Test-Nachrichten verraten IP-Adresse des Angreifers

Cybereason deckt globale chinesische Cyberspionagekampagne auf: Unternehmen aus Nordamerika, Europa und Asien im Visier

"Operation CuckooBees" enthüllt die schwer fassbare Winnti-Gruppe (APT 41), die seit 2019 unentdeckt gegen Unternehmen aus den Bereichen Verteidigung, Energie, Luft- und Raumfahrt, Biotech und Pharma operiert



Cybereason veröffentlicht neue Forschungsergebnisse zur "Operation CuckooBees". Die zwölfmonatige Untersuchung der globalen Cyberspionage-Kampagne zeigt, dass es die Winnti Group (APT 41) auf Industrieunternehmen in Nordamerika, Europa und Asien abgesehen hat. Zielgruppe sind dabei Unternehmen aus den Bereichen Verteidigung, Energie, Luft- und Raumfahrt, Biotechnologie und Pharma.

Cybereason fand im Rahmen ihrer Untersuchung heraus, dass Winnti die Operation CuckooBees seit mindestens 2019 unbemerkt durchführte und dabei wahrscheinlich Tausende von Gigabyte an geistigem Eigentum und sensiblen geschützten Daten von dutzenden von Unternehmen erbeutete. Cybereason veröffentlicht dazu zwei Berichte, wobei der erste die Taktiken und Techniken der gesamten Offensive untersucht, während der zweite eine detaillierte Analyse der verwendeten Malware und Exploits liefert.

"Die Ergebnisse der "Operation Cuckoo Bees" sind der Höhepunkt einer zwölfmonatigen Untersuchung, die die komplizierten und umfangreichen Maßnahmen der von China staatlich unterstützten Winnti-Gruppe (APT 41) aufzeigt. Die Gruppe zielt darauf ab, geschützte Informationen von Dutzenden globalen Unternehmen aus den Bereichen Verteidigung, Energie, Biotech, Luft- und Raumfahrt und Pharmazie zu stehlen. Besonders alarmierend ist die Tatsache, dass die betroffenen Unternehmen nicht wussten, dass sie angegriffen wurden – was in einigen Fällen bis mindestens 2019 zurückreicht. Dadurch hatte Winnti freien und ungefilterten Zugang zu geistigem Eigentum, Bauplänen, sensiblen Diagrammen und anderen geschützten Daten", erklärt Lior Div, CEO und Mitbegründer von Cybereason.

Operation CuckooBees – die wichtigsten Ergebnisse:

>> Zuordnung zur Winnti APT-Gruppe: Basierend auf der Analyse der forensischen Artefakte geht Cybereason mit mittlerer bis hoher Sicherheit davon aus, dass die Täter des Angriffs mit der berüchtigten Winnti Gruppe in Verbindung stehen. Diese Gruppe existiert seit mindestens 2010. Es wird vermutet, dass sie im Auftrag Chinas operiert und sich auf Cyberspionage und den Diebstahl geistigen Eigentums spezialisiert hat.

>> Jahrelange Cyberspionage-Einsätze: Das IR-Team von Cybereason untersuchte eine ausgeklügelte und schwer erkennbare Cyberspionage-Kampagne, die seit mindestens 2019 unentdeckt geblieben ist. Ihr Ziel war es, sensible geschützte Informationen von Technologie- und Produktionsfirmen hauptsächlich in Ostasien, Westeuropa und Nordamerika zu stehlen.

>> Neu entdeckte Malware und mehrstufige Infektionskette: Die Untersuchung zeigt sowohl bekannte als auch bisher nicht dokumentierte Winnti-Malware auf, die digital signierte Rootkits auf Kernel-Ebene sowie eine ausgeklügelte mehrstufige Infektionskette umfasst. Dadurch konnte der Angriff seit mindestens 2019 unentdeckt bleiben.

>> Das Winnti Playbook: Cybereason bietet einen einzigartigen Einblick in das Playbook, das Winnti zum Eindringen benutzt. Es werden die am häufigsten verwendeten Taktiken sowie einige weniger bekannte Umgehungstechniken beschrieben, die während der Untersuchung beobachtet wurden.

>> Entdeckung einer neuen Malware im Winnti-Arsenal: Die Berichte enthüllen einen bisher nicht dokumentierten Malware-Stamm namens DEPLOYLOG, der von der Winnti-APT-Gruppe verwendet wird. Außerdem stellen sie neue Versionen bekannter Winnti-Malware vor, darunter Spyder Loader, PRIVATELOG und WINNKIT.

