Python Wheel-Jacking bei Angriffen auf Lieferketten

Wie sich "Dependency Confusion" bei der Paketverwaltung missbrauchen lässt

Bösartigen Code auf Produktions- und Entwicklungssystemen ausführen



Von Shachar Menashe, VP Security, und Tamir Bahar, Binary Analysis Team Leader, Vdoo

Vor kurzem veröffentlichte Sicherheitsforscher Alex Birsan einen neuen Lieferketten-Angriff. Darin beschreibt er, wie sich "Dependency Confusion" (auch "Namesquatting" genannt) bei der Paketverwaltung missbrauchen lässt, um bösartigen Code auf Produktions- und Entwicklungssystemen auszuführen. Kurz gesagt, die meisten Paketverwaltungen wie pip (Python) und npm (Software) unterscheiden nicht zwischen internen Paketen (die auf internen-Unternehmensservern gehostet werden) und externen Paketen (die auf öffentlichen Servern gehostet werden). Dementsprechend reicht ein einfacher Befehl wie pip "install my-package", um sich ein Paket entweder von einem internen oder öffentlichen Server zu schnappen.

Wesentlich ist, dass sich dieses Problem von der bekannten Typosquatting-Attacke unterscheidet. Schließlich verlässt sich Alex Birsan bei seinem Angriff nicht darauf, dass das potenzielle Opfer einen Tippfehler macht (z.B. pip install my-package).

Alex Birsan hat sich bei seinem Research auf die folgenden Fakten konzentriert:

Jeder kann problemlos bösartigen Code auf diese öffentlichen Server hochladen. Der Packet Manager bevorzugt es möglicherweise, ein bestimmtes Paket vom öffentlichen, statt vom internen Server abzugreifen – falls ein solches verfügbar ist. Das passiert beispielsweise, wenn es sich um eine neuere Paketversion auf dem öffentlichen Server handelt.

Das hat zur Folge, dass ein Angreifer einen existierenden pip-Befehl missbrauchen kann, um böswilligen und beliebigen Code auszuführen. Dazu muss er einfach ein Paket mit einem widersprüchlichen Namen in ein öffentliches Paket-Repository hochladen.

Bei der Veröffentlichung der "bösartigen" Pakete im Python Package Index (PyPI), entschied sich Alex Birsan sie als Quellpakete zu veröffentlichen. Die erlauben es nämlich, Code sofort nach der Installation ohne Eingriff eines Benutzers auszuführen:

Hier ist das Paket offensichtlich gegen Netflix gerichtet. Es verwendet das interne Präfix "nflx" und eine sehr hohe Versionsnummer (6969.99.99), um jede echte (interne) Versionsnummer zu ersetzen.

Die Analyse beschäftigt sich im technischen Detail mit den folgenden Themen:

Dem Unterschied zwischen einer Quelldistribution und einer Built Distribution (in Bezug auf das Ausführen von bösartigem Code zu einem möglichst frühen Zeitpunkt)

Eine neue Methode, die demonstriert, wie man Python Wheels missbrauchen kann, um bösartigen Code auszuführen. Und das auch dann, wenn das installierte Paket nicht direkt aufgerufen wird.

Einer einfachen Lösung, die den Namesquatting-Angriff auf PyPI verhindert.

Empfehlungen wie man das Risikoprofil von ähnlichen Angriffen reduziert und Pakete auf bösartigen Code hin scannt.

(Vdoo: ra)

eingetragen: 21.02.21
Newsletterlauf: 29.03.21

Vdoo: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Hintergrund

Tarnung als KI-Tool

Kaspersky-Experten haben eine neue Malware-Kampagne entdeckt, die die Beliebtheit von KI-Tools ausnutzt: Gipy tarnt sich als KI-Stimmengenerator und wird über Phishing-Webseiten verbreitet. Die Malware ist in der Lage, Passwörter und Daten sowie Kryptowährungen zu stehlen und weitere Malware herunterzuladen.

Toncoins (TON) von Telegram-Nutzern

Kaspersky-Experten haben ein ausgeklügeltes Betrugssystem aufgedeckt, das Toncoins (TON) von Telegram-Nutzern betrifft. Dabei werden seit November 2023 angebliche "Booster" für Kryptowährung mit Freundesempfehlungen kombiniert, um weltweit Toncoins von Telegram-Nutzern zu stehlen.

Identitätsfälschung auf Social-Media-Plattformen

Betrugsversuche in der Form von Spam-Mails begegnen vielen Menschen alltäglich, doch auch die sozialen Medien werden vermehrt von Cyberkriminellen heimgesucht. Eine besonders tückische Gefahr geht von einem Trend aus, der in letzter Zeit vermehrt beobachtet werden kann: gezielt erstellte Fake-Profile von Firmen-Führungskräften auf Facebook, Instagram und LinkedIn.

Ausnutzung der "In der App öffnen"-Funktion

Die Sicherheitsforscher der Varonis Threat Labs haben zwei Techniken in SharePoint entdeckt, die es Usern ermöglichen, Audit-Protokolle zu umgehen und Download-Ereignisse zu verschleiern. Auf diese Weise können sensitive Daten exfiltriert werden, da Tools wie Cloud Access Security Brokers (CASB), Data Loss Prevention (DLP) und SIEMs die Downloads als weniger verdächtige Zugriffs- und Synchronisierungsereignisse einstufen.

Besuchen Sie SaaS-Magazin.de

SaaS, On demand, ASP, Cloud Computing, Outsourcing >>>

Kostenloser Newsletter

Werktäglich informiert mit IT SecCity.de, Compliance-Magazin.de und SaaS-Magazin.de. Mit einem Newsletter Zugriff auf drei Online-Magazine. Bestellen Sie hier

Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

Diese Webseite verwendet Cookies - Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Mit dem Klick auf „Erlauben“erklären Sie sich damit einverstanden. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.