Coinminer: Gekommen, um zu bleiben

G Data-Bedrohungsreport: Angreifer nutzen Schwachstellen in öffentlich verfügbaren Diensten aus

Zahl abgewehrter Angriffe geht saisonal wegen Ferienzeit zurück



Die Zahl der der abgewehrten Angriffsversuche ist im dritten Quartal 2021 weiter gesunken. Das zeigt der aktuelle Bedrohungsreport von G Data CyberDefense. Ein Grund dafür: Die vermehrte Rückkehr von Angestellten ins Büro. Gleichzeitig nutzen Angreifer zurzeit verstärkt Schwachstellen in öffentlich verfügbaren Diensten aus, um Netzwerke zu kompromittieren.

Die Zahl der abgewehrten Cyberangriffe liegt im dritten Quartal 2021 wieder auf dem Niveau vor Beginn der Corona-Pandemie. Im Vergleich zum zweiten Quartal sank die Zahl um 28,7 Prozent. Die Gründe für den Rückgang: Traditionell ist in den Sommermonaten die Zahl der Angriffsversuche saisonal geringer als zu anderen Zeiten. Zudem trägt auch die Rückkehr von Mitarbeitenden in Unternehmen aus dem Homeoffice zur Normalität bei und führt zu sinkenden Zahlen. Gerade zu Beginn der Pandemie waren viele schlecht gesicherte Rechner im privaten Umfeld eine leichte Beute für Cyberkriminelle. Insgesamt sind die Zahlen im privaten Umfeld stärker zurückgegangen als bei Unternehmen. Innerhalb von drei Monaten sank die Zahl der abgewehrten Angriffssuche auf Consumer um mehr als 30 Prozent. Im Businessumfeld sank die Zahl um 22 Prozent.

"Wer angesichts der sinkenden Zahlen glaubt, dass das Risiko einer Cyberattacke gesunken ist, unterliegt einem Trugschluss", sagt Tim Berghoff, Security Evangelist bei G Data CyberDefense. "Aktuell verschaffen sich Angreifer vermehrt Zugang zu Unternehmen über ungesicherte Fernzugänge oder Schwachstellen in öffentlich verfügbaren Diensten, wie der Angriff der Hafnium-Gruppe über eine Schwachstelle in Exchange-Servern gezeigt hat. Um die IT-Sicherheit in Unternehmen zu verbessern, braucht es geschultes Personal sowie etablierte Prozesse. Hier müssen die Verantwortlichen schnell handeln. Sonst ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis sie einem Angriff zum Opfer fallen."

Die aktuellen Analysen zeigen für das dritte Quartal 2021 hohe Coinminer-Aktivitäten. Dabei nutzen Cyberkriminelle die Rechenleistung fremder Rechner, um insbesondere Monero zu generieren. Während kriminelle Eindringlinge damit Geld verdienen, müssen die Anwender die gestiegenen Stromkosten bezahlen und nutzen einen Rechner mit eingeschränkter Performance. Der finanzielle Schaden ist dann groß, wenn Kriminelle die Rechenkapazitäten von Unternehmen ausbeuten, indem sie Serverfarmer oder Cloud-Instanzen kompromittieren.

Malware: Alte Bekannte statt neuer Gefahren

Der aktuelle Bedrohungsreport zeigt: Angreifer setzen weiterhin auf etablierten Schadcode. Besonders aktiv waren sie damit zwischen Juni und August 2021 mit Malware - Glupteba, Agent Tesla und STOPRansomware –, die bereits seit mehreren Jahren aktiv ist. Diesen entwickeln die Cyberkriminellen stetig weiter und arbeiten zudem auch daran, den Schadcode vor Security-Lösungen zu verstecken. Dafür nutzen sie in der Regel sogenannte Packer, mit dem sie den schädlichen Kern unkenntlich machen. Mit automatisierten Tools schicken sie dabei fast im Sekundentakt neue Angriffswellen durch das Netz.

Rootkits: Totgesagte leben länger

Im Laufe dieses Jahres haben Cyberkriminelle wieder verstärkt Rootkits eingesetzt. Nach einigen Jahren erleben sie gerade eine Renaissance. Rootkits kommen zusätzlich zu Schadprogrammen wie Ransomware oder Droppern zu Einsatz und sorgen dafür, dass Malware oder Spionage-Programme möglichst lange unerkannt auf dem System verbleiben oder kriminelle Gruppen aus der Ferne den Computer manipulieren können. Dabei haben sie weitreichende Rechte auf der Administrator-Ebene, sodass sie auf jede Funktion des Betriebssystems zugreifen können. Hinzu kommt: Rootkits können die meisten Spuren ihrer Existenz sehr gut verbergen.

