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Embedded Software Engineering Kongress 2022 - Sindelfingen | 05.–09.12.2022
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Bedrohungen gegen die kritische Infrastruktur

Trellix beobachtet deutlichen Anstieg von Cyber-Attacken gegen kritische Infrastruktur angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen

Laut dem aktuellen Bericht kam es im 4. Quartal 2021 zu Angriffen mit Wiper-Malware gegen die Ukraine, gleichzeitig häuften sich Cyber-Bedrohungen vermutlich russischen Ursprungs



Trellix veröffentlichte ihren "Threat Labs Report: April 2022" über die Aktivitäten von Cyber-Kriminellen in den letzten sechs Monaten. Daraus geht deutlich hervor, dass sich Cyber-Angriffe vermehrt gegen einzelne Verbraucher richten. Aber auch das Gesundheitswesen sowie die Transport-, Fracht-, Fertigungs- und IT-Branchen verzeichnen einen starken Anstieg der Bedrohungen.

"Wir befinden uns in einer kritischen Phase der Cyber-Sicherheit und beobachten zunehmend feindlich gesinntes Verhalten auf einer immer größeren Angriffsoberfläche", erklärt Christiaan Beek, Lead Scientist und Principal Engineer bei Trellix Threat Labs. "Unsere Welt hat sich fundamental verändert. Im 4. Quartal zeichnete sich zunächst eine Wende nach der zweijährigen Pandemie ab, die Cyber-Kriminelle für ihre Zwecke genutzt hatten. Die Log4Shell-Schwachstelle betraf zum Beispiel Hunderte Millionen Geräte. Doch wir mussten feststellen, dass sich die Dynamik im neuen Jahr fortsetzte und internationale Cyber-Aktivitäten sprunghaft zunahmen."

Bedrohungen gegen die kritische Infrastruktur

Im 4. Quartal 2021 richteten sich die Cyber-Aktivitäten verstärkt gegen systemrelevante Sektoren:

>> Transport und Fracht waren das Ziel von 27 Prozent aller aufgedeckten Fälle von Advanced Persistent Threat (APT) (Aktivitäten feindlicher und heimlich agierender Akteure).

>> Das Gesundheitswesen wurde am zweithäufigsten attackiert; 12 Prozent aller aufgedeckten Angriffe entfielen auf diesen Sektor.

>> Im Vergleich zum 3. Quartal stieg die Anzahl der Bedrohungen gegen die Fertigungsindustrie im 4. Quartal um 100 Prozent und gegen die IT-Branche um 36 Prozent.

>> Unter den Kunden von Trellix entfielen 62 Prozent aller beobachteten Detektionen im 4. Quartal 2021 auf den Transportsektor.

Anfang April veröffentlichte Trellix den globalen Cyber Readiness Report. Der Bericht untersucht, wie sich Anbieter kritischer Infrastrukturen auf Cyber-Angriffe vorbereiten. Dabei wird deutlich, dass viele Anbieter in diesem Bereich trotz eklatanter Sicherheitsverstöße keine Best-Practices für Cyber-Sicherheit implementiert haben.

Bedrohungen gegen die Ukraine

Trellix Threat Labs befasste sich eingehend mit Cyber-Bedrohungen gegen die Ukraine, zum Beispiel mit Wiper-Malware, einer Schadsoftware, die infizierte Geräte durch Zerstörung wichtiger Speicherinformationen unbrauchbar macht. Untersucht wurden Whispergate und HermeticWiper – zwei Malware-Varianten, die vor und während der Invasion der Ukraine zum Einsatz kamen – im Hinblick auf Ähnlichkeiten und Unterschiede. Diese Schadsoftware wurde eingesetzt, um die Kommunikationsmöglichkeiten in der Ukraine lahmzulegen und somit die ukrainischen IT-Systeme zu destabilisieren.

Der heutige Bericht listet die Akteure hinter den Bedrohungen gegen die Ukraine auf, darunter Actinium APT, Gamaredon APT, Nobelium APT (auch APT29 genannt), UAC-0056 und Shuckworm APT. APT29 machte 30 Prozent der Detektionen aller im 4. Quartal 2021 von Trellix festgestellten APT-Aktivitäten aus.

