Malware-Links in Video-Inhalten

YouTube Streamjacking: Hacker kapern YouTube-Kanäle für betrügerische Aktivitäten

Gekaperte Video-Accounts mit fast zehn Millionen Abonnenten insgesamt



Die Experten der Bitdefender Labs beobachten aktuell die verstärkte Übernahme von YouTube-Kanälen durch Cyberkriminelle. Beim Auswerten von Daten von Ende Juli bis Ende September 2023 zeigte sich, das Hacker reichweitenstarke YouTube-Kanäle übernehmen, um mit dem Vehikel von Tesla- und Elon-Musk-Videos betrügerische Links zu lancieren. Hacker ködern die Zuschauer, die diese Mails anklicken, mit attraktiven Bitcoin-Angeboten. Hauptziel sind Diebstahl von Geld sowie das Auslesen von Nutzerdaten und persönlichen Informationen. Die Cyberkriminellen gehen offenbar mit automatisierten Tools vor.

Laut den Bitdefender Labs liegt die maximale Zahl der Abonnenten von gekaperten Accounts bei rund 9.990.000. Ein gekaperter Kanal konnte eine maximale Nummer an Views von rund 3,6 Milliarden aufweisen. Die Bitdefender-Labs sehen einen verstärkten Trend für ein solches Streamjacking, bei dem die echten gekaperten Kanäle sehr gut nachgebildet sind. Private und geschäftliche Betreiber von YouTube-Kanälen sollen auf Anzeichen für eine Übernahme ihrer Accounts achten.

Die Urheber des YouTube-Streamhackings gehen auf zweierlei Arten vor: Die Übernahme des Accounts erfolgt durch Versand einer betrügerischen Mail mit Malware-Anhang an die Inhaber des YouTube-Channels. Inhalt ist meist ein Angebot zur Zusammenarbeit oder ein Verweis auf angeblich verletzte Urheberrechte. Die heruntergeladene Malware erlaubt den Zugriff auf die YouTube-Nutzerdaten. Sie überwindet auch zusätzliche Sicherheitsebenen, wie etwa eine Zweifaktor-Authentifikation. Im Ergebnis sind die Channel-Inhaber von ihrem Account in den meisten Fällen ausgeschlossen.

Danach bewerben die Angreifer YouTube-Livestream-Popups in den Feeds der Kanäle. Dabei bieten sie üblicherweise die gleichen Inhalte, die der Abonnent von dem echten YouTube-Stream kennt und erhält. Bei diesen Feeds handelt es sich um Links auf erneut übertragenen Content, bisweilen auch um täuschend gut gemachte Deepfakes in hoher Qualität. Die betrügerische Malware verbreiten die Hacker über einen Backlink oder einen QR-Code mit Verweis auf eine schadhafte Webseite. Durch das Deaktivieren der Kommentarfunktion verhindern die Angreifer, dass die tatsächlichen Betreiber des Kanals ihre Nutzer vor den betrügerischen Aktivitäten warnen.

Die Menge der Pop-Up-Livestreams sowie deren einheitliche Gestaltung weisen darauf hin, dass die Angreifer automatisiert vorgehen und Phishing-Bausätze verwenden. Die Bitdefender-Labs konnten das Bewerben dieser Phishing-Kits über Telegram entdecken. Sämtliche schadhaften Webseiten mit Malware waren mit Cloudflare geschützt, was eine automatische Analyse durch Abwehrlösungen erschwert.

Angriffsfläche YouTube-Channel überwachen

Die Bitdefender-Labs warnen daher alle Betreiber von YouTube-Kanälen. Ein Hacking eines Accounts schadet sowohl den Nutzern als auch der Glaubwürdigkeit, der Reichweite und dem Wert eines YouTube-Accounts durch Nutzerverlust. Weitere Attacken auf die Inhaber und Abonnenten des Kanals sind möglich.

Indizien für eine Übernahme eines YouTube-Accounts sind:

>> Die Betreiber des Accounts können sich nicht in ihren Account einloggen.

>> Die Einstellungen für das Konto haben sich geändert.

>> Profilbild, Beschreibung und Handle von YouTube-Inhalten an Nutzer sind modifiziert.

>> Im YouTube-Kanal finden sich unbekannte hochgeladene Videos.

>> Nachrichten über Zugänge auf den Account von ungewöhnlichen Accounts oder Orten.

Private und geschäftliche Inhaber von YouTube-Accounts sollten zur Sicherheit ihrer YouTube-Kanäle mit folgenden Maßnahmen beitragen:

>> Wahl eines einmaligen und starken Passworts für die Accounts, welches nicht wiederverwertet wird. Dieses Passwort sollten die Kontoinhaber alle drei Monate wechseln.

>> Zusätzliche Sicherheitsmechanismen wie Zweifaktor- oder Multifaktor-Authentifikation.

>> Vorsicht bei der Interaktion mit Links im Kommentarbereich zu den eingestellten Videos.

>> Regelmäßige Revision der Liste von Personen mit Zugang zum YouTube-Account. Diese Nutzer sollten nur über beschränkte Rechte verfügen – basierend auf ihren Rollen und Verantwortlichkeiten.

>> Umfassende IT-Sicherheitslösungen installieren, insbesondere gegen bösartige Angriffe und Phishing.

(Bitdefender: ra)

eingetragen: 13.11.23
Newsletterlauf: 19.01.24

Bitdefender: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

Meldungen: Hintergrund

Lockbit: Dienstleister im Cybercrime-Umfeld

Als im Februar dieses Jahres die Meldung über die erfolgreiche Zerschlagung der Lockbit Ransomware-Gruppe um die Welt ging, schien es, als wäre den internationalen Ermittlungsbehörden ein entscheidender Schlag gegen die Cyberkriminalität gelungen.

Die zwei wichtigsten Trends der IT-Security

Künstliche Intelligenz (KI) ist fraglos der derzeit wichtigste Trend in der IT, der auch in der IT-Security in vielen Bereichen längst zum Einsatz kommt. Leider auch auf der Seite der Cyberkriminellen. Denn diese sind wie so oft Vorreiter neuer Technologien und begannen im vergangenen Jahr sofort damit, die neu verfügbaren LLMs (Large Language Models), wie etwa ChatGPT, für ihre Zwecke zu nutzen.

Biometrie setzt ihren beeindruckenden Aufstieg fort

HID veröffentlichte ihren State of the Security Industry Report. Für diesen Bericht wurden weltweit 2.600 Partner aus der Industrie, Endanwender sowie Sicherheits- und IT-Experten aus insgesamt elf Branchen befragt. Der Report beleuchtet die grundlegenden Herausforderungen von Innovationen und den zugrundeliegenden Technologien und hilft den Experten, diese proaktiv anzugehen. Die diesjährige Umfrage, die im Herbst 2023 durchgeführt wurde, hat sechs Handlungsfelder identifiziert: Mit der zunehmenden Verbreitung mobiler Geräte nimmt auch deren Nutzung zur Unterstützung von Identitäten weiter zu. Innerhalb der nächsten fünf Jahre werden nach Einschätzung der befragten Endanwender fast 80 Prozent der Unternehmen mobile IDs einsetzen. Noch optimistischer sind die Industriepartner – sie gehen davon aus, dass 94 Prozent ihrer Kunden mobile IDs nutzen werden.

Drohendes TikTok-Verbot in den USA

Am 13. März 2024 kam das US-Repräsentantenhaus zusammen und verabschiedete einen Gesetzesentwurf, der den chinesischen Eigentümer von TikTok – ByteDance – per Gesetz dazu zwingen soll, die Videoplattform zu verkaufen. Jetzt geht der Entwurf an den US-Senat. Adam Marrè, Chief Information Security Officer bei Arctic Wolf und ehemaliger FBI Special Agent und Cyber Investigator, ordnet die Entwicklungen rund um TikTok und ihre möglichen Konsequenzen für die globale Internetwirtschaft ein.

Besuchen Sie SaaS-Magazin.de

SaaS, On demand, ASP, Cloud Computing, Outsourcing >>>

Kostenloser Newsletter

Werktäglich informiert mit IT SecCity.de, Compliance-Magazin.de und SaaS-Magazin.de. Mit einem Newsletter Zugriff auf drei Online-Magazine. Bestellen Sie hier

Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

Diese Webseite verwendet Cookies - Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Mit dem Klick auf „Erlauben“erklären Sie sich damit einverstanden. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.