Native Code in geschützten Speicherbereichen ausführen

Schwerwiegende Schwachstelle bei Siemens-Steuerungen ermöglicht Angreifern den Fernzugriff auf Industrieanlagen

Umgehung des Speicherschutzes speicherprogrammierbare Steuerung (SPS)



Das Claroty Research Team hat eine schwerwiegende Sicherheitslücke (CVE-2020-15782) zur Umgehung des Speicherschutzes speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) von Siemens (SIMATIC S7-1200 und S7-1500) identifiziert und gemeldet. Angreifer könnten diese Schwachstelle auf Steuerungen mit deaktiviertem Zugriffsschutz missbrauchen, um Lese- und Schreibzugriff zu erlangen und aus der Ferne bösartigen Code auszuführen. Siemens hat bereits die Firmware der betreffenden Geräte aktualisiert und entsprechende Hinweise für seine Kunden veröffentlicht. Den Nutzern wird dringend geraten, ihre Systeme entsprechend zu aktualisieren. Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass die Sicherheitslücke bereits ausgenutzt wurde.

Die Ausführung von nativem Code auf einem industriellen Steuerungssystem wie einer speicherprogrammierbaren Steuerung (SPS) ist ein Ziel, das nur relativ wenige hochqualifizierte Angreifer bislang erreicht haben. Die komplexen Systeme verfügen über zahlreiche In-Memory-Schutzmechanismen, die überwunden werden müssten, damit ein Angreifer nicht nur den Code ausführen kann, sondern auch unentdeckt bleibt.

Um diese Ebene der Codeausführung zu erreichen, war bislang ein physischer Zugang oder Techniken, die auf Engineering-Workstations und andere Verbindungen zur SPS abzielen, nötig. Durch die entdeckte Schwachstelle ist es jedoch möglich, die die SPS-Sandbox in den SPS-CPUs von Siemens zu umgehen und so nativen Code in geschützten Speicherbereichen auszuführen.

Die Offenlegung der Schwachstelle ist ein Resultat der bestehenden Partnerschaft zwischen Siemens und Claroty. Die enge Abstimmung zwischen Siemens und Claroty umfasste den Austausch von technischen Details, Angriffstechniken und Ratschlägen zur Schadensbegrenzung, die dazu beigetragen haben, dass die Patches im aktuellen Update von Siemens verfügbar sind. Beide Unternehmen raten den Anwendern dringend die Durchführung eines Updates, da es sich um eine kritische Sicherheitslücke handelt. (Claroty: ra)

eingetragen: 02.06.21
Newsletterlauf: 19.08.21

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Meldungen: Sicherheitslecks

Die Fixes des Patch Tuesday im April 2022

Microsoft hat im April-Update 145 Sicherheitslücken behoben, darunter 17 Sicherheitslücken in Microsoft Edge, von denen zehn als kritisch eingestuft werden, da sie Remote Code Execution (RCE) ermöglichen. Der aktuelle Patch Tuesday enthält zudem Korrekturen für zwei Zero-Day-Schwachstellen, von denen eine bekanntermaßen aktiv ausgenutzt wird (CVE-2022-24521) und die andere öffentlich zugänglich ist (CVE-2022-26904). Microsoft hat weitere Probleme in seiner Software behoben, darunter Denial of Service, Elevation of Privilege, Information Disclosure und Spoofing- Schwachstellen.

Verpackt als traditionelle WAR

Die neue Sicherheitslücke Spring4Shell, die das weit verbreitete Spring-Java-Framework betrifft, lässt befürchten, dass Unternehmen mit einer ähnlichen Schwachstelle wie Log4Shell zu kämpfen haben könnten. Spring, ein Unternehmen von VMware, wurde als das weltweit beliebteste Java-Framework bezeichnet.

Schwachstellenmanagement: Zunehmende Priorität

Hackerone hat ihrenneuesten Hacker-Powered Security Report veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass Hacker in diesem Jahr mehr als 66.000 verifizierte Schwachstellen gemeldet haben – über 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei ist die Zahl der gemeldeten Schwachstellen durch Hacker-Pentests um 264 Prozent gestiegen. Die durch die Pandemie beschleunigte, digitale Transformation sowie die Cloud-Migration sorgen weiterhin für Schwachstellen. Nicht zuletzt, da sich hierdurch die Angriffsflächen vergrößern und Dienste vermehrt ausgelagert werden. Der jährlich erscheinende "Hacker-Powered Security Report: Industry Insights" bietet einen Einblick in die weltweit größte Datenbank für Schwachstellen und Bug-Bounty-Programme. Wie aus dem diesjährigen Bericht hervorgeht, sind die in den vergangenen zwölf Monaten gezahlten Prämien (Bug Bounties) für schwerwiegende und kritische Schwachstellen gestiegen, da Unternehmen diesen schwerwiegenden Fehlern Priorität einräumen.

Log4j: Log4Shell für Verteidiger eine besondere Herausforderung

Sophos verzeichnet eine rasche Zunahme von Angriffen, die die Sicherheitslücke ausnutzen oder versuchen, diese auszunutzen. Bisher wurden Hunderttausende von Versuchen erkannt. Cryptomining-Botnetze gehören momentan zu den häufigsten Angriffsformen. Dabei konzentrieren sich die Botnetze auf Linux-Serverplattformen, die der Schwachstelle besonders ausgesetzt sind.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

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