Der Bericht beinhaltet auch Empfehlungen für Organisationen, die ihre Umgebung proaktiv vor den Taktiken solcher Akteure schützen möchten. Weitere Hintergrundinformationen über die Cyber-Aktivitäten gegen die Ukraine erfahren Sie im Trellix Threat Center und Threat Labs Blog.

Taktiken, Techniken & Verfahren

Trellix beobachtete den fortgesetzten Einsatz von Living-off-the-Land (LoTL)-Methoden. Kriminelle Angriffe erfolgen dabei über bestehende Software und die native Steuerung eines Geräts. Die Windows Command Shell (CMD) (53 Prozent) und PowerShell (44 Prozent) zählten im 4. Quartal 2021 zu den am häufigsten verwendeten NativeOS Binärdateien. Remote Services (36 Prozent) waren die am häufigsten verwendeten administrativen Tools.

Trellix Threat Labs hat kürzlich LoTL-Methoden entdeckt, mit deren Hilfe die vermutlich südkoreanische APT-Gruppe DarkHotel Malware in Luxushotels infiltriert. Über Excel-Dateien werden erfolgreich Informationen über prominente Gäste auf Dienst- oder Konferenzreise gesammelt.

Anfang des Jahres identifizierte Trellix Threat Labs auch einen mehrstufigen Spionageangriff auf das Büro eines Premierministers. Hochrangige Regierungsmitglieder und Vertreter des Verteidigungssektors sollten auf diese Weise überwacht werden. Dabei verschafften sich die Angreifer über Microsoft OneDrive als Command-and-Control-(C2)-Server sowie Excel Zugriff auf die Umgebung des infizierten Geräts.

Weitere Methoden und Techniken, die in den letzten Monaten verstärkt zum Einsatz kamen:

>> Das Tool, das APT-Gruppen im 4. Quartal 2021 am häufigsten einsetzten, war Cobalt Strike – mit einem Zuwachs von 95 Prozent gegenüber dem 3. Quartal.

>> Verschleierte Dateien bzw. Informationen waren die Techniken, die im 4. Quartal 2021 am häufigsten beobachtet wurden, gefolgt von Referenzen aus Internetbrowsern sowie File and Directory Discovery.

>> Bei den berichteten Vorfällen wurde Malware im 4. Quartal 2021 am häufigsten verwendet (in 46 Prozent aller Vorfälle), das entspricht einem Anstieg um 15 Prozent gegenüber dem 3. Quartal.

Bedrohungen gegen Einzelpersonen

Bemerkenswert ist der erhebliche Anstieg um 73 Prozent der gegen Einzelpersonen und Personen des öffentlichen Lebens gerichteten Cyber-Vorfälle, den der Bericht dokumentiert. Dieser Bereich rückte im 4. Quartal 2021 am stärksten ins Visier der Angreifer. Er umfasst Bedrohungen über soziale Medien, Mobilgeräte und andere Dienste, bei denen Verbraucher Daten und Anmeldeinformationen speichern. So entdeckte Facebook im 4. Quartal 2021 Spyware-Kampagnen gegen Nutzer auf der ganzen Welt. Android-Nutzer weltweit wurden von einer anderen kriminellen Gruppierung mit Joker Malware attackiert. Solche Angriffe sind meist politisch motiviert und sollen die Interaktionen und Kontakte einzelner Personen nachverfolgen.

Zuvor hatte Trellix gemeinsam mit dem Center for Strategic and International Studies den Bericht In the Crosshairs: Organizations and Nation-State Cyber Threats veröffentlicht, aus dem hervorgeht, dass der Zugriff auf Konsumentendaten das Motiv für knapp die Hälfte der staatlich gestützten Cyber-Attacken war und wahrscheinlich auch weiterhin sein wird.

Bedrohungsaktivitäten im 4. Quartal 2021

>> Ransomware-Familien. Lockbit (21 Prozent) war die verbreitetste Ransomware-Familie, die im 4. Quartal 2021 entdeckt wurde – mit einem Anstieg von 21 Prozent gegenüber dem 3. Quartal – gefolgt von Cuba (18Prozent) und Conti (16 Prozent).

>> Ransomware-Festnahmen. Dank des Einschreitens von Strafverfolgungsbehörden weltweit rangierte REvil/Sodinokibi, die gängigste Ransomware-Familie im 3. Quartal 2021, im 4. Quartal nicht mehr unter den häufigsten Detektionen.

>> Ransomware-Zunahme. Ein massiver Anstieg von Ransomware-Aktivitäten wurde im 4. Quartal 2021 in Italien (793 Prozent), in den Niederlanden (318 Prozent) und in der Schweiz (173 Prozent) verzeichnet. Indien (70 Prozent) und das Vereinigte Königreich (47 Prozent) erlebten ebenfalls starke Zuwächse gegenüber dem 3. Quartal.

>> Malware-Familien. Auf RedLine Stealer (20 Prozent), Raccoon Stealer (17 Prozent), Remcos RAT (12 Prozent), LokiBot (12 Prozent) und Formbook (12 Prozent) entfielen knapp 75 Prozent der im 4. Quartal 2021 beobachteten Malware-Familien.

Methodik

Der Bericht "Threat Labs Report: April 2022" stützt sich auf eigene Daten aus dem Trellix-Netzwerk, das über 1 Milliarde Sensoren umfasst, sowie auf Open-Source Intelligence und von Trellix Threat Labs durchgeführte Untersuchungen vorherrschender Bedrohungen wie Ransomware und staatliche Aktivitäten. Dabei wurde mit Telemetriedaten im Zusammenhang mit der Erkennung von Bedrohungen gearbeitet. Von Erkennung spricht man, wenn eine Datei, URL, IP-Adresse oder ein anderer Indikator entdeckt und über das Trellix-XDR-Ökosystem kommuniziert wird.

(Tellix: ra)

eingetragen: 29.04.22
Newsletterlauf: 12.07.22

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Meldungen: Statistiken

Rapider Anstieg: Ransomware bei Cyberattacken

In den zurückliegenden Jahren hat der Anteil an Ransomware bei Cyberattacken rapide zugenommen. Allein im Jahr 2021 hat sie weltweit Schäden von über 20 Milliarden US-Dollar verursacht. Dabei sind in der jüngsten Zeit auch und vor allem Regierungsorganisationen, Institutionen des Gesundheitswesens sowie kritische Infrastruktur ins Visier der Angreifer geraten.

Schädliche Skripte, Phishing-Seiten und Spyware

In der ersten Jahreshälfte 2022 wurden auf 12 Prozent der OT (Operational Technology)-Computer in Deutschland schädliche Objekte blockiert, wie aktuelle Analysen des Kaspersky ICS CERT zeigen. Weltweit waren es 32 Prozent. Am häufigsten fielen Industrieunternehmen schädlichen Skripten und Phishing-Seiten (JS und HTML) zum Opfer. Dabei ist vor allem die Infrastruktur zur Gebäudeautomation von diesen Bedrohungen konfrontiert.

Ransomware bleibt größte Bedrohung

Trend Micro, Anbieterin von Cybersicherheitslösungen, veröffentlichte ihren Sicherheitslagebericht zur Jahresmitte. Laut diesem blockierte das Unternehmen im ersten Halbjahr 2022 insgesamt 63 Milliarden Cyberbedrohungen. Besonders auffällig ist dabei eine Zunahme von Ransomware-Angriffen auf Linux- und Embedded-Systeme im zweistelligen Prozentbereich. Basierend auf diesen Erkenntnissen erwarten die Sicherheitsexperten, dass Attacken auf diese Systeme in den kommenden Jahren noch weiter zunehmen werden.

Zerstörerische Bedrohungstrends entwickeln sich ständig weiter

Fortinet hat den neuesten halbjährlichen FortiGuard Labs Global Threat Landscape Report veröffentlicht. Die Bedrohung durch Ransomware verändert sich stetig weiter – Ransomware as a Service (RaaS) schafft eine immer größere Bandbreite an Varianten. Cyberangreifer zielen nach wie vor auf Work-from-Anywhere (WFA)-Endpunkte ab, um sich Zugang zu Unternehmensnetzwerken zu verschaffen.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

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Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

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