Schwachstellen durch Fuzzing von MSGraph

Check Point findet vier Sicherheitslücken in Microsoft Office

Laut der Sicherheitsforscher sind Produkte der Office-Suite betroffen, darunter Excel und Word - Die Schwachstellen gehen auf veralteten Code zurück und eröffnen Angreifern die Möglichkeit, schädliche Befehlszeilen über versuchte Office-Dokumente auszuführen



Check Point Research (CPR) entdeckte die Schwachstellen durch Fuzzing von MSGraph, einer Komponente, die in Microsoft-Office-Produkte eingebettet werden kann, um Graphen und Diagramme anzuzeigen. Fuzzing ist eine automatisierte Software-Testtechnik, die versucht, Software-Bugs zu finden, indem sie zufällig ungültige und unerwartete Dateneingaben in ein Programm einspeist, um Fehler im Code und Sicherheitslücken aufzustöbern. Mit Hilfe dieser Technik entdeckte CPR verwundbare Funktionen innerhalb von MSGraph. Ähnliche Code-Prüfungen bestätigten, dass die anfällige Funktion häufig in verschiedenen Microsoft-Office-Produkten, wie Excel, Office Online Server und Excel für OSX verwendet wird. Die Schwachstellen sind das Ergebnis von Parsing-Fehlern in veraltetem Code, was CPR zu der Annahme veranlasst, dass die Sicherheitslücken bereits seit Jahren bestehen.

Das gefährliche: Die gefundenen Schwachstellen können in die meisten Office-Dokumente eingebettet werden. Es sind daher mehrere Angriffswege denkbar. Der einfachste wäre:

>> Das Opfer lädt eine bösartige Excel-Datei (XLS-Format) oder Word-Datei (DOCX-Format) oder Outlook-E-Mail (EML-Format) herunter. Das Dokument kann über einen Download-Link oder eine E-Mail bereitgestellt werden, aber der Angreifer kann das Opfer nicht dazu zwingen, es herunterzuladen.

>> Das Opfer öffnet die verseuchte Datei.

>> Die Sicherheitslücke wird ausgelöst.

>> Die gesamte Office-Suite kann beispielsweise Excel-Objekte einbinden und in diesem Fall erweitert diese Funktionalität den Angriffsweg der Hacker. So wird es möglich, eine Attacke gegen fast jede Office-Software auszuführen.

CPR hat seine Forschungsergebnisse an Microsoft weitergegeben. Microsoft hat die Sicherheitslücken bereits geschlossen und die Patches CVE-2021-31174, CVE-2021-31178 und CVE-2021-31179 sowie CVE-2021-31939 herausgegeben

Herr Yaniv Balmas, Head of Cyber Research bei Check Point Software und verantwortlich für die Entdeckung, erklärt: "Die gefundenen Sicherheitslücken betreffen fast das gesamte Microsoft-Office-Ökosystem. Es ist möglich, einen solchen Angriff gegen beinahe jede Office-Software durchzuführen, einschließlich Word, Outlook und Excel. Wir haben erkannt, dass die Schwachstellen auf Parsing-Fehler im Legacy-Code zurückzuführen sind. Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus unserer Untersuchung lautet, dass Legacy-Code nach wie vor ein schwaches Glied in der Sicherheitskette ist, insbesondere bei komplexer Software wie Microsoft Office. Obwohl wir bei unserer Untersuchung nur vier Schwachstellen gefunden haben, kann man nie sagen, wie viele weitere Schwachstellen dieser Art noch offen herumliegen und darauf warten, gefunden zu werden. Ich empfehle Windows-Anwendern dringend, ihre Software sofort zu aktualisieren, da es zahlreiche Angriffswege gibt, über die ein Angreifer die von uns gefundenen Schwachstellen ausnutzen kann." (Check Point Software Technologies: ra)

eingetragen: 14.07.21
Newsletterlauf: 16.09.21

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Meldungen: Sicherheitslecks

Die Fixes des Patch Tuesday im April 2022

Microsoft hat im April-Update 145 Sicherheitslücken behoben, darunter 17 Sicherheitslücken in Microsoft Edge, von denen zehn als kritisch eingestuft werden, da sie Remote Code Execution (RCE) ermöglichen. Der aktuelle Patch Tuesday enthält zudem Korrekturen für zwei Zero-Day-Schwachstellen, von denen eine bekanntermaßen aktiv ausgenutzt wird (CVE-2022-24521) und die andere öffentlich zugänglich ist (CVE-2022-26904). Microsoft hat weitere Probleme in seiner Software behoben, darunter Denial of Service, Elevation of Privilege, Information Disclosure und Spoofing- Schwachstellen.

Verpackt als traditionelle WAR

Die neue Sicherheitslücke Spring4Shell, die das weit verbreitete Spring-Java-Framework betrifft, lässt befürchten, dass Unternehmen mit einer ähnlichen Schwachstelle wie Log4Shell zu kämpfen haben könnten. Spring, ein Unternehmen von VMware, wurde als das weltweit beliebteste Java-Framework bezeichnet.

Schwachstellenmanagement: Zunehmende Priorität

Hackerone hat ihrenneuesten Hacker-Powered Security Report veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass Hacker in diesem Jahr mehr als 66.000 verifizierte Schwachstellen gemeldet haben – über 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei ist die Zahl der gemeldeten Schwachstellen durch Hacker-Pentests um 264 Prozent gestiegen. Die durch die Pandemie beschleunigte, digitale Transformation sowie die Cloud-Migration sorgen weiterhin für Schwachstellen. Nicht zuletzt, da sich hierdurch die Angriffsflächen vergrößern und Dienste vermehrt ausgelagert werden. Der jährlich erscheinende "Hacker-Powered Security Report: Industry Insights" bietet einen Einblick in die weltweit größte Datenbank für Schwachstellen und Bug-Bounty-Programme. Wie aus dem diesjährigen Bericht hervorgeht, sind die in den vergangenen zwölf Monaten gezahlten Prämien (Bug Bounties) für schwerwiegende und kritische Schwachstellen gestiegen, da Unternehmen diesen schwerwiegenden Fehlern Priorität einräumen.

Log4j: Log4Shell für Verteidiger eine besondere Herausforderung

Sophos verzeichnet eine rasche Zunahme von Angriffen, die die Sicherheitslücke ausnutzen oder versuchen, diese auszunutzen. Bisher wurden Hunderttausende von Versuchen erkannt. Cryptomining-Botnetze gehören momentan zu den häufigsten Angriffsformen. Dabei konzentrieren sich die Botnetze auf Linux-Serverplattformen, die der Schwachstelle besonders ausgesetzt sind.

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Grundlagen

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