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Backdoors namens SharpStage und Dropbook

Neues Malware-Arsenal, das Facebook und Dropbox im Nahen Osten für Spionagekampagne missbraucht

Drei neu entdeckte Malware-Varianten nutzen mit gezielten Angriffen beliebte soziale Medien und Cloud-Plattformen für Command-and-Control Server und Data-Extrusion



Cybereason hat eine aktive Spionageaktion identifiziert, die drei bislang unbekannte Malware-Varianten einsetzt. Die aktuell aufgedeckte Operation nutzt Facebook, Dropbox, Google Docs und Simplenote, um über einen Command-and-Control Server direkten Zugriff auf die Computer der Opfer zu erlangen und vertrauliche Daten abzuziehen. Cybereason führt die Spionagekampagne auf Molerats (auch bekannt als The Gaza Cybergang) zurück. Eine arabisch-sprachige, politisch motivierte APT-Gruppe, die seit 2012 im Nahen Osten aktiv ist. Anfang des Jahres berichteten Cybereason-Forscher bereits über die Entdeckung der zuvor unbekannten Spark- und Pierogi-Hintertüren, die als Teil eines gezielten Angriffs von Molerats auf palästinensische Beamte gewertet wurden.

Die jüngste Aktion setzt zwei bislang unbekannte Backdoors namens SharpStage und Dropbook sowie einen Downloader namens MoleNet ein. Die Kampagne nutzt Phishing-Dokumente, die verschiedene Themen im Zusammenhang mit aktuellen Ereignissen im Nahen Osten behandeln: darunter ein angeblich geheimes Treffenzwischen seiner Königlichen Hoheit Mohammed bin Salman, Kronprinz von Saudi-Arabien, dem US-Außenminister Mike Pompeo und dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu.

Zu den wichtigsten Erkenntnissen der Cybereason-Forscher zählen:

Neue Spionage-Tools entwickelt von Molerats: Cybereason hat mit SharpStage und DropBook zwei neuen Backdoors sowie den MoleNet-Downloader identifiziert. Sie ermöglichen es den Angreifern, beliebigen Code auszuführen und vertrauliche Daten auf infizierten Computern zu sammeln und abzuziehen.

Missbrauch von Facebook, Google Docs, Dropbox und Simplenote: Die neu entdeckte DropBook-Backdoor verwendet gefälschte Facebook-Konten oder Simplenote zur Steuerung und Kontrolle anderer Server. Demgegenüber missbrauchen SharpStage und DropBook einen Dropbox-Kunden, um gestohlene Daten zu übertragen und ihre Spionage-Tools zu speichern.

Politische Phishing-Themen: E-Mails, mit denen die Opfer angelockt wurden, beschäftigten sich unter anderem mit den israelisch-saudischen Beziehungen, den Hamas-Wahlen, mit Nachrichten zu palästinensischen Politikern und anderen regionalen Ereignissen: darunter ein geheimes Treffen zwischen seiner Königlichen Hoheit Mohammed bin Salman, Kronprinz von Saudi-Arabien, dem US-Außenminister und dem israelischen Premierminister.

Verbindungen zu früheren Nahost-Kampagnen: Die neu entdeckten Backdoors, die schon in der Vergangenheit Molerats zugeschrieben wurden, wurden in Verbindung mit der Spark-Backdoor verwendet, soviel ist bekannt. Die Angreifer nutzten die neuen Spionage-Tools auch, um zusätzliche Payloads herunterzuladen. Darunter die berüchtigte Open-Source-Quasar RAT, die zuvor von Molerats verwendet wurde.

Auf den gesamten Nahen Osten ausgerichtet: Der Angriff wurde hauptsächlich in den Palästinensischen Gebieten, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Ägypten und der Türkei beobachtet. Angesichts der Art der Phishing-Inhalte geht Cybereason davon aus, dass die Zielgruppe aus hochrangigen politischen Persönlichkeiten und Regierungsbeamten im Nahen Osten besteht.

Lior Div, Mitgründer und CEO von Cybereason: "Wenig überraschend ist, wie Bedrohungsakteure politisch brisante Ereignisse ausnutzen, um ihre Phishing-Kampagnen anzuheizen. Aber es ist besorgniserregend, dass Soziale Medien zunehmend für Command-and-Control-Anweisungen und andere legitime Cloud-Dienste für Data-Extrusion-Aktivitäten missbraucht werden. Für die Seite der Verteidiger bedeutet das, in Bezug auf potenziell schädlichen Netzwerkverkehr in Verbindung mit legitimen Services besonders achtsam zu sein. Verschleierte Angriffe dieser Art lassen sich ohne den nötigen Kontext nicht erkennen. Deshalb versetzt Cybereason Sicherheitsexperten in die Lage, betriebs-zentriert anstatt Alarm-zentriert zu arbeiten. Das erlaubt, Beziehungen zwischen scheinbar beziehungslosen Vorkommnissen im Netzwerk und darüber hinaus herzustellen." (Cybereason: ra)

eingetragen: 28.12.20
Newsletterlauf: 15.02.21

Cybereason: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

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Meldungen: Hintergrund

Ransomware noch in der Entwicklung

Der neue Threat Trends Report des Varonis Forensik-Teams zeigt die aktuellen Bedrohungen für Unternehmen und Organisationen weltweit. Die Ergebnisse und Beobachtungen basieren dabei auf durchgeführten Vorfallsreaktionen, forensischen Untersuchungen und Reverse Engineering von Malware-Proben und zeigen eine große Bandbreite an Techniken und Zielen auf: So verdreifachten sich im Vergleich zum Ende des Jahres 2020 Cloud-Angriffe von 9 auf gegenwärtig 29 Prozent.

