmbH, sagt: "Wenn ein E-Mail-Angebot so toll klingt, dass es einfach nicht wahr sein kann, dann ist das auch so."

Gleicher Ansatz, neue Herkunft. Emsi Software warnt vor den ersten Mails der neu gegründeten Russian Connection. Die Mails, die nun im Umlauf sind, geben vor, aus Russland zu stammen - direkt aus Moskau und dem Dunstkreis des Kreml, wo ja in der Tat Millionen mit Öl, Schwer-industrie und anderen Rohstoffen umgesetzt werden.

Christian Mairoll: "Die Russen kleckern nicht, sie klotzen. In den Mails, die uns vorliegen, sollen bis zu 52 Millionen Euro außer Landes geschafft werden. Wer sich dazu bereit erklärt, dieses Geld aufs eigene Konto zu übernehmen, bekommt 8 Prozent Provision ausbezahlt. Da man immer noch warnen muss, warnen wir: Das ist ein Betrugsversuch. Wer auf eine solche Mail antwortet, wird unter Vortäuschung falscher Tatsachen zur Kasse gebeten. Solche Mails auch von der Russian Connection müssen sofort gelöscht werden."

Beispiel für eine E-Mail der Russian Connection

"Good Day,

I am Andrei Raz***hov, I have a business brief which might interest you on the instruction of a business tycoon in Moscow whose business interest spans crude oil refining, mining, construction, real estate and tourism.

Over the past years the policies of the Kremlin has not been favorable towards his business and more importantly towards his person who seem to have a different political view from that of the Kremlin. Without boring you with politics of Russia, I will go straight to the point to ask for your cooperation to discreetly re-profile funds worth 52.2 Million euro own by this business tycoon from its present location via a bank in eastern Europe to a new investment location.

You will be paid 8% for your 'management consultancy fees', if we are able to reach terms. If you are interested, please write back to my senior colleague Mr. Andrev Sl**vik at **** and provide your telephone number and private e-mail address and he will provide further details.

Write back, we wait for your response.

Regards,

Andrei Raz***hov

(Emsi: ra)

 

 

 

Diesen Beitrag per E-Mail versenden Diesen Beitrag ausdrucken