APT-Akteur DarkHotel könnte hinter Exploits stehen

Zielgerichtete Attacken: Kaspersky entdeckt Zero-Day-Exploits im Betriebssystem von Windows und im Internet Explorer

Die Microsoft-Patches sollten so schnell wie möglich installiert werden, da Angreifer diese entdeckten Schwachstellen danach nicht mehr ausnutzen können



Mit 3 Milliarden Euro will die Bundesregierung die Modernisierung von Krankenhäusern fördern. Allerdings sollen nur solche Einrichtungen Geld erhalten, die in dieIT-Sicherheit investieren. Falk Herrmann, CEO beim renommierten deutschen IT-Sicherheitsanbieter Rohde & Schwarz Cybersecurity, nennt die fünf wichtigsten Grundsätze für die IT-Sicherheit von Krankenhäusern.

1. Webanwendungen schützen

Browserbasierte Anwendungen erleichtern die Zusammenarbeit in der Gesundheitsbranche erheblich. Medizinische Unterlagen und Berichte lassen sich über Portale und Apps einsehen, und zwar sowohl vom PC, Tablet, Smartphone oder anderen vernetzten Geräten. Die digitale Patientenakte ist der nächste Schritt auf diesem Weg. Für Hacker ist es jedoch relativ einfach, sich in solche lediglich durch Logins geschützte Portale zu hacken und an die dahinterliegende Datenbank zu gelangen. Cyberkriminelle erhalten damit auf einen Schlag Zugriff auf große Mengen persönlicher Daten und können diese entwenden oder löschen. Ein solcher Diebstahl persönlicher Daten führt nicht nur zu einem enormen Vertrauensverlust gegenüber den Patienten. Den betroffenen Krankenhäusern drohen auch hohe Geldbußen, wenn sie den Vorgaben der EU-DSGVO nicht entsprechen. Ungeschützte Webapplikationen stellen daher eines der größten Risiken für ein Krankenhaus dar.

Um Webapplikationen besser zu schützen, brauchen Krankenhäuser eine spezielle "Web Application Firewall": Diese analysiert den Datenaustausch zwischen Endgeräten und Webservern. Wenn Inhalte als verdächtig eingestuft werden, wird der Zugriff über die Web Application Firewall verhindert. Herkömmliche Firewallssind dazu nicht in der Lage.

2. Ransomware abwehren

Eine der größten Bedrohungen für Krankenhäuser sind Ransomware-Angriffe: Über einen Trojaner oder eine andere Malware dringen Cyberkriminelle in das IT-Netzwerk ein und verschlüsseln Datenbanken und Server. Anschließend stellen die Hacker eine Lösegeldforderung an das Krankenhaus. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt aktuell vor neuen Ransomware-Methoden: Hacker stehlen die Daten, bevor sie sie verschlüsseln, und drohen damit, diese zu veröffentlichen. Auch hier gilt: Wenn sensible Daten verloren gehen, drohen hohe Strafen.

Auch für den Klinikbetrieb ist ein Ransomware-Angriff eine akute Gefahr. Um eine Ausbreitung der Software zu vermeiden, muss das Krankenhaus alle IT-Systeme herunterfahren. Die Folgen sind OP-Ausfälle, ein Aufnahmestopp von Patienten und die Lähmung der gesamten Verwaltung. Schützen können sich Krankenhäuser vor Ransomware-Angriffen, indem sie ihren Internetzugang absichern. Am einfachsten lässt sich dies mit sogenannten voll virtualisierten Browsern erreichen, wie etwa dem "R&S Browser in the Box". Diese Lösung ermöglicht eine konsequente Netzwerktrennung. Alle potenziell gefährlichen Aktivitäten werden isoliert, ehe sie überhaupt ins Netzwerk eindringen können.

3. Übertragungswege absichern

Zu einer IT-Sicherheitsstrategie im Gesundheitswesen gehört auch die Absicherung der Übertragungswege – sei es zwischen einem Gerät im Krankenhaus und dem Hausarzt eines Patienten oder dem Krankenhaus und einem Rechenzentrum. Die Herausforderung: Die Übertragung muss trotz hochsicherer Verschlüsselung effizient bleiben. Dazu gibt es spezielle Verschlüsselungsprodukte, die einen hohen Schutz bieten, ohne dass die Übertragungsleistung herabgesetzt wird.

4. Daten sicher in der Cloud speichern

Cloud- und sog. "Collaboration"-Systeme erleichtern die Arbeit der Krankenhaus-Administration erheblich– zum Beispiel auch dann, wenn Mitarbeiter im Home Office arbeiten. Bei der Speicherung in Cloud-Diensten haben jedoch nicht nur der Benutzer und der Administrator Zugriff auf die Daten. Auch die Cloud-Provider könnten sich Zugriff verschaffen, wenn Daten ungeschützt und unverschlüsselt abliegen. Kliniken sollten daher auf Lösungen setzen, die Daten unabhängig von ihrem Speicherort und EU-DSGVO-konform schützen. Solche datenzentrischen Lösungen ermöglichen eine rechtssichere Nutzung von Cloud- und Collaboration-Tools.

5. Mitarbeiterschulungen

Ein Sicherheitskonzept kann noch so ausgeklügelt sein: Als Schwachpunkt bleibt der Mensch. Mitarbeiter öffnen Phishing-E-Mails und laden gefährliche E-Mail-Anhänge herunter; sie verraten nichts ahnend ihre Zugangspasswörter an Unbefugte, die sich am Telefon als IT-Dienstleister ausgeben; und sie verbummeln wichtige Sicherheits-Updates. Neben der richtigen IT-Sicherheitstechnik ist eine Schulung und Sensibilisierung der Mitarbeiter daher ausschlaggebend für die IT-Sicherheit im Unternehmen.

Fazit

Krankenhäuser, die diese fünf ToDos umsetzen, schaffen die Grundlage für eine digitale Entwicklung ihrer Einrichtung, ohne Patientendaten oder die medizinischeVersorgung zu gefährden. Das wirkt sich auch positiv auf das Vertrauen der Patienten in das "smarte" Krankenhaus der Zukunft aus. (Rohde & Schwarz Cybersecurity: ra)

eingetragen: 03.09.20
Newsletterlauf: 24.11.20

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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