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Embedded Software Engineering Kongress 2022 - Sindelfingen | 05.–09.12.2022
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Ransomware noch in der Entwicklung

Threat Trends Report: 2021 startete mit MacOS-Ransomware, Malware-Shopping und Wasserlöchern

EvilQuest ist die dritte Ransomware-Variante für macOS-Geräte, die in freier Wildbahn gefunden wurde



Der neue Threat Trends Report des Varonis Forensik-Teams zeigt die aktuellen Bedrohungen für Unternehmen und Organisationen weltweit. Die Ergebnisse und Beobachtungen basieren dabei auf durchgeführten Vorfallsreaktionen, forensischen Untersuchungen und Reverse Engineering von Malware-Proben und zeigen eine große Bandbreite an Techniken und Zielen auf: So verdreifachten sich im Vergleich zum Ende des Jahres 2020 Cloud-Angriffe von 9 auf gegenwärtig 29 Prozent.

EvilQuest: MacOS-Ransomware in der Entwicklung

EvilQuest (auch bekannt als ThiefQuest und Mac.Ransom.K) ist die dritte Ransomware-Variante für macOS-Geräte, die in freier Wildbahn gefunden wurde. Im Gegensatz zu den meisten Ransomware-Varianten verwendet sie eine symmetrische Verschlüsselung, bei der der gleiche Schlüssel sowohl für das Ver- als auch das Entschlüsseln verwendet wird. Die Ransomware enthält auch eine Funktion zur Datenexfiltration, bei der drei externe Python-Skripte verwendet werden, die HTTP-Post-Anfragen senden können. Sie sucht zudem nach SSH-Schlüsseln und vorhandenen Zertifikaten.

Das Varonis-Forensik-Team fand deutliche Hinweise, dass sich die Ransomware noch in der Entwicklung befindet und noch nicht in ihrer endgültigen Form vorliegt. So ist beispielsweise die Entschlüsselungsfunktionalität noch nicht vollständig implementiert. Entsprechend dürfte die Gefahr für MacOS-Nutzer in Zukunft weiter steigen.

Agent Tesla: Shopping-Erlebnis Malware-as-a-Service

Die Spyware Agent Tesla wurde bereits 2014 erstmals beobachtet und wird als Malware-as-a-Service vertrieben: Cyberkriminelle können bequem auf der "offiziellen" Website eine Abonnementlizenz für die Schadsoftware erwerben. Die Seite ist überaus nutzerfreundlich gestaltet und erinnert bewusst an legitime Seiten. Bislang wurde Agent Tesla meist über Phishing-E-Mails verbreitet, um Daten von den kompromittierten Geräten zu stehlen. Neuere Versionen der Malware zielen auf gespeicherte Anmeldedaten ab und konzentrieren sich auf Passwörter für VPN- und E-Mail-Dienste. Hintergrund hierfür dürfte die weite Verbreitung von Homeoffice-Arbeitsplätzen in der jüngsten Zeit sein.

Die neue Version missbraucht auch scheinbar legitime und vertrauenswürdige Dienste wie Telegram als Plattformen zur Datenexfiltrierung, um traditionelle netzwerkbasierte Erkennungen zu umgehen.

Drovorub: Fancy Bear zielt jetzt auch auf Linux

Im August 2020 warnten FBI und NSA erstmals vor der Linux-Malware Drovorub, die offensichtlich von der staatlich unterstützten Hacker-Gruppe Fancy Bear (oft auch als APT28 oder Sofacy bezeichnet) entwickelt wurde. Die Varonis-Forensiker konnten sie nun in der freien Wildbahn nachweisen. Das hochentwickelte Post-Exploitation-Tool kombiniert drei verschiedene Dienstprogramme: ein Rootkit für den Betriebssystemkern, eine Portweiterleitungs- und Dateiübertragungskomponente sowie ein C2-Kommunikationsdienstprogramm. Die Software ist darauf ausgelegt, eigene Prozesse, Dateien und Netzwerk-Aktivitäten vor allen anderen Prozessen auf dem System geschickt zu verstecken und kann entsprechend nur sehr schwer erkannt werden.

