|
|
Rubrik: Virenwarnung/Hintergrund Der Begriff "Hacker" bezeichnet verschiedene Kategorien und Verhaltensweisen Websense identifiziert fünf Typen von Hackern (
Anzeige
1. Scriptkiddies Dieser Gruppe geht es vor allem um Action. Häufig handelt
es sich bei den Scriptkiddies um Teenager, die bis
spät in die Nacht vor ihren Rechnern sitzen. Mit ihren eingeschränkten
Programmierkenntnissen nutzen sie Sicherheitslücken in Betriebssystemen und
Applikationen aus und zielen vor allem darauf ab, beispielsweise Webseiten zu
manipulieren oder Teile davon zu zerstören. Das erinnert an den Film "Wargames - Kriegsspiele", der 1983 in den Kinos
lief. Wargames enthielt einige, für Scriptkiddies typische Aktivitäten. Der Teenager David
dringt in ein Flugbuchungssystem ein und reserviert einen Flug nach Paris.
Ferner betätigt er sich auch als Cracker, der seine Schulnoten ändert. An die
Passwörter gelangt er über Social-Engineering-Techniken. 2. Hacktivisten Gemeint sind damit Hacker, die ihre Tätigkeit mit
sozialen, politischen, religiösen oder anderen weltanschaulichen Motiven
begründen. Sie rekrutieren sich aus der Gruppe handgestrickte Pullover
tragender Demonstranten, die aus Protest Bäume besetzen und die ihre
Sprühdose für Parolen jetzt mit der Tastatur eingetauscht haben, um über das
Web für ihre Anliegen zu werben. Hier erreichen sie ein weit größeres
Publikum, als es ihnen jemals mit herkömmlichen Mitteln gelingen würde. Hacktivisten schrecken auch nicht davor zurück, fremde Webseiten zumindest zeitweise zu kapern, um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen. 3. Digitale Straßenräuber Dies ist die größte Hacker-Gruppe. In früheren Zeiten wäre
dies die Kategorie der Kleinkriminellen gewesen: Taschen- und Trickdiebe, die
ihre ahnungslosen Opfer ablenken und Kleinbeträge oder gar die gesamte
Geldbörse stehlen oder auf Märkten und an Straßenecken mit Produktpiraterie
ihr Geld verdienen. Im Laufe der Zeit haben sich lediglich deren Methoden,
nicht aber ihr generelles Vorgehen gewandelt. Einfache Trojaner, Adware, Spam, Phishing oder Social-Engineering-Techniken reichen aus, um das schnelle Geld zu machen. Manchmal werden potenzielle Opfer mit gefälschten Nachrichten zu Naturkatastrophen oder anderen Aufsehen erregenden aktuellen Ereignissen geködert und ihnen dann beispielsweise Passwörter und andere persönliche Informationen entlockt. 4. Organisierte Cyber-Kriminelle Gezielte, gut getarnte Angriffe auf Unternehmen und
Industriespionage sind ein effizient organisiertes Geschäft, das von Profis
ausgeübt wird. Die eigentlichen Aktivisten sind mit modernstem Equipment
ausgerüstet und verstehen es in bester Spionagemanier, ihr Tun zu
verschleiern. Ihre Auftraggeber sind in der Regel bestens in der
Geschäftswelt vernetzt und können so, ohne großes Aufsehen zu erregen,
lukrative Ziele auskundschaften. Gemeinsam bilden die Häuptlinge und Indianer
ein starkes Team, das es auf das große Geld abgesehen hat und das Ziel sehr
oft, ohne Aufsehen zu erregen, erreicht. Während es eine Gruppe auf
kurzfristig zu erzielende Vorteile abgesehen hat, geht es im anderen Fall um
so genannte Advanced Persistent
Threats (APTs), die sich über eine lange Zeit erstrecken können. Dabei handelt es sich um Fälle von Spionage und Sabotage, bei der Produktunterlagen, Konstruktionszeichnungen und Patent-datenbanken das Ziel sind. 5. Cyber-Agenten Beispielhaft für diese Kategorie sind generalstabsmäßig
geplante und durchgeführte Attacken wie der Stuxnet-Virus,
der im Sommer 2010 erstmals auftauchte. Er hatte es auf
Industrieeinrichtungen und iranische Atomanlagen abgesehen. Hinter Malware
wie dem Stuxnet-Virus steht die Arbeit von fünf bis sechs Entwicklern über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten. Viele vermuten, dass ein solches Projekt nur durch staatliche Unterstützung möglich war. Das würde bedeuten, dass wirtschaftliche oder auch politische Interessen mit modernsten Mitteln aus dem Arsenal des Cyber-Krieges geführt werden. Viele halten diese kriegerische Rhetorik für nicht übertrieben. So hat beispielsweise das Pentagon den Cyberspace neben Land, Wasser, Luft und Weltraum vor einiger Zeit zur fünften Domäne militärischer Einsätze erklärt. Andere Staaten werden da sicherlich kaum zurückstehen. "Mit Ausnahme der wahrscheinlich staatlich
unterstützten Cyber-Agenten ist vielen Hackern gemeinsam, dass sie Daten und
Geld stehlen sowie Infrastrukturen zumindest zeitweise lahm legen wollen",
sagt Michael Rudrich, Regional Director
Central Europe bei Websense. "Die meisten traditionellen
Sicherheitsmaßnahmen können moderne Hackerangriffe nur unzureichend
aufhalten. Unternehmen müssen daher einen laufend aktualisierten Schutzschirm
errichten, der vor Malware jeder Art schützt, den Verlust sensibler
Unternehmensdaten verhindert und die Einhaltung verbindlicher
Sicherheitsregeln bei der Internetnutzung überwacht." (Websense: ma) |
||
|