Gefahr durch das Coronavirus auch im Netz

Die neue Ausgabe des "Attack Landscape"-Reports von F-Secure belegt konkret, wie Cyber-Kriminelle aus der Corona-Pandemie Kapital schlagen wollen

Die Betrugsversuche haben sich inhaltlich stark auf Themen rund um das Coronavirus verlagert



F-Secure hat im neuen Report "Attack Landscape" für das erste Halbjahr des Jahres 2020 die Entwicklung der internationalen Cyberkriminalität analysiert und die prägenden Trends herausgearbeitet. Das Jahr 2020 wird bei vielen Menschen als das Jahr des Lockdowns in Erinnerung bleiben – und auch bei der Cybersecurity ist COVID-19 das beherrschende Thema: Angreifer haben schnell reagiert und versuchen, durch Phishing und Spam mit dem Aufhänger COVID-19 in anfällige Systeme einzudringen.

Mit Beginn der Berichterstattung rund um COVID-19 kam es schnell zu den ersten Phishing-Attacken zum selben Thema, so F-Secures Report. Dabei erkannten die Sicherheitsexperten von F-Secure einen aufsteigenden Trend im Bereich der manuell installierten Malware, also bei den Schadprogrammen, die vor allem durch den Nutzer selbst auf den Rechner geladen werden (Anstieg von 24Prozent im Jahr 2019 auf 35Prozent im 1. Halbjahr 2020). Das Wachstum dieser Methode könnte darauf zurückzuführen sein, dass Tausende Fake-Domains registriert wurden, die beispielsweise "Zoom"-Downloads imitieren. Sie spekulieren darauf, dass Büroangestellte, die nun im Home-Office arbeiten, Software für Videokonferenzen installieren wollen. Der Angreifer erhält dadurch Zugriff auf den Rechner des Opfers und installiert Ransomware, um finanziellen Profit daraus zu schlagen.

"Cyber-Kriminelle haben kaum operative Einschränkungen, so dass sie schnell auf aktuelle Ereignisse reagieren und in ihre Kampagnen einbeziehen können. Die ersten Tage des COVID-19-Ausbruchs haben viele Menschen verwirrt und beunruhigt, und die Angreifer haben versucht, diese Ängste auszunutzen", sagt Calvin Gan, ein Manager der taktischen Verteidigungseinheit von F-Secure.

Keine Spur von Corona-Krise unter Cyberkriminellen

Die Betrugsversuche haben sich inhaltlich stark auf Themen rund um das Coronavirus verlagert. Obwohl die allgemeine Wirtschaftsleistung dramatisch eingebrochen ist, war von einer Corona-Krise unter Cyberkriminellen nichts zu spüren. So wurde im März, April und Anfang Mai 2020 eine Flut von Spam-Mails mit Pandemie-Bezug registriert. Bei einer Kampagne wurden zum Beispiel E-Mails verschickt, in denen Gesichtsmasken zum Kauf angeboten wurden, die zu dem Zeitpunkt stark nachgefragt waren. Auf den zugehörigen Shopping-Websites infizierten sich die arglosen Kaufinteressenten dann mit Infostealern.

Wer hat es auf wen abgesehen

Eine mittlerweile beliebte Kategorie im "Attack Landscape"-Report ist der "Who’s after who?", bei dem die Sicherheitsexperten von F-Secure auswerten, von welchen Ländern die meisten Angriffe ausgehen und welche Länder Ziel solcher Attacken sind. Die Daten beruhen dabei auf anfälligen Servern, die von F-Secure wie Köder ("Honeypots") ins Netz gestellt werden und Angriffe provozieren, die dann dokumentiert werden. Der Traffic auf den Honeypots fiel ähnlich hoch aus wie in den Halbjahren von 2019 (1. Halbjahr 2019: 2,9 Mrd.; 1. Halbjahr 2020: 2.8 Mrd.), was Beweis dafür wäre: Ob Pandemie oder nicht, die Angreifer setzen ihre Aktivitäten weiter fort.

Allerdings muss man die Daten mit etwas Vorsicht genießen. Oft verwenden Angreifer Proxies, damit das tatsächliche Ursprungsland nicht ermittelt werden kann. Bei der Auswahl der Quellländer entscheidet oft, wie streng die lokalen Gesetze gegen Cyberkriminalität sind. Die Länder, über deren IP-Adressen die meisten Angriffe erfolgten, sind China, die USA und Irland. Deutschland befindet sich auf Platz acht der weltweiten Angriffs-Quellländer.

Während aus dem chinesischen IP-Raum die meisten Angriffe ausgingen, war auch China mit einem wesentlichen Anteil des Traffics selbst Ziel der Angriffe. Unter den meistbetroffenen Ländern befinden sich aber auch einige europäische Länder: Norwegen, Bulgarien, Niederlande, Dänemark, Österreich, Tschechien und Ungarn sind alle in den Top zehn Zielländern.

Einige weitere Ergebnisse des Berichts sind:

>> Einen weiteren Anstieg an Traffic gab es im Juni zum Beginn der Black-Lives-Matter-Bewegung.

>> Facebook liegt beim Phishing auf Platz eins der meistimitierten Plattformen, gefolgt von Unternehmen aus dem Finanzsektor (beispielsweise PayPal).

>> Die Anzahl der Angriffe auf Cloud-Dienste und E-Mail-Provider wie zum Beispiel Microsoft 365 erlebte ebenfalls einen Aufwärtstrend.

>> Telnet und SSH sind die Ports mit dem meisten Traffic.

(F-Secure: ra)

eingetragen: 04.10.20
Newsletterlauf: 15.12.20

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Meldungen: Hintergrund

Ziele über LinkedIn ausgekundschaftet

Sicherheitsforscher von WithSecure (ehemals F-Secure Business) haben eine Angriffskampagne mit dem Namen "Ducktail" entdeckt, die auf Einzelpersonen sowie Unternehmen mit einem Business- bzw. Ads-Account auf Facebook abzielt. Die Kampagne besteht aus einer Malware-Komponente, die den Diebstahl von Informationen und das Hijacking von Facebook Business ermöglicht.

Aktuelle Threat-Intelligence-Ergebnisse

Sophos X-Ops enthüllt in dem neuen Bericht "BlackCat Ransomware Attacks Not Merely a Byproduct of Bad Luck", dass die Ransomware-Bande ihr Arsenal an Angriffswerkzeugen um das Pentesting-Tool Brute Ratel erweitert hat. Der Artikel beschreibt eine Reihe von Ransomware-Angriffen, bei denen BlackCat ungepatchte oder veraltete Firewalls und VPN-Dienste nutzte, um weltweit in anfällige Netzwerke und Systeme in verschiedenen Branchen einzudringen.

Neue Malvertising-Kampagne

Das Threat Intelligence Team von Malwarebytes hat kürzlich eine neue Malvertising-Kampagne entdeckt, die das Anzeigensystem von Google missbraucht, um Besucher auf betrügerische Webseiten umzuleiten. Die Kampagne zielt dabei auf einige der weltweit bekanntesten Marken ab – darunter YouTube, Facebook und Amazon.

Banking-Trojaner Coper nimmt Deutschland ins Visier

Das ThreatLabZ-Team von Zscaler hat unlängst mit Joker, Facestealer und Coper drei Malware-Familien aufgespürt, die über Apps im Google Playstore verbreitet wurden. Auch wenn eine Reihe von infizierten Apps daraufhin sofort aus dem Playstore entfernt wurden, besteht immer noch die Gefahr, dass diese Apps von Anwendern heruntergeladen wurden und ihr Unwesen treiben können.

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Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

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DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

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