Rubrik: Virenwarnung/Hintergrund

Cyberkriminelle rüsten auf: Neue ZeuS-Varianten aufgetaucht

ZBOT hat sich einen zweifelhaften Ruf als höchst effektives Betrugswerkzeug erworben

(07.05.10) - Viel ist in den letzten Monaten über das Bot-Netz ZeuS oder ZBOT geschrieben worden: über seine Gefährlichkeit, weil hier Kontoinformationen von Anwendern und damit deren Geld gestohlen wird, über seine Tarnfähigkeiten, die es den Sicherheitsherstellern schwer machen, Infektionen mit ZBOT zu erkennen und zu beseitigen, über seine ungeheure Wandlungsfähigkeit, die das Problem der Erkennung weiter verschärfen, sowie ganz allgemein über die Professionali-sierung und Vernetzung der kriminellen Organisationen im Cyber-Untergrund.

Anzeige

 

Von: Martin Rösler, Director Threat Research bei Trend Micro

 

ZBOT hat sich damit einen zweifelhaften Ruf als höchst effektives Betrugswerkzeug erworben. Der mit dem Ruf einhergehende größere Bekanntheitsgrad aber scheint den Cyberkriminellen nun Schwierigkeiten zu bereiten. Denn Online-Gangs von heute scheuen nichts mehr als die Öffentlichkeit.

Die Antwort der ZBOT-Kriminellen auf die gewachsene öffentliche Aufmerksamkeit kann jedoch auch als exemplarisch gelten: Sie rüsten auf, indem sie das Profil, an dem sich die gängigen, weit verbreiteten ZBOT-Varianten erkennen lassen, insbesondere die Verwendung fester Datei- und Verzeichnisnamen, mit neuen Techniken und Taktiken zu verwischen versuchen. Es wird daher nicht allzu lange dauern, bis die neuen, vor kurzem aufgetauchten ZBOT-Varianten - zum Beispiel TSPY_ZBOT.CRM und TSPY:ZBOT.CQJ – ihre Vorgänger verdrängt haben.

Damit ist die nächste Runde des gegenseitigen Wettrüstens zwischen Cyberkriminellen und Sicherheitsindustrie eingeläutet. Der Mechanismus erinnert sehr an das Wettrüsten im Kalten Krieg, in der jede Aktion der einen Seite nicht mit derselben, sondern mit einer anderen, die jeweilige Aktion so unwirksam wie möglich machenden Maßnahme beantwortet wurde. Diesem Rüstungswettlauf scheint so lange niemand entrinnen zu können, wie die Angriffsflächen, die den ZBOT-Kriminellen für ihre Aktivitäten zur Verfügung stehen, nicht grundsätzlich verändert werden.

Ein Ansatz ist der Einsatz von Reputationsdiensten, mit dem sich die Infektionswege für ZBOT unterbrechen lassen. Ein anderer, ergänzender Ansatz könnte das konsequente und starke Verschlüsseln von vertraulichen Informationen sein. (Trend Micro: ra)

 

 

 

Diesen Beitrag per E-Mail versenden Diesen Beitrag ausdrucken