Schadprogramme, die darauf abzielen, Daten und Geld zu stehlen

Neue Banking-Malware, Stealer und Ransomware entdeckt

Aktueller Crimeware-Report von Kaspersky zeigt drei neue Bedrohungen, die finanziell motiviert sind



Kaspersky hat drei neue finanziell-motivierte Bedrohungen identifiziert, die Daten und Geld stehlen. Es handelt sich um den Multi-Purpose-Stealer Lumar, die Ransomware Rhysida und den GoPIX-Stealer, spezialisiert auf das Instant-Payment-System der brasilianischen Zentralbank. Der aktuelle Crimeware Report von Kaspersky untersucht drei neue Schadprogramme, die darauf abzielen, Daten und Geld zu stehlen.

Lumar ermöglicht Aufzeichnen von Telegram-Sessions

Bei Lumar handelt es sich um einen Multi-Purpose-Stealer, der erstmals im Juli 2023 verbreitet wurde und zunehmend zum Einsatz kommt. Der Stealer kann Telegram-Sessions aufzeichnen, Passwörter, Cookies und AutoFill-Daten sowie Daten aus verschiedenen Krypto-Wallets stehlen und Desktop-Dateien der Nutzer abrufen. Sobald er ausgeführt wird, sammelt Lumar Systeminformationen und Nutzerdatzen und sendet sie an einen C2-Server (Command-and-Control). Der vom Malware-Entwickler als Malware as a Service (MaaS) gehostete Command-and-Control-Server bietet nutzerfreundliche Funktionen wie Statistiken und Datenprotokolle. Mit der neuesten zum Download angebotenen Version, können Nutzer Telegram-Benachrichtigungen über eingehende Daten erhalten.

Rhysidas Talent zur Spurenverwischung

Weiterhin fanden die Experten von Kaspersky eine neue Ransomware: Rhysida wurde von Kasperskys Telemetrie entdeckt und fungiert als RaaS (Ransomware-as-a-Service). Sie ist in der Lage, sich selbst zu löschen, und ist mit älteren Windows-Versionen als Windows 10 kompatibel. Rhysida wurde in C++ geschrieben und mit MinGW sowie Shared Libraries kompiliert, das Design ist äußerst ausgeklügelt. Die anfangs von Rhysida bewältigten Startschwierigkeiten bei der Konfiguration seines Onion-Servers demonstrieren die schnelle Anpassungsfähigkeit der Ransomware-Gruppe.

GoPix zielt auf Brasiliens Bezahlsystem PIX ab

Außerdem entdeckten die Kaspersky-Experten mit GoPIX eine seit Dezember 2022 laufende schädliche Kampagne, die Brasiliens weitverbreitetes Bezahlsystem PIX im Visier hat. Suchen Nutzer nach "WhatsApp web", werden sie über irreführende Anzeigen umgeleitet. GoPIX nutzt das Anti-Fraud-Tool von IP Quality Score, um echte Nutzer von Bots zu unterscheiden, so dass zwei Download-Optionen angeboten werden, die auf dem Status von Port 27275 basieren, der mit der Avast Safe Banking Software verknüpft ist. Die Malware, die darauf ausgelegt ist, Transaktionsdaten zu stehlen und zu manipulieren, kann unterschiedliche Vorgänge ausführen und reagiert auf Befehle von einem Command-and-Control-Server. (Kaspersky Labs: ra)

eingetragen: 23.11.23
Newsletterlauf: 20.02.24

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Meldungen: Hintergrund

KI ein zunehmendes Risiko für die Cyber-Resilienz

2024 wird Cyberresilienz als Basis für die Kontinuität von Geschäftsprozessen zunehmend im Fokus stehen und die IT-Organisation und Führungsebene umgestalten. Denn um diese strategische Aufgabe zu stemmen, werden sich die Chief Information Security Officer (CISO) intensiver an Datensicherheit und Datensicherung beteiligen. Gleichzeitig wird das C-Level die Verantwortlichen für IT-Datensicherheit und IT-Betrieb stärker in seine Hierarchie einbeziehen.

Kinder, Eltern und Cyberbedrohungen

Kinder verbringen zunehmend Zeit online; die Experten von Kaspersky gehen dabei von neuen Herausforderungen und Cybergefahren aus, mit denen sie in diesem Jahr konfrontiert sein werden. Dazu gehören unter anderem der fehlende Datenschutz sowie nicht jugendfreie Inhalte in KI-Tools und Phishing-Angriffe auf Bankkonten. Aber auch die Beliebtheit von Gaming und Smart-Home-Geräten werden Cyberkriminelle für ihre Zwecke ausnutzen. Kinder und Jugendliche kommen immer früher mit neuen Technologien in Kontakt und surfen im Internet. Zum Schutz sollten Eltern über aktuelle Cyberbedrohungen informiert sein, die Onlineaktivitäten ihres Nachwuchses überwachen, ihnen klare Grenzen setzen und einen offenen Austausch mit ihnen pflegen. Folgende Angriffspunkte sehen die Kaspersky-Experten in diesem Jahr.

Cookie-Banner werden vorerst nicht verschwinden

Googles Entscheidung, Cookies von Drittanbietern zu blockieren, resultiert aus dem regulatorischen Druck, ein Gleichgewicht zwischen Datenschutz und den Möglichkeiten der Datenanalyse herzustellen. Google ist nicht der erste Anbieter, der solche Cookies blockiert und es ist positiv, dass der Konzern endlich den Schritten von Firefox und Safari folgt.

Quantencomputer einfach erklärt

Informationen absolut abhörsicher übertragen, maßgeschneiderte Medikamente in der Apotheke kaufen, die optimale Route für Lieferungen planen. Um Zukunftsvisionen wie diese in greifbarer Nähe zu rücken, steckt der Bund derzeit Milliarden in die Forschung zu Quantentechnologien. Dr. Benjamin Brecht, Geschäftsführer des Paderborner Instituts für Photonische Quantensysteme (PhoQS), erklärt, warum der Einsatz von Lichtteilchen eine Revolution in unterschiedlichsten Branchen verspricht.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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