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Embedded Software Engineering Kongress 2022 - Sindelfingen | 05.–09.12.2022
Der ESE Kongress ist Deutschlands Leitkongress der Embedded-Softwarebranche


Staatlich unterstützte Ransomware

Cybereason identifiziert neue Malware-Varianten in globalen iranischen Spionagekampagnen

Neu entdeckte StrifeWater RAT und PowerLess Backdoor verdeutlichen den jüngsten Aufschwung iranischer Cyber-Offensiven



Das XDR-Unternehmen Cybereason hat mehrere, bislang nicht identifizierte Malware-Varianten entdeckt. Diese sind Bestandteil zweier separater, vom Iran unterstützter Cyberspionage-Operationen, die auf ein breites Spektrum von Organisationen in verschiedensten Regionen der Welt abzielen. Eine der Operationen setzt nach der Datenexfiltration Ransomware gegen Ziele ein, um Systeme zu schädigen und forensische Untersuchungen zu erschweren, während die andere eine Verbindung zu der kürzlich dokumentierten Ransomware Memento aufweist. Die aktuelle Recherche folgt einer Bekanntmachung der Cyber National Mission Force (CNMF) des US-Cyberkommandos, der zufolge mehrere Open-Source-Tools von iranischen Angreifern missbraucht werden. Die Cybereason-Forscher haben bei beiden untersuchten iranischen Kampagnen einen ähnlichen Missbrauch von Open-Source-Tools beobachtet.

Der StrifeWater RAT Bericht

Cybereason-Wissenschaftler konnten einen bisher nicht dokumentierten Remote-Access-Trojaner (RAT) mit dem Namen StrifeWater identifizieren. Das Unternehmen schreibt diesen dem iranischen Bedrohungsakteur Moses Staff zu. Dieser APT hat es auf Organisationen in den USA, Israel, Indien, Deutschland, Italien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Chile und der Türkei abgesehen, um die geostrategischen Ziele des iranischen Regimes zu fördern. Nachdem die Angreifer in ein Unternehmen eingedrungen sind und sensible Daten exfiltriert haben, setzen sie Ransomware ein, um den Betrieb zu unterbrechen und die forensische Untersuchung zu erschweren.

Zentrale Erkenntnisse:

Neuartiger Remote Access Trojaner (RAT): Der bisher nicht dokumentierte StrifeWater RAT wird in der Anfangsphase des Befalls verwendet und später durch andere Tools ersetzt - eine Taktik, die wahrscheinlich dazu dient, dass die Malware bisher unentdeckt blieb.

Vielfältige Fähigkeiten: Der StrifeWater RAT umfasst folgende Funktionen: Auflisten von Systemdateien, Ausführen von Systembefehlen, Erstellen von Bildschirmaufnahmen, Persistierung und Herunterladen von Updates und Zusatzmodulen.

Staatlich unterstützte Ransomware: Moses Staff setzt Ransomware nach der Infiltration ein - nicht um finanziellen Gewinn zu erzielen, sondern um den Betrieb zu stören, Spionageaktivitäten zu verschleiern und Systeme zu beschädigen - mit dem Ziel, die geostrategischen Ziele des Irans zu fördern.

Der PowerLess Backdoor Bericht

Cybereason-Wissenschaftler konnten eine neue Reihe von Tools entdecken, die von der Phosphorus-Gruppe (auch bekannt als Charming Kitten oder APT35) entwickelt wurden. Darunter befindet sich eine neuartige PowerShell-basierte Backdoor mit dem Namen PowerLess. Cybereason beobachtete auch eine IP-Adresse, die bei den Angriffen verwendet wurde und die zuvor als Teil der Command and Control (C2) Infrastruktur für die kürzlich dokumentierte Memento-Ransomware identifiziert wurde. Phosphorus ist dafür bekannt, dass es Angriffe auf medizinische und akademische Forschungseinrichtungen, Menschenrechtsaktivisten und die Medienbranche verübt, bekannte Microsoft Exchange Server-Schwachstellen ausnutzt und versuchte, die US-Wahlen zu beeinflussen.