StrongPity: Gezielte Angriffe am Wasserloch

Nachdem die 2012 erstmals gesichtete Malware StrongPity zuletzt im November 2020 entdeckt wurde, tauchte sie Anfang des Jahres erneut auf. Hinter ihr steckt die türkische Promethium-Gruppe, die gezielt Finanz- und Industrieunternehmen sowie Bildungseinrichtungen in Europa angreift. Die Schadsoftware wird über den sogenannten Wasserloch-Ansatz verbreitet. Hier werden Webseiten, die von Mitarbeitern der ins Visier genommenen Unternehmen häufig aufgesucht werden ("Wasserlöcher"), gezielt mit Malware infiziert.

Wurde die Malware auf diesem Weg installiert, sucht sie gezielt nach bestimmten, vorher festgelegten Daten (etwa basierend auf Datei-Endungen). Die gefundenen Dateien werden dann in eine ZIP-Datei komprimiert, die dann verschlüsselt, in mehrere Teile aufgeteilt und als versteckt markiert wird. Diese aufgeteilten Dateien werden dann über Web-POST-Anfragen an den C2-Server des Angreifers gesendet. Auf diese Weise wird eine Erkennung oft umgangen, da POST-Anfragen mit kleinen Nutzlasten in den meisten Unternehmen als normale Aktivitäten gelten. Zuletzt werden die gesendeten Pakete von der Festplatte des Opfers gelöscht.

Die häufigsten Angriffsvektoren im Januar 2021

Mit 29 Prozent der untersuchten Vorfälle stellen Insider-Bedrohungen gemeinsam mit Cloud-Angriffen die größte Herausforderung für Malware-as-a-Service teilen sich mit jeweils 14 Prozent den dritten Platz. (Varonis: ra)

eingetragen: 02.03.21
Newsletterlauf: 21.05.21

Varonis: Kontakt und Steckbrief

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Meldungen: Hintergrund

Nutzung von offenen VPN-Servern

Check Point Research, die Forschungsabteilung von Check Point Software Technologies, beobachtete unterschiedliche Gruppierungen, die über verschiedene Kanäle den Protestierenden und Regierungskritikern im Iran helfen, virtuelle Begrenzungen und Restriktionen zu umgehen. Zu den wichtigsten Aktivitäten gehören dabei das Durchsickern und der Verkauf von Daten, darunter Telefonnummern und E-Mails von Beamten, sowie Karten von sensiblen Orten.

Infektionskette beginnt mit einer Spear-Phishing-E-Mail

Agent Tesla, ein seit 2014 auf .NET-basierter Keylogger und Fernzugriffstrojaner (RAT), wird aktuell über einen im Dark Web verkauften Builder namens "Quantum Builder" verbreitet. Die Sicherheitsforscher des Zscaler-ThreatlabZ-Teams haben die aktuelle Kampagne untersucht und eine Weiterentwicklung festgestellt.

Automatisierte Prozesse machen NODs so gefährlich

Ransomware, Malware, Phishing: Manche Weblinks führen zu bösartigen Zielen, auf denen Nutzer Opfer zahlreicher Bedrohungen werden können. Um solche Gefahren zu vermeiden ist es essenziell, neu beobachtete Domains (Newly Observed Domains, NODs) zu überprüfen.

Nachahmung von Arbeitskorrespondenz ist ein gängiger Trick

Nach einer Pause kehrt eine schädliche E-Mail-Kampagne zurück, die sich mit der gefährlichen Qbot-Malware gegen Unternehmen richtet. Kaspersky Lab hat eine neue Aktivitätswelle mit mehr als 1.500 betroffenen Nutzern seit dem 28. September 2022 identifiziert.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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