Exploits-Kits: Übertragungsmedien für Malware


Naht das Ende der Exploit-Kits? Der neue F-Secure Threat-Report ist zuversichtlich
Zwei der prominentesten Vertreter der letztjährigen Malware-Szene waren die "Angler" und "Reaktor"-Exploit-Kits

(25.04.16) - Das zu erwartende Ende für Flash-Exploits und die Rückkehr der Makro-Malware sind, neben den globalen Cyber-Security-Trends und Ereignissen des letzten Jahres, zwei der vielen Themen des F-Secure "Threat Report 2015". Laut dem neuen F-Secure "Threat Report 2015 , sind die Tage der Exploit-Kits womöglich gezählt. Der heute veröffentlichte Bericht bietet einen detaillierten Überblick der in 2015 von Unternehmen und Verