Malware und Hacker: Die größten Fallstricke bei der Internetnutzung 2008
Internetkriminelle "kidnappen" persönliche Informationen von Websurfern
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(09.01.09) - Der australische Anbieter von Sicherheitssoftware PC Tools hat eine Liste der fünf größten Internet-Sicherheitslücken aus dem Jahr 2008 veröffentlicht. Zudem warnt PC Tools vor Online-Schädlingen, die 2009 eine große Rolle spielen könnten.
Platz 5: Hacker greifen Epilepsie-Website an
Landover, Maryland, 22. März 2008: Hacker haben die Website einer amerikanischen Epilepsie-Gesellschaft geknackt und Besucher dieser Seite auf Internetseiten mit flimmernden Bildern verlinkt. Menschen, die unter der sogenannten fotosensiblen Epilepsie leiden, reagieren sehr empfindlich auf flimmernde visuelle Reize. Einige dieser Patienten erlitten aufgrund der Hacker-Bilder einen epileptischen Anfall.
Platz 4: Laptops der NASA mit Malware infiziert
Internationale Raumstation ISS, 27. August 2008: Die NASA erklärte, dass einige Laptops auf der Raumstation ISS mit Malware infiziert wurden. Diese Malware wird normalerweise benutzt, um die Passwörter der Nutzer von Online-Spielen zu stehlen. Die Laptops wurden bereits im Juli infiziert. Berichte der NASA zeigten, dass dieser Fall nicht der erste seiner Art war. Schon früher gab es ähnliche Sicherheitslücken auf der ISS. Da die Laptops aber nicht an das Netzwerk angeschlossen waren, erlitt das Raumfahrtkontrollzentrum der NASA keinen Schaden.
Platz 3: "Schwarzes Loch Experiment" gehackt
Genf, Schweiz, 13. September 2008: Hacker haben im September das Computernetzwerk der Europäischen Organisation für Kernforschung (CERN) angegriffen. Dabei wurden angeblich einige Bereiche des Teilchenbeschleunigers Large Hadron Collider (LHC) geknackt. Die Hackergruppe namens "Griechisches Sicherheitsteam" hat demnach Nachrichten auf der Website des CERN hinterlassen, um die Sicherheitsmechanismen des Netzwerks zu stören. Die Europäische Organisation für Kernforschung (CERN) nutzt den Teilchenbeschleuniger LHC, um mehr über Schwerkraft, schwarze Löcher und Energie im All zu erfahren und um mögliche weitere Dimensionen in unserem Universum zu erforschen.
Platz 2: Prominente unter Hacker-Beschuss
Murfreesboro, Tennessee, 12. Juli 2008: Ein 19-jähriger Hacker hat offenbar den Gmail-Account des Teenie-Stars Miley Cyrus geknackt und persönliche Fotos der Schauspielerin ins Internet gestellt. Zudem bot der Hacker Interviews an, in denen er seine Erfahrungen beim Hacken fremder Webseiten zum Besten geben wollte. Bislang wurde gegen ihn keine Anzeige erstattet.
Knoxville, Tennessee, 17. September 2008: Ein 20 Jahre alter Hacker hat angeblich das Passwort-Wiederherstellungssystem von Yahoo gehackt, um Zugang zum persönlichen E-Mail-Account der amerikanischen Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin zu erhalten. Der Hacker stellte Kopien von Palins E-Mails, ihre Kontaktlisten sowie persönliche Fotos der Politikerin ins Internet. Der Hacker-Angriff wird derzeit von der Staatsanwaltschaft untersucht.
Platz 1: Schwerwiegender Fehler in der Internet-Infrastruktur entdeckt
Seattle, Washington, 7. August 2008: Ein Berater und Wissenschaftler des amerikanischen Sicherheitsforschungszentrums IOActive entdeckte eine gravierende Lücke im Sicherheitssystem der Internet-Hauptinfrastruktur. Dieser Fehler erlaubte es Hackern, Internetnutzer auf die Webseiten von Betrügern umzuleiten und E-Mails abzufangen, die möglicherweise persönliche Informationen enthalten. Die Sicherheitslücke wurde im Serversystem DNS (Domain Name System) entdeckt. Microsoft, Cisco Systems und andere Anbieter mussten den Fehler schnellstmöglich beheben.
Für 2009 rechnet PC Tools mit weiteren gefährlichen Bedrohungen und Warnungen vor vermeint-lichen Computerviren (Hoax), die vor allem Unternehmen treffen könnten, die besonders stark von der Wirtschaftskrise betroffen sind. PC Tools geht zudem von sogenannten "Clickjacking-Attacken" aus, die 2009 eine große Rolle spielen könnten.
Dabei "kidnappen" Internetkriminelle persönliche Informationen von Websurfern, indem sie über manipulierte Webseiten deren Daten "einsammeln". Dem australischen Anbieter zufolge werden auch Rogueware (also vermeintliche Warnungen vor Malware) sowie Schädlinge, die sich über soziale Netzwerke verbreiten, weiterhin ein großes Risiko darstellen.
PC Tools empfiehlt daher Internetnutzern, sich mit einer zuverlässigen und leicht verständlichen Sicherheitssoftware vor diesen Gefahren zu schützen. (PC Tools: ra)