Rubrik: Virenwarnung/Statistiken

Effektivere Phishing- und Malware-Attacken mit "Fast-Flux"-Netzwerken

Immer mehr Bot-Netz-Betreiber nutzen die Tarn-Technologie, um die Standorte ihrer Server zu verschleiern

(13.10.08) - Auch Cyber-Kriminelle arbeiten unablässig an der Verfeinerung ihrer Methoden und Technologien. So meldet BullGuard den immer häufigeren Einsatz der so genannten "Fast-Flux"-Netzwerke. Mit dieser Technologie lassen sich Phishing- und Malware-Attacken hinter sich fortwährend verändernden Netzwerken von gehackten Computern verbergen. Ein Fast-Flux-Netzwerk nutzt dabei die Reports öffentlicher Domain-Name-Server, die sich im Minutentakt oder gar sekündlich ändern und somit praktisch nicht mehr verfolgt und lahm gelegt werden können. Da die Internet-Kriminellen beim Hosting oder Versand von Malware die IP-Adresse der infizierten Computer ständig rotieren lassen, ist es extrem schwierig, die betreffenden Rechner zu blockieren.

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Das Storm-Botnet beispielsweise, dem Schätzungen zufolge zwischen einer und fünf Millionen kompromittierter Rechner angehören, ist eines jener Bot-Netze, die die Fast-Flux-DNS-Hosting-Technik für sich nutzen. Als eine Reihe von Phishing-Sites Domains nutzten, die eindeutig auf das Storm-Worm-Botnet zurückgeführt werden konnten, zeigte es sich, dass genau diese Domains zuvor von Internet-Kriminellen gekauft oder gemietet worden waren und damit eine wahre Welle von Fast-Flux-Phishing-Angriffen auslösten. Für Preise von 100.000 Dollar aufwärts konnten Spammer und andere Malware-Angreifer ihr höchsteigenes Storm-Worm-Botnet erwerben, Fast-Flux-DNS und Hosting-Möglichkeiten eingeschlossen.

Sicherheitsexperten ist diese Technik bereits seit 2006 bekannt, zu richtiger Berühmtheit gelangte aber erst eine Fast-Flux-Attacke vom Sommer 2007, bei der beinahe 100.000 MySpace-Seiten betroffen waren.

Im März 2008 deckte ein Sicherheitsanbieter auf, dass die Fast-Flux-Technik, die bis dahin nur als Instrument der Storm-Botnet-Betreiber betrachtet wurde, inzwischen von wenigstens drei weiteren kompromittierten Netzwerken verwendet wurde. So gelangte beispielsweise ein berüchtigtes organisiertes Hosting-Netzwerk aus Russland zu trauriger Bekanntheit, indem es Fast-Flux einsetzte, um die Standorte der Server unkenntlich zu machen. Security-Forscher, ISPs oder Behördenvertreter hatten keine Chance, die Aktivitäten dieser Gruppe zu verfolgen. Die "Superhirne" hinter dem großen Asprox-Botnet haben 2008 ebenfalls schon mehrmals Fast-Flux-Techniken für ihre Zwecke eingesetzt.

PC-Anwender, deren Rechner als Mitglied eines Bot-Netzes unfreiwillig Anteil an dieser Entwicklung haben, sind mehr denn je aufgefordert, ihren PC zu schützen, indem sie verhindern, dass ihr Rechner durch Malware-Attacken überhaupt erst Teil eines solchen Bot-Netzes werden. (BullGuard: ra)

 

 

 

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