Nützliches Werkzeug für Ransomware-Entwickler

Crimeware-Trends: Ransomware-Entwickler setzen vermehrt auf intermittierende Verschlüsselung, um der Entdeckung zu entgehen

Überblick über verschiedene Ransomware-Familien gegeben werden, die bereits Einsatz von intermittierender Verschlüsselung machen



Die Sicherheitsforscher von SentinelLabs, der Forschungsabteilung von SentinelOne, beobachten einen neuen Trend in der Ransomware-Szene: die intermittierende Verschlüsselung oder die teilweise Verschlüsselung der Dateien der Opfer. Diese Verschlüsselungsmethode hilft Ransomware-Betreibern, Erkennungssysteme zu umgehen und die Dateien der Opfer schneller zu verschlüsseln. Es wird deutlich, dass Ransomware-Entwickler diese Funktion zunehmend übernehmen und intensiv für die intermittierende Verschlüsselung werben, um Käufer oder Partner anzulocken.

Die intermittierende Verschlüsselung bietet Ransomware-Betreibern zwei wesentliche Vorteile:

>> Geschwindigkeit: Die Verschlüsselung kann ein zeitintensiver Prozess sein, und Zeit ist für Ransomware-Betreiber entscheidend – je schneller sie die Dateien der Opfer verschlüsseln, desto unwahrscheinlicher ist es, dass sie dabei entdeckt und gestoppt werden. Eine intermittierende Verschlüsselung richtet in sehr kurzer Zeit unwiederbringlichen Schaden an.

>> Umgehung: Ransomware-Erkennungssysteme können statistische Analysen verwenden, um den Einsatz von Ransomware zu erkennen. Eine solche Analyse kann die Intensität von Datei-IO-Operationen oder die Ähnlichkeit zwischen der bekannten Version einer Datei, die nicht von Ransomware betroffen war, und einer mutmaßlich veränderten, verschlüsselten Version der Datei bewerten.

Im Folgenden soll ein Überblick über verschiedene Ransomware-Familien gegeben werden, die bereits Einsatz von intermittierender Verschlüsselung machen:

Qyick

Ende August 2022 beobachteten die Forscher von SentinelLabs einen Benutzer namens lucrostm, der in einem beliebten TOR-basierten Verbrecherforum für eine neue kommerzielle Ransomware namens Qyick warb. Derselbe Benutzer agiert auch als ein etablierter Anbieter anderer bösartiger Tools, darunter Remote-Access-Tools und Malware-Loader. Das Ransomware-Angebot von Qyick ist ein einmaliger Kauf, im Gegensatz zu dem üblichen Abonnement-Modell. Der Preis liegt zwischen 0,2 BTC und etwa 1,5 BTC, je nachdem, welche Anpassungen der Käufer wünscht. Der Käufer erhält eine kompilierte ausführbare Datei mit einer Garantie: Wenn die Ransomware innerhalb von sechs Monaten nach dem Kauf von einer Sicherheitssoftware erkannt wird, stellt der Autor ein neues Muster mit einem Preisnachlass zwischen 60 Prozent und 80 Prozent des ursprünglichen Preises zur Verfügung.

Agenda

Die Ransomware-Agenda, die erstmals im August 2022 entdeckt wurde, ist in Go geschrieben und wurde hauptsächlich für Angriffe auf Gesundheits- und Bildungseinrichtungen in Afrika und Asien eingesetzt. Die Ransomware verfügt über einige Anpassungsoptionen, darunter die Änderung der Dateinamenerweiterungen der verschlüsselten Dateien und die Liste der zu beendenden Prozesse und Dienste. Die ALPHV-Bedrohungsgruppe betreibt ein Ransomware-as-a-Service (RaaS)-Programm und teilt Lösegeldzahlungen mit Partnern.

PLAY

PLAY Ransomware ist ein Neueinsteiger in der Szene und wurde erstmals Ende Juni 2022 entdeckt. Die Ransomware hat in letzter Zeit hochkarätige Ziele heimgesucht, wie z. B. den Gerichtshof von Córdoba in Argentinien im August 2022. Der Erpresserbrief von PLAY besteht aus einem einzigen Wort - PLAY - und einer Kontakt-E-Mail-Adresse. Im Gegensatz zu Agenda und BlackCat verfügt die Ransomware PLAY nicht über Verschlüsselungsmodi, die vom Anwender konfiguriert werden können. PLAY führt eine intermittierende Verschlüsselung durch, die sich nach der Größe der zu verschlüsselnden Datei richtet, und verschlüsselt Teile der Datei (Chunks) von 0x100000 Bytes.

Black Basta

Black Basta ist ein RaaS-Programm, das erstmals im April 2022 auftauchte und dessen Ransomware-Samples bis Februar 2022 zurückreichen. Aktuelle Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Black Basta aus der zerfallenen Asche der Conti-Operation entstanden ist. Die Ransomware ist in der Programmiersprache C++ geschrieben und unterstützt die Betriebssysteme Windows und Linux. Die Betreiber von Black Basta wenden doppelte Erpressung an und drohen ihren Opfern mit der Veröffentlichung der exfiltrierten Daten auf der TOR-basierten Website Basta News, sollten die Opfer das Lösegeld nicht zahlen.

Fazit

Intermittierende Verschlüsselung stellt ein sehr nützliches Werkzeug für Ransomware-Entwickler dar. Diese Verschlüsselungsmethode hilft dabei, einige Ransomware-Erkennungsmechanismen zu umgehen und die Dateien der Opfer schneller zu verschlüsseln. In Anbetracht der erheblichen Vorteile, für die Bedrohungsakteure, und der praktischen Umsetzung gehen Sicherheitsexperten davon aus, dass die intermittierende Verschlüsselung in Zukunft von immer mehr Ransomware-Familien eingesetzt werden wird. (Sentinelone: ra)

eingetragen: 27.10.22
Newsletterlauf: 08.02.23

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Meldungen: Hintergrund

Vermutliche Absicht: Installation von Ransomware

In einer neuen Analyse warnt Bitdefender vor einer Serie von ProxyNotShell/OWASSRF-Attacken, die sich gegen On-Premise Microsoft-Exchange-Installationen richten. Die seit Ende November 2022 vor allem in den USA beobachteten Angriffe dienten unterschiedlichen Zwecken. Server-Side Request Forgery (SSRF)-Attacken ermöglichen opportunistische Attacken über einen verwundbaren Server auf einen anderen Server und können zum Beispiel zur vollkommenen Übernahme eines Microsoft-Exchange-Servers führen.

Einnahmen für das nordkoreanische Regime

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Cyber-Attacken gegen Behörden

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Besitz von Facebook-Passwörtern

Zimperium, Sicherheitsexpertin für Echtzeitschutz auf Mobilgeräten, hat Informationen über eine neu entdeckte Android-Kampagne veröffentlicht, die bereits seit 2018 die Facebook-Anmeldedaten von kompromittierten Nutzern raubt. Das Zimperium zLabs Threat Research Team hat vor kurzem den Android-Trojaner "Schoolyard Bully" aufgespürt, der in zahlreichen Bildungsanwendungen anzutreffen ist und bisher von mehr als 300.000 betroffenen Nutzern heruntergeladen wurde.

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Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

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