Bibel-Apps stehlen Daten


38.000 mobile Apps aus den Kategorien Glücksspiel, Taschenlampen und Heilige Schrift analysiert
Von den untersuchten 23.000 Glücksspiel-Apps wiesen fast 14 Prozent ein riskantes Verhalten auf

(15.02.16) - Proofpoint-Experten haben eine große Anzahl Apps untersucht, die in den iOS- und Android-App-Stores verfügbar sind, und das Risiko quantifiziert, das diese Apps für ihre Benutzer darstellen. Eine der wichtigsten Erkenntnisse der Studie ist, dass man sich nicht von Äußerlichkeiten täuschen lassen sollte: Von Kartenspielen über Taschenlampen bis hin zur Bibel - die Apps stehlen Daten, verfolgen den Standort des Benutzers und tätigen unerlaubte Anrufe.

Die wichtigsten Ergebnisse der Untersuchung:

>> Proofpoint-Experten haben 38.000 mobile Apps aus den Kategorien Glücksspiel, Taschenlampen und Heilige Schrift analysiert und dabei festgestellt, dass deren Erscheinungsbild nicht getraut werden kann. Eine alarmierende Anzahl von Apps stehlen Daten, verfolgen den Standort des Benutzers, greifen auf Kontakte zu und tätigen sogar unerlaubte Anrufe.

>> Bibel-Apps enthielten einen vergleichsweise hohen Anteil an schadhaftem Code und waren mit 3,7 Prozent oder 26 von 5.600 Apps Spitzenreiter unter allen Kategorien. Schadhafter Code definiert sich laut Proofpoint als Code, der versucht, das mobile Betriebssystem auszunutzen, um auf Daten und Dienste zuzugreifen, für die er keine Berechtigung hat.

>> Von den untersuchten 23.000 Glücksspiel-Apps wiesen fast 14 Prozent ein riskantes Verhalten auf, wie etwa die alarmierend umfangreiche Kommunikation mit externen Servern. Insgesamt gingen Benutzerdaten an mehr als 1.800 Server in 41 Ländern.

>> Bei der Proofpoint-Untersuchung wurde festgestellt, dass eine der beliebtesten Bibel-Apps Daten an 16 Server in drei verschiedenen Ländern sendet. Sie liest die SMS-Nachrichten der Benutzer, das Adressbuch sowie Geräte- und Telefondaten, versucht, mit anderen Apps zu interagieren, wenn das Gerät gerootet wird, und kann sogar Telefonanrufe vornehmen.

>> Ähnliche Analysen wurden in Koran-Apps durchgeführt, wobei festgestellt werden konnte, dass eine der zehn meistgeladenen Apps ganz klar Riskware ist. Sie installiert sich selbst als Boot-App und kommuniziert mit 31 verschiedenen Servern, liest SMS-Nachrichten, sendet Nachrichten vom Benutzer und kann seinen GPS-Standort erfassen.

>> Sogar etwas so scheinbar Gewöhnliches wie eine Taschenlampen-App kann Schadcode hosten und Benutzerdaten an die Besitzer der App senden. Von den 5.600 untersuchten Anwendungen empfingen mehr als 678 Server in 28 Ländern aktiv Daten von diesen Apps.

>> Die Existenz - und überraschend weite Verbreitung - von Riskware in scheinbar legitimen Apps ist ein schriller Weckruf dafür, dass Organisationen eine Sicherheitsstrategie für mobile Apps benötigen. Unternehmen sollten Richtlinien definieren und Lösungen einsetzen, mit denen sie diese Apps identifizieren und kontrollieren können, bevor sie zur Gefahr für die Sicherheit werden.

Apps für religiöse Schriften sind die schlimmsten
"Bei schadhaften Apps scheint nichts heilig zu sein. Die erschreckend weite Verbreitung von Riskware in Apps für religiöse Schriften ist ein weiterer Beweis dafür, dass Mobilbenutzer - und ihre Arbeitgeber - ein sehr viel höheres Sicherheitsbewusstsein an den Tag legen müssen. Die Untersuchungsergebnisse sind auch eine ernste Mahnung dafür, wie wichtig eine Sicherheitsstrategie für mobile Apps für Unternehmen ist. Um Mitarbeiter und Benutzer vor skrupellosen Spammern und Hackern - und vor Riskware und schadhaften Apps im Allgemeinen - zu schützen, sollten Unternehmen Richtlinien definieren und Lösungen einsetzen, mit denen sie diese Apps identifizieren und kontrollieren können, bevor sie zur Gefahr für die Sicherheit werden." Kevin Epstein, VP der Abteilung Threat Operations bei Proofpoint. (Proofpoint: ra)

Proofpoint: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Hintergrund

Malware basiert auf XFS

Eine neue Malware namens "EU ATM Malware" zielt auf Geldautomaten in Europa ab und wird im Darknet verkauft. Sie soll eine Effektivität von 99 Prozent in Europa (60 Prozent in anderen Ländern) haben. Die Hintermänner bieten sie über verschiedene Bezahlmethoden an, darunter Abonnements und eine Demo-Version.

Ausweitung der Systemprivilegien möglich

Die Kaspersky-Forscher Boris Larin und Mert Degirmenci haben eine neue Zero-Day-Schwachstelle in Windows mit der Bezeichnung CVE-2024-30051 [1 + 2] gefunden. Diese Entdeckung wurde im Zuge der Untersuchung der ,Windows DWM Core Library Elevation of Privilege‘-Schwachstelle (CVE-2023-36033 [3]) Anfang April 2024 gemacht.

Neuartige Stealer haben Unternehmensdaten im Visier

Immer mehr Malware stiehlt Daten und Informationen von Unternehmen. Jüngst haben die Experten von Kaspersky drei neue Stealer entdeckt: >> Acrid kann Browser- sowie Kryptowährungs-Wallets-Daten stehlen und Dateien exfiltrieren.

Neuer APT zielt auf Regierungen und Militär ab

Die Experten der Bitdefender Labs veröffentlichten detaillierte Untersuchungen eines neuen APT (Advanced Persistent Threat) mit dem Namen Unfading Sea Haze. Die Analyse legt nahe, dass die Gruppe hinter Unfading Sea Haze mit chinesischen Interessen verbunden ist und es auf Regierungen, Militär und andere im Südchinesischen Meer tätige Organisationen abgesehen hat.

Besuchen Sie SaaS-Magazin.de

SaaS, On demand, ASP, Cloud Computing, Outsourcing >>>

Kostenloser Newsletter

Werktäglich informiert mit IT SecCity.de, Compliance-Magazin.de und SaaS-Magazin.de. Mit einem Newsletter Zugriff auf drei Online-Magazine. Bestellen Sie hier

Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

Diese Webseite verwendet Cookies - Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Mit dem Klick auf „Erlauben“erklären Sie sich damit einverstanden. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.