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Rubrik: Virenwarnung/Statistiken Kaspersky Lab präsentiert Viren-Statistik für Oktober 2005 Monat Oktoberreich an neuen Schadprogrammen (13.11.05) - Kaspersky Lab präsentiert die Viren-Top-20
für Oktober. Insgesamt war der Oktober 2005 reich an neuen Schadprogrammen.
Die Anti-Virus-Experten stellten einen neuen Rekord auf: Innerhalb nur einer
Woche ergänzten sie die Anti-Virus-Datenbanken um mehr als 1400 neue
Signaturen. Kaspersky Lab hat bereits von den Verhaftungen zweier
junger Virenschreiber in Marokko und der Türkei berichtet, denen die Verbreitung
von Mytob-Würmern zur Last gelegt wird. Ob sie schuldig sind oder nicht
werden die Ermittlungen zeigen. Offensichtlich ist jedoch, dass sich die Zahl
der neuen Mytob-Modifikationen im September erheblich verringerte. Diese
Situation nutzten andere Cyber-Verbrecher aus und schickten mehrere neue
gefährliche Wurmfamilien in die freie Wildbahn. In der Viren-Top-20 kam es erneut zu einem
Führungswechsel: Sieger wurde wiederum ein Mytob - diesmal Mytob.c. Aller
Wahrscheinlichkeit nach wird dieser Wurm zum meist verbreiteten des gesamten
Jahres 2005 "gekürt" werden. Den zweiten Platz belegt ein Neueinsteiger: Doombot.b ist
ein Vertreter der "neuen" Generation von Internet-Würmern und ist
Mytob in seinen Funktionen sehr ähnlich. Er kombiniert ebenfalls Mail-Wurm-
und IRC-Bot-Funktionen und basiert, genau wie Mytob, auf dem Mydoom-Quellcode.
Aufgrund einiger Unterschiede bei der Umsetzung diverser Wurmkomponenten wird
er jedoch einer eigenständigen Familie zugeordnet. Die Modifikation .b wurde
am 16. Oktober entdeckt und erklomm innerhalb von nur zwei Wochen den zweiten
Platz. Es besteht die Möglichkeit, dass dieser Wurm im November Spitzenreiter
der Viren-Hitparade wird. Eine weitere beeindruckende Entwicklung nahm Mytob.bi.
Obwohl er im September nur Platz 19 belegte und eigentlich schon aus dem
Blickfeld der Virus-Analytiker verschwunden war, stieg er im Oktober um 15
Plätze auf und okkupierte damit Platz 4. Auch in der Gesamtwertung schneidet
er prozentual recht gut ab. Als einer der ersten 10 des Ratings verdient Doombot.d,
der ursprünglich Mytob.dc genannt wurde, gesonderte Erwähnung. Aufgrund der
Zeile "H-E-L-L-B-O-T-P-O-L-Y-M-O-R-P-H", die ausschließlich den
Doombot-Würmern zueigen ist, wurde er schließlich der passenden Familie
zugeordnet. Dieser Wurm ist ein Beispiel dafür, wie schwierig die Einstufung
dieser Art von Würmern sein kann, denn oft handelt es sich um Grenzfälle, da
die allgemeinen Funktionen und die Programmstruktur einander sehr ähneln. Im
Großen und Ganzen sind sie allesamt Klone des Mydoom-Wurms, der schon bald
seinen zweiten Geburtstag feiert. Der Wurm ist außerdem ein gutes Beispiel dafür, dass die
Veröffentlichung von Viren-Quellcode oft einen größeren Schaden anrichtet,
als das Erscheinen eines neuen Wurms. Ist der Quellcode eines Virus' bekannt,
kann jedes "Skript-Kiddie" durch einfache Modifikation des Codes
schnell eine eigene Abwandlung des Wurms erstellen, ohne über tiefgründige
Programmierkenntnisse verfügen zu müssen. Platz 16-18 verdienen besondere Aufmerksamkeit. Sie alle
sind sehr unterschiedlich und dadurch umso interessanter. Wurm Fanbot.f auf
Platz 16 ist ein Vertreter der neuen Generation, der auf der Grundlage von
Mydoom und Backdoor SdBot erstellt wurde und versucht, einen Cyber-Krieg mit
dem Doombot-Autor zu führen. Davon zeugen die folgenden Textzeilen im
Viren-Body: "HellBot3 have
BackDoor in 'HellMsn.h'. The HellBot3 author is an idiot!!! [Phantom] 2005
Made By Evil[xiaou]. Greetz to good friend x140d4n. Based On
sdbot&&mydoom."
Anzeige
Anzeige Kostenlose Testversionen von Kaspersky Anti-Virus downloaden Der Fanbot-Autor äußert außerdem seine Unzufriedenheit
gegenüber Anti-Viren-Unternehmen, die seinen Virus anders benannten, als er
es sich vorgestellt hatte: "MSG to
Kaspersky&Norton: can u make it difficulty next time!!! stupid. dont call
me Fanbot,i am [Phantom]!!! SHIT!!! Play with The best, Die like the
rest." Fanbot wurde bereits zu einer recht großen Familie.
Gegenwärtig sind Kaspersky Lab 11 Modifikationen dieses Wurms bekannt, und
aller Wahrscheinlichkeit nach werden sie gemeinsam mit Doombot die aktivsten
Viren der kommenden Monate sein. Im September hat Kaspersky Lab über die Entdeckung von
mehr als zwei Dutzend neuer Bagle-Modifikationen berichtet. Im Oktober war
die Aktivität niedriger, was der Wurm-"Qualität" zugute kam. Wie
immer ist das Hauptziel der Bagle-Würmer nicht das Klonen des Wurms, sondern
das Platzieren von Trojanern zur Spam-Verbreitung sowie Programmen zum
Sammeln von E-Mail-Adressen auf den infizierten Rechnern. Kaspersky Lab geht
davon aus, dass der weltweit rapid gestiegene Spam-Versand der vergangenen
Wochen durch lokale Bagle-Epidemien ausgelöst wurde. Neben der Spam-Verbreitung werden über infizierte Computer
Phishing-Mails verschickt. Eine der größten Phishing-Attacken im Oktober ging
mit der Verbreitung von Trojan-Spy.HTML.Bayfraud.hn einher und zielte auf
ebay-Nutzer ab. Der durch diese E-Mails verbreitete Trojaner nimmt den 18.
Platz der Kaspersky Lab-Statistik ein und macht zum wiederholten Mal auf die
Gefahr durch Phishing aufmerksam. Die Kategorie "sonstige Schadprogramme" verbucht mit 20,01 einen beträchtlichen Prozentsatz an der Malware-Gesamtzahl. |
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