Rubrik: Virenwarnung/Statistiken

MessageLabs: Virenschreiber auf der Jagd nach persönlichen Daten

"Mimail"-Familie entpuppt sich als Schrecken der PayPal-Nutzer

(12.12.03) - In ihrem monatlich erscheinenden Security Report stellt MessageLabs eine Trendwende in der Motivation der Virenschreiber fest. Das Streben nach "Ruhm und Ehre" weicht nach und nach betrügerischer Absicht. Wie jüngst im Fall von "Mimail.I" und "Mimail.J" zielt diese meist darauf ab, Kontoinformationen oder ähnliches zu erhalten. Spitzenreiter in den Viren-Top-Ten ist allerdings unverändert "Swen.A". Im Bereich Viren lässt sich allgemein eine im Vergleich zum Vormonat steigende Tendenz verzeichnen: Die Oktober-Quote betrug ein Virus in 102,7 Mails, im November kommt eine infizierte Nachricht auf 97,2 "saubere" Mails. Der Spam-Anteil steigt von 50,5 Prozent auf 55,1 Prozent an, so dass MessageLabs im Monat November pro Sekunde im Schnitt 59 Müll-Mails abfangen konnte.

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Mimail.J ist einer der ersten Vertreter eines Besorgnis erregenden Trends in der Virenschreiber-Community. Bislang wurden Viren in erster Linie von jungen männlichen Erwachsenen geschrieben. Die Beweggründe waren entweder bösartige Absicht oder der Wunsch nach "Berüchtigtsein" unter den Virenschreibern. Die aktuelle Variante des Mimail-Wurms dagegen zielt klar auf veritablen Betrug, wobei der finanzielle Vorteil durch betrügerische Absichten das primäre Ziel ist. Als generelle Regel sollten solche E-Mails ignoriert werden -seriöse Finanzdienstleister kontaktieren ihre Kunden nicht auf diesem Wege.

Mark Sunner, CTO bei MessageLabs, erklärte: "Im Fall von Mimail.J ist das Virus nur ein Transport-mittel für die Übermittlung einer E-Mail, die entwickelt wurde, um unvorbereitete Nutzer zu täuschen. Dies deutet darauf hin, dass sich die Denkweise des Virenautors verändert hat. Wo bislang die Störung Motivation genug war, sehen wir nun eine neue Art von cyber-krimineller Absicht, um in den eigenen Geldbeutel zu wirtschaften. Die daraus resultierenden Viren agieren nach dem Prinzip 'zuschlagen und abhauen' und sind nicht für den langfristigen Einsatz konstruiert. Stattdessen beruhen sie auf der Täuschung unvorbereiteter User, bevor eine neue Variante erscheint und der Prozess von neuem beginnt."

Nach drei Monaten treibt der am 18. August zuerst gestoppte "Virus des Jahres 2003" Sobig.F nach wie vor sein Unwesen: Mit insgesamt 264.781 abgefangenen Exemplaren ist er der drittaktivste Virus im Monat November. Platz eins nimmt, wie schon im Vormonat, Swen.A mit 566.838 infizierten Mails ein. Sober.A kann dagegen einen anderen Rekord verzeichnen: 41,8 Prozent der 60.427 weltweit abgefangenen Exemplare gingen den Experten von MessageLabs in Deutschland ins Netz.

Den MessageLabs Security Report für November 2003 kann unter www.messagelabs.com/viruseye/threats/ herunterladen werden. (ma)

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