Rubrik: Virenwarnung/Statistiken

Cyber-Kriminelle nehmen neue Kommunikations-Tools ins Visier

Hinter stagnierenden Viren- und Spam-Quoten verbirgt sich eine verschärfte Gefahrenlage

(08.08.06) - MessageLabs legte die aktuelle Ausgabe ihres Intelligence Reports vor, in dem die internationale Entwicklung von Online-Attacken analysiert wird. Demnach ergibt sich für den Juli auf globaler Ebene ähnlich wie in den Vormonaten eine weitgehend stabile Gefahrenlage - wobei jedoch für einzelne Länder besorgniserregende Spitzenwerte zu konstatieren sind. So litt Israel mit einer Spam-Quote von 77,3 Prozent am meisten unter unerwünscht zugestellten E-Mails. Derweil steht Indien weiterhin unter enormem Beschuss von Virenangriffen - eine von 11,1 an Adressaten auf dem Subkontinent gerichteten Nachrichten war verseucht. Darüber hinaus wurden im Juli verstärkt viel besuchte Online-Tools, Kontaktbörsen und Kommunikationsforen Opfer von Cyber-Kriminellen: Sowohl MySpace als auch der IM-Service von AOL und Gmail von Google wurden zuletzt für Attacken genutzt.

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"Social-Networking-Portale wie MySpace finden auf globaler Ebene immer mehr Anhänger. Im Zuge dieser Entwicklung entdecken auch Betrüger solche Community-Websites zunehmend als Ziele für ihre Angriffe. Angesichts des allgemein äußerst unbesorgten Umgangs mit diesen neuen Formen der Kommunikation fällt es ihnen leicht, persönliche Daten zu stehlen und für Spam-Kampagnen zu nutzen", erläuterte Mark Sunner als Chief Technology Officer (CTO) von MessageLabs die aktuelle Situation und ergänzt: "Bemerkenswerterweise konnten wir ebenso beobachten, dass auch Phishing-Attacken sich auf neue Kommunikationskanäle wie Voice-over-IP ausbreiten. Mit fingierten Anrufen versuchen Betrüger, sich die Kreditkarteninformationen zu verschaffen. Das ist ein ein-deutiger Beleg für die große Innovationskraft, mit der sich Cyber-Kriminelle fortwährend immer neue Verfahren der Internetkommunikation zunutze machen, um an die vertraulichen Authentisierungs-daten ihrer Opfer zu kommen."

·         Spam: Im Juli ging der Anteil von Spam am gesamten E-Mail-Traffic gegenüber dem Vormonat um 2,1 Prozentpunkte auf 62,7 Prozent zurück. Im Durchschnitt entfiel eine von 1,59 Mails auf die Kategorie Spam.

·         Viren: Die Viren-Quote betrug im Juli 1,04 Prozent - ein leichtes Plus von 0,09 Prozentpunkten gegenüber dem Vormonat. Eine von 96,6 E-Mails war verseucht. Die Juli-Analyse von MessageLabs untermauert erneut, dass große Viren-Ausbrüche offenbar weitgehend der Vergangenheit angehören. Die Angriffsverfahren von Cyber-Kriminellen werden immer gezielter und dienen zunehmend konkreten geschäftlichen Zielen.

·         Phishing: Im Juni 2006 stieg der Anteil der Phishing-Angriffe gegenüber dem Vormonat um 0,03 Prozentpunkte auf 0,22 Prozent. Hinter einer von 459,8 E-Mails verbarg sich der Versuch, persönliche Zugangsdaten zu stehlen. Der Anteil von Phishing-Attacken an allen per E-Mail verbreiteten Gefahren legte im Juli um zwei Prozentpunkte zu: 21 Prozent aller schädlichen Mails, die MessageLabs im Berichtsmonat abgefangen hat, waren Phishing-Angriffe - ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres, als die entsprechende Quote lediglich 9,6 Prozent betragen hatte. Für die kommenden Monate geht MessageLabs von einem weiteren Anstieg der Phishing-Aktivitäten aus, der sowohl Unternehmen als auch private Verbraucher vor immer größere Probleme stellen dürfte. Denn angesichts der Weiterentwicklung ständig intelligenterer Verfahren des Passwort-Diebstahls entsteht im Phishing ein zusehends attraktives Betätigungsfeld für Web-Betrüger.

Regionale Trends:

Starker Virenanstieg in Deutschland, Spam-Rückgang in Österreich

·         Hatte Deutschland im Juni noch den weltweit stärksten Rückgang der Viren-Belastung zu verzeichnen, so stellte sich das nun als vorübergehendes Phänomen heraus. Kein anderes Land erlebte im Juli einen solch deutlichen Anstieg der Viren-Quote wie Deutschland, wo im Berichtsmonat eine von 36,5 Mails verseucht war - ein Zunahme um 1,4 Prozentpunkte im Vergleich zum Vormonat.

·         Indien ist weiterhin das Land, welches am meisten unter Viren-Angriffen zu leiden hat. Trotz eines Rückgangs der Virenquote auf neun Prozent oder eins zu 11,1 führt der Subkontinent dieses Ranking nun bereits im fünften Monat in Folge an.

·         Am wenigsten von Viren-Angriffen betroffen war Belgien, wo lediglich eine von 149,2 Mails ein solches Schadprogramm enthielt.

·         Israel bleibt das weltweit beliebteste Spamming-Ziel. Im Juni stieg die dortige Spam-Quote noch einmal um 1,4 Prozentpunkte auf 77,3 Prozent.

·         Den signifikantesten Rückgang der Spam-Aktivitäten erlebte Österreich, wo der Anteil unerwünschter E-Mails im Juli um 3,2 Prozentpunkte auf 48,8 Prozent sank.

Branchentrends:

·         Die Anbieter unternehmensbezogener Dienstleistungen hatten im Juli die höchste Viren-Belastung aller Branchen zu verzeichnen. Eine von zwölf an Firmen dieses Wirtschaftszweiges gerichteten E-Mails war verseucht. Gleichzeitig sank bei ihnen die Viren-Quote im Juli mit einem Rückgang um 8,4 Prozentpunkte jedoch stärker als in allen anderen untersuchten Industrien.

·         Den signifikantesten Anstieg der Viren-Aktivitäten hatte mit einem Plus von 0,5 Prozentpunkten gegenüber Juni das Gastgewerbe zu verzeichnen. Hinter einer von 56,5 an Unternehmen dieser Branche adressierten E-Mails verbarg sich im Berichtsmonat ein Virus.

·         Die höchste Belastung mit unerwünschten E-Mails erlebte erneut der Bildungssektor, dessen Spam-Quote im Juli um 1,8 Prozentpunkte auf 67 Prozent weiter anstieg.

·         In der Chemie- und Pharma-Industrie sank die Spam-Quote im Juli um 9,8 Prozentpunkte auf 54,5 Prozent. Das war im Berichtsmonat der stärkste Rückgang aller untersuchten Branchen.

(MessageLabs: ra)

 

 

 

 

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