>> Selten gesehener Missbrauch der Windows CLFS-Funktion: Die Angreifer nutzten den Windows CLFS-Mechanismus und NTFS-Transaktionsmanipulationen, um ihre Payloads zu verbergen und die Erkennung durch herkömmliche Sicherheitsprodukte zu umgehen.

>> Komplizierte und voneinander abhängige Übermittlung von Payloads: Die Berichte enthalten eine Analyse der komplexen Infektionskette, die zur Verbreitung des aus mehreren voneinander abhängigen Komponenten bestehenden WINNKIT-Rootkits führt. Die Angreifer verfolgten einen heiklen "Kartenhaus"-Ansatz, bei dem die ordnungsgemäße Ausführung jeder Komponente von den anderen abhängt. Das macht es sehr schwierig, jede Komponente einzeln zu analysieren.

"Die Sicherheitsschwachstellen, die bei Angriffen wie der Operation Cuckoo Bees am häufigsten auftreten, sind ungepatchte Systeme, unzureichende Netzwerksegmentierung, nicht verwaltete Anlagen, vergessene Konten und der fehlende Einsatz von Produkten zur Multi-Faktor-Authentifizierung. Auch wenn diese Schwachstellen trivial und leicht zu beheben klingen, ist der Sicherheitsalltag komplex und es ist nicht immer einfach, Abhilfe im großen Stil zu schaffen. Verteidiger sollten sich an MITRE und/oder ähnlichen Frameworks orientieren, um sicherzustellen, dass sie über die richtigen Fähigkeiten zur Erkennung und Behebung von Schwachstellen verfügen, um ihre wichtigsten Ressourcen zu schützen", fügt Div hinzu. (Cybereason: ra)

eingetragen: 17.06.22
Newsletterlauf: 22.07.22

Cybereason: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Hintergrund

Ziele über LinkedIn ausgekundschaftet

Sicherheitsforscher von WithSecure (ehemals F-Secure Business) haben eine Angriffskampagne mit dem Namen "Ducktail" entdeckt, die auf Einzelpersonen sowie Unternehmen mit einem Business- bzw. Ads-Account auf Facebook abzielt. Die Kampagne besteht aus einer Malware-Komponente, die den Diebstahl von Informationen und das Hijacking von Facebook Business ermöglicht.

Aktuelle Threat-Intelligence-Ergebnisse

Sophos X-Ops enthüllt in dem neuen Bericht "BlackCat Ransomware Attacks Not Merely a Byproduct of Bad Luck", dass die Ransomware-Bande ihr Arsenal an Angriffswerkzeugen um das Pentesting-Tool Brute Ratel erweitert hat. Der Artikel beschreibt eine Reihe von Ransomware-Angriffen, bei denen BlackCat ungepatchte oder veraltete Firewalls und VPN-Dienste nutzte, um weltweit in anfällige Netzwerke und Systeme in verschiedenen Branchen einzudringen.

Neue Malvertising-Kampagne

Das Threat Intelligence Team von Malwarebytes hat kürzlich eine neue Malvertising-Kampagne entdeckt, die das Anzeigensystem von Google missbraucht, um Besucher auf betrügerische Webseiten umzuleiten. Die Kampagne zielt dabei auf einige der weltweit bekanntesten Marken ab – darunter YouTube, Facebook und Amazon.

Banking-Trojaner Coper nimmt Deutschland ins Visier

Das ThreatLabZ-Team von Zscaler hat unlängst mit Joker, Facestealer und Coper drei Malware-Familien aufgespürt, die über Apps im Google Playstore verbreitet wurden. Auch wenn eine Reihe von infizierten Apps daraufhin sofort aus dem Playstore entfernt wurden, besteht immer noch die Gefahr, dass diese Apps von Anwendern heruntergeladen wurden und ihr Unwesen treiben können.

Besuchen Sie SaaS-Magazin.de

SaaS, On demand, ASP, Cloud Computing, Outsourcing >>>


Kostenloser Newsletter

Werktäglich informiert mit IT SecCity.de, Compliance-Magazin.de und SaaS-Magazin.de. Mit einem Newsletter Zugriff auf drei Online-Magazine. Bestellen Sie hier

Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

Diese Webseite verwendet Cookies - Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Mit dem Klick auf „Erlauben“erklären Sie sich damit einverstanden. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.