Android-Überwachungssoftware

Lookout hat zwei neue Varianten einer Android-Überwachungssoftware namens Hornbill und SunBird entdeckt. Das Lookout Threat Intelligence-Team geht davon aus, dass diese Kampagnen mit der Confucius APT in Verbindung stehen, einer bekannten, staatlich geförderten, pro-indischen Advanced Persistent Threat Group (APT). Hornbill und SunBird nutzen hochentwickelte Funktionen, um den Inhalt von SMS-Nachrichten, verschlüsselte Messenger-Apps, Standort- und Kontaktinformationen, Anrufprotokolle sowie Datei- und Verzeichnislisten abzuziehen. Die Überwachungssoftware richtet sich gezielt gegen Beschäftigte, die mit den pakistanischen Militär- und Atombehörden respektive indischen Wahlbeamten und Wahlhelfern in Kaschmir in Verbindung stehen.

Chinesische Bedrohung mit Namen Jian

Check Point Research, die Sicherheitsforscher von Check Point Software Technologies, behalten durchgehend Advanced Persisten Threats (APT) im Auge. Bei den Beobachtungen bemerkten die Experten, dass eine chinesische Hacker-Gruppe es geschafft hatte, eine US-amerikanische Cyber-Waffe zu kopieren, die in der Lage war, Zero-Day-Angriffe durchzuführen. Die neue Form der Bedrohung trägt den Namen Jian (Dschiann), benannt nach einem chinesischen Schwert mit doppelter Klinge. Ursprünglich entwickelt wurde die Malware von der Equation Group, einer APT-Gruppe, bei der Experten davon ausgehen, dass sie eng mit der US-amerikanischen Ermittlungsbehörde NSA zusammenarbeitet. Zuerst aufgetaucht war die Malware 2017 unter dem Namen EpMe, entdeckt von dem Incident Response Team der US-amerikanischen Rüstungsfirma Lockheed Martin.

Analyse der Sunburst & Kazuar-Backdoor

Die Experten von Kaspersky haben spezifische Code-Ähnlichkeiten zwischen Sunburst und bekannten Versionen der Kazuar-Backdoor gefunden. Diese Art von Malware ermöglicht einen Fernzugriff auf den Computer eines Opfers. Die neuen Erkenntnisse können IT-Sicherheitsforscher bei ihren Analysen des Angriffs weiterbringen. Mitte Dezember 2020 gaben FireEye, Microsoft und SolarWinds die Entdeckung eines großen, hoch komplexen Supply-Chain-Angriffs bekannt, bei dem die bisher unbekannte Malware ,Sunburst' gegen Kunden von SolarWinds Orion eingesetzt wurde.

Malware monetarisiert Datenverkehr

Sicherheitsexperten für Threat Intelligence bei Avast identifizieren Malware im Zusammenhang mit einigen der beliebtesten Plattformen, die sich in mindestens 28 Browser-Erweiterungen von Drittanbietern für Google Chrome und Microsoft Edge versteckt. Die Schadsoftware kann den Datenverkehr der Nutzer auf Werbung und Phishing-Seiten umleiten sowie persönliche Daten wie Geburtsdatum, E-Mail-Adressen und Geräteinformationen extrahieren. Laut den Download-Zahlen in den App-Stores könnten weltweit bereits etwa drei Millionen Anwender betroffen sein. Zu den Erweiterungen, die Nutzern helfen, Videos von Plattformen herunterzuladen, gehören Video Downloader for Facebook, Vimeo Video Downloader, Instagram Story Downloader, VK Unblock und andere Browser-Erweiterungen für Google Chrome sowie einige Add-ons für Microsoft Edge. Die Sicherheitsexperten konnten in den Erweiterungen, die auf JavaScript basieren, bösartige Codezeilen identifizieren. Diese ermöglichen den Add-ons, weitere Malware auf den PC eines Benutzers herunterzuladen.

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Streaming Media

In ihrem Streaming-Format "IT Live aus der Kantine" widmete sich die Firma Materna dem Schwerpunkt Cyber Security.

Folge 1 behandelte das Thema "Security Awareness und Phishing".
Folge 2
führte in das "Schwachstellenmanagement" ein.
Folge 3
klärte auf über "Pentesting".

Hier erfahren Sie mehr

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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