Zentrale Erkenntnisse:

Neuartige PowerShell Backdoor: Die bisher nicht dokumentierte Backdoor PowerLess enthält zusätzliche Payloads, darunter einen Keylogger und einen Info-Stealer.

Schwer aufspürbare PowerShell Ausführung: Der PowerShell-Code wird im Kontext einer .NET-Anwendung ausgeführt, so dass er nicht die "powershell.exe" startet. Dies erlaubt es ihm, Sicherheitslösungen zu umgehen.

Modulare Malware: Das analysierte Toolset enthält extrem modulare, mehrstufige Malware, die in mehreren Schritten zusätzliche Payloads entschlüsselt und bereitstellt, um sich zu tarnen und effektiver zu sein.

Mit Memento Ransomware gemeinsam genutzte IOCs: Eine der IP-Adressen dient einer Domain, die als Command and Control (C2) für die kürzlich entdeckte Memento Ransomware verwendet wird.

Nutzung öffentlich verfügbarer Exploits: Die Phosphorus-Gruppe wurde bei der Ausnutzung von Schwachstellen in Microsoft Exchange (ProxyShell) und Log4j (Log4Shell) beobachtet.

"Diese Kampagnen verdeutlichen die unscharfe Grenze zwischen nationalstaatlichen Bedrohungsakteuren und anderen Cyberkriminellen. Dabei setzen Ransomware-Banden immer häufiger APT-ähnliche Taktiken ein, um ein Netzwerk so weit wie möglich zu infiltrieren, ohne entdeckt zu werden. Im Gegenzug nutzen APTs Cybercrime-Tools wie Ransomware, um abzulenken, zu zerstören und schließlich ihre Spuren zu verwischen", so Lior Div, Mitbegründer und CEO von Cybereason. "Für Verteidiger besteht kein signifikanter Unterschied mehr zwischen nationalstaatlichen Angreifern und ausgeklügelten kriminellen Cyber-Operationen, weshalb es für uns entscheidend ist, unsere Aufklärungs- und Präventionsfähigkeiten kollektiv zu verbessern, wenn wir mit diesen Entwicklungen der Bedrohungslandschaft Schritt halten wollen." (Cybereason: ra)

eingetragen: 15.02.22
Newsletterlauf: 18.03.22

Cybereason: Kontakt und Steckbrief

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Meldungen: Hintergrund

Nutzung von offenen VPN-Servern

Check Point Research, die Forschungsabteilung von Check Point Software Technologies, beobachtete unterschiedliche Gruppierungen, die über verschiedene Kanäle den Protestierenden und Regierungskritikern im Iran helfen, virtuelle Begrenzungen und Restriktionen zu umgehen. Zu den wichtigsten Aktivitäten gehören dabei das Durchsickern und der Verkauf von Daten, darunter Telefonnummern und E-Mails von Beamten, sowie Karten von sensiblen Orten.

Infektionskette beginnt mit einer Spear-Phishing-E-Mail

Agent Tesla, ein seit 2014 auf .NET-basierter Keylogger und Fernzugriffstrojaner (RAT), wird aktuell über einen im Dark Web verkauften Builder namens "Quantum Builder" verbreitet. Die Sicherheitsforscher des Zscaler-ThreatlabZ-Teams haben die aktuelle Kampagne untersucht und eine Weiterentwicklung festgestellt.

Automatisierte Prozesse machen NODs so gefährlich

Ransomware, Malware, Phishing: Manche Weblinks führen zu bösartigen Zielen, auf denen Nutzer Opfer zahlreicher Bedrohungen werden können. Um solche Gefahren zu vermeiden ist es essenziell, neu beobachtete Domains (Newly Observed Domains, NODs) zu überprüfen.

Nachahmung von Arbeitskorrespondenz ist ein gängiger Trick

Nach einer Pause kehrt eine schädliche E-Mail-Kampagne zurück, die sich mit der gefährlichen Qbot-Malware gegen Unternehmen richtet. Kaspersky Lab hat eine neue Aktivitätswelle mit mehr als 1.500 betroffenen Nutzern seit dem 28. September 2022 identifiziert.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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