Open Source-Terminalemulator PuTTY

Sicheres Management von SSH-Schlüsseln am Beispiel PuTTY: Risiken und Lösungsansätze

Um Risiken und Komplexitäten beim Management von SSH-Schlüsselpaaren zu reduzieren, empfiehlt es sich darüber hinaus, SSH-Zertifikate mit kurzer Gültigkeitsdauer zu verwenden



Sitaram Iyer, Senior Director of Cloud Native Solutions bei Venafi

Forscher der Ruhr-Universität Bochum haben eine Schwachstelle entdeckt, die die Risiken verdeutlicht, die mit nicht verwalteten SSH-Schlüsseln verbunden sind. Während die Schwachstelle in PuTTY v0.81 behoben wurde, haben die Forscher erklärt, dass alle NIST P-521 Client-Schlüssel, die mit PuTTY verwendet werden, als kompromittiert betrachtet werden müssen und widerrufen werden sollten. Hier haben sie ihre Warnung veröffentlicht. Inzwischen haben die Entwickler von PuTTY die Probleme bestätigt.

PuTTY ist ein Open Source-Terminalemulator, den Entwickler für den Fernzugriff und die Verwaltung von Servern und anderen vernetzten Geräten über SSH verwenden. Die Schwachstelle ermöglicht es einem Angreifer, der den öffentlichen Schlüssel und die etwa 60 gültigen ECDSA-Signaturen kennt, den privaten Schlüssel abzuleiten. Er könnte sich dann bei allen SSH-Servern anmelden, für die dieser Schlüssel verwendet wird.

Die meisten Großunternehmen wie Banken, Versicherungen und Einzelhandelsunternehmen verfügen über eine beträchtliche Anzahl von SSH-Schlüsseln in ihren IT-Umgebungen. Diese Schlüssel werden als primärer Zugangsmechanismus für die Verbindung zu verschiedenen Servern verwendet, meist mit einem Client, den die Administratoren kennen und dem sie vertrauen. Während der Zugriff auf die Signatur von einem SSH-Server die Kompromittierung des Servers selbst erfordert, ist es ziemlich einfach, alle öffentlichen Git-Commits einzusehen und Zugriff auf Signaturen zu erhalten. Ein Mangel an ordnungsgemäßer SSH-Schlüsselverwaltung kann potenziell zu erheblichen Schwachstellen führen, wie im NIST Interagency Report 7966 (NISTIR 7966) identifiziert und dargestellt.

Einerseits müssen Admins sicherzustellen, dass alle SSH-Clients mit den neuesten Software-Updates ausgestattet sind, andererseits müssen aber auch Unternehmen Richtlinien definieren und alle SSH-Schlüssel zentral verwalten. Ein Überblick über alle SSH-Identitäten ermöglicht es SSH-Richtlinien durchzusetzen und kontinuierlich Schlüssel zu identifizieren und Richtlinienverstöße zu korrigieren. Es muss ein Inventar aller vorhandenen SSH-Schlüssel und ein Inventar der Trust Relationships erstellt und anhand definierter Richtlinien bewertet werden. Das Inventar sollte die Speicherorte (Host und Konto) aller Identitäts- und autorisierten Schlüssel sowie autorisierte Schlüsselbeschränkungen (z. B. Quell- und Befehlsbeschränkungen) enthalten. Um Risiken und Komplexitäten beim Management von SSH-Schlüsselpaaren zu reduzieren, empfiehlt es sich darüber hinaus, SSH-Zertifikate mit kurzer Gültigkeitsdauer zu verwenden. Ein SSH-Zertifikat verliert dann seinen Wert, wenn ein Gerät mit SSH-Clients gestohlen oder kompromittiert wird. (Venafi: ra)

eingetragen: 24.04.24
Newsletterlauf: 08.07.24

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Meldungen: Sicherheitslecks

Umgehung der SSH-Authentifizierung

In der Bibliothek von XZ Utils wurde eine Sicherheitslücke ("CVE-2024-3094") entdeckt. XZ Utils und die zugrunde liegende Bibliothek liblzma sind Open-Source-Projekte. Die gefundene Sicherheitslücke ist auf bösartigen Code zurückzuführen und wurde von einem der Maintainer des Projekts in die Bibliothek eingeschleust.

Stand der Log4Shell-Schwachstellen

Am 9. Dezember 2021 wurde die Welt in höchste Alarmbereitschaft versetzt, weil eine der kritischsten Zero-Day-Schwachstellen aller Zeiten bekannt wurde: Log4Shell. Veracode hat die Schwachstelle seither beobachtet. Die Schwachstelle mit dem höchstmöglichen Schweregrad (10.0) befand sich in Apache Log4j, einem allgegenwärtigen Open-Source Java-Protokollierungs-Framework.

Exploits zur Erhöhung von Berechtigungen

Im Februar 2023 entdeckten Kaspersky-Experten einen Angriff, der eine Zero-Day-Schwachstelle im Microsoft Common Log File System (CLFS) ausnutzte. Eine cyberkriminelle Gruppe nutzte einen Exploit, der für verschiedene Versionen und Builds von Windows-Betriebssystemen, einschließlich Windows 11, entwickelt wurde, und versuchte mit damit die Nokoyawa-Ransomware bereitzustellen.

Queue Jumper - Nur ein Paket bis zur Katastrophe

Eine Sicherheitslücke im Microsoft Message Queuing Service (MSMQ) erlaubt es Angreifern, mit Hilfe nur eines einzigen Datenpakets die Kontrolle über einen Server zu übernehmen. Die Komponente ist auch Teil von MS Exchange. Ein Patch für die Lücke steht bereit und sollte umgehend installiert werden.

Ziel sind kritische Infrastrukturen

Microsoft gab eine Zero-Day-Sicherheitslücke in Outlook bekannt (CVE-2023-23397). Mandiant glaubt, dass die Zero-Day-Lücke bereits seit fast einem Jahr für Angriffe auf Organisationen und kritische Infrastrukturen genutzt wird. Diese Ziele könnten die Sammlung strategischer Informationen sowie störende und zerstörerische Angriffe innerhalb und außerhalb der Ukraine erleichtern.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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