"Angesichts der aktuellen Bedrohungslage benötigen Unternehmen zeitgemäße Schutztechnologien, um die trickreichen Angriffsversuche abzuwehren", sagt Tim Berghoff. "Bei G Data nutzen wir unter anderem Machine-Learning-Technologien, um einen wirksamen proaktiven Schutz zu gewährleisten." (G Data CyberDefense: ra)

eingetragen: 09.12.21
Newsletterlauf: 09.02.22

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Meldungen: Statistiken

Schädlichen Cybersecurity-Angriff verhindern

KnowBe4 gibt die Ergebnisse ihres Berichts über die meistgeklickten Phishing-Angriffe im ersten Quartal 2022 bekannt. "In unserem jüngsten vierteljährlichen Phishing-Bericht haben wir festgestellt, dass E-Mails mit Feiertagsmotiven die Mitarbeiter am meisten zum Anklicken verleiten", sagt Stu Sjouwerman, CEO von KnowBe4. "Personalbezogene Nachrichten, beispielsweise eine Änderung des Zeitplans für die Feiertage, haben vermutlich deshalb das Interesse der Mitarbeiter geweckt, da diese nachsehen wollten, ob sie aufgrund der Feiertage einen zusätzlichen freien Tag oder einen verkürzten Arbeitsplan erhalten.

Hacker nutzen den Ukraine-Krieg aus

Im Februar war Check Point Research zum Zeugen geworden, wie Hacker den Ukraine-Krieg ausnutzten, um Menschen zum Herunterladen bösartiger Anhänge zu verleiten. Die im Februar am weitesten verbreitete Malware, Emotet, hat genau das getan, nämlich mit E-Mails, die bösartige Dateien und den Betreff "Recall" (Rückruf) enthalten: "Militärischer Konflikt Ukraine-Russland: Wohlergehen unseres ukrainischen Besatzungsmitglieds".

Angreifer reagieren schnell auf neue Angriffsmöglichkeiten

Fortinet hat den neuesten halbjährlichen "FortiGuard Labs Global Threat Landscape Report" veröffentlicht. Die Bedrohungsdaten aus der zweiten Hälfte des Jahres 2021 zeigen, dass die Automatisierung und die Geschwindigkeit der Angriffe zunehmen. Die Strategien der Cyberkriminalität sind weiter fortgeschritten, zerstörerischer und unvorhersehbarer. Darüber hinaus legen die Cyberangreifer einen Schwerpunkt auf die wachsende Angriffsfläche von hybriden Mitarbeitern und hybrider IT. Einen detaillierten Überblick über den Bericht sowie einige wichtige Erkenntnisse zeigt der Report.

DDoS-Angriffe und Kryptowährungsmarkt

DDoS-Angriffen haben im letzten Quartal 2021 ein trauriges Allzeithoch erreicht. Laut Kaspersky-Telemetrie ist die Gesamtzahl der DDoS-Angriffe im Vergleich zum dritten Quartal 2021 um 52 Prozent gestiegen. Das ist 4,5-mal höher als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. Kaspersky-Experten sehen die Gründe unter anderem in der Verkaufssaison zu Weihnachten und der zunehmenden Beliebtheit von Kryptowährungen.

Finanzsektor am stärksten von Cyber-Bedrohungen betroffen

Im neuen Advanced Threat Research Report: January 2022 untersuchte Trellix das Verhalten und die Aktivitäten von Cyber-Kriminellen im dritten Quartal 2021. Die Studie stellt unter anderem fest, dass Hacker-Gruppen trotz des Bestrebens, Ransomware-Aktivitäten aus Online-Foren zu verbannen, alternative Personas verwenden, um den Einsatz von Ransomware in immer mehr Branchen zu verbreiten. Am häufigsten sind der Finanzsektor, Versorgungsunternehmen und Einzelhändler betroffen, auf die insgesamt fast 60 Prozent der entdeckten Ransomware-Angriffe entfallen.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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