Rubrik: Virenwarnung/Statistiken

Gezielte Phishing-Angriffe auf Kunden deutscher Kreditinstitute

eleven E-Mail Security Report Dezember 2011: Lange Phasen niedrigen Spam-Volumens dienen Botnet-Erweiterung

(12.12.11) - Phisher setzen zunehmend auf Kampagnen, die zielgerichtet auf einzelne Länder und Regionen zugeschnitten sind. Das geht aus dem eleven E-Mail Security Report Dezember 2011 hervor. Demnach verzeichnete das Research-Team eine deutliche Zunahme deutschsprachiger Phishing-Mailings, die sich an Kunden deutscher Kreditinstitute wenden. Dies ist Teil einer zunehmenden Regionalisierung, die das Ziel hat, mehr Nutzer als bisher dazu zu verleiten, seine Konto- oder Kreditkartendaten auf einer Phishing-Seite einzugeben. Betroffen waren im November 2011 unter anderem Kunden der Deutschen Bank. Zusätzlich waren Versuche zu beobachten, E-Mail-Zugangsdaten zu stehlen. Diese sollten wahrscheinlich dazu verwendet werden, über die kompromittierten Konten Spam zu verbreiten.

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Weitere wichtige Trends im Überblick:

·         Die Tage um Thanksgiving, traditionell die wichtigste Zeit im Vorweihnachtsgeschäft, standen im Mittelpunkt Event-bezogener Spam-, Phishing- und Malware-Kampagnen. Die spektakulärste betraf E-Mails, die vorgaben, einen Gutschein für Apples Musikdienst iTunes zu beinhalten. Wollte der Empfänger den Gutschein im Anhang öffnen, infizierte er seinen Rechner mit einem Trojaner.

·         Das Spam-Aufkommen wird von Werbung für Online-Casinos dominiert: Mit 69,1 Prozent hatten im November 2011 mehr als zwei Drittel aller Spam-E-Mails dieses Thema. Nur noch im einstelligen Bereich ist Pharma-Spam (9,4 Prozent), während kein weiteres Thema die 3-Prozent-Marke überschritt.

·         Bei der Verbreitung von Casino-Spam treten immer häufiger längere Pausen ein, in denen Casino-E-Mails für mehrere Tage fast vollständig verschwinden. Das gesamte Spam-Volumen sinkt dann auf etwa ein Fünftel des Ausgangswertes. Diese Phasen können über eine Woche dauern und traten beispielsweise Anfang November und erneut in den letzten Tagen des Monats auf. Das eleven Research-Team geht davon aus, dass die Botnetbetreiber in dieser Zeit ihre Infrastrukturen umbauen und erweitern.

·         Indien ist nach wie vor das größte Herkunftsland von Spam - mit einem Anteil von 11,6 Prozent aller Spam-E-Mails im November. Auch Brasilien (11,2 Prozent) und Vietnam (10,5 Prozent) befanden sich im November im zweistelligen Prozentbereich. Deutschland lag dagegen mit 0,6 Prozent nur noch auf Platz 30.

·         Bei den Versendern von Malware-E-Mails liegt Deutschland weiterhin in der erweiterten Spitzengruppe und belegte im November 2011 bei den bekannten Viren Platz 10 (3,2 Prozent) und bei den Virenausbrüchen Platz 11 (2,7 Prozent).

·         Die größten Malware-Versender waren im November China (18,5 Prozent der bekannten Viren) und die USA (20,2 Prozent aller Virenausbrüche). Ungewöhnlich groß war die Menge der aus Österreich stammenden Malware-Ausbrüche: Mit 6,8 Prozent belegte das Land Platz 3. Die Top-Spam-Herkunftsländer Indien und Vietnam spielen auch beim Virenversand eine zentrale Rolle - sie belegten bei den bekannten Viren die Plätze 3 und 4.

·         Der Anteil von Spam am gesamten E-Mail-Volumen durchbrach im Oktober mit 90,3 Prozent erstmals seit der Rustock-Abschaltung wieder die 90-Prozent-Marke. Auch im November blieb er stabil bei 90,2 Prozent.

(eleven: ma)

 

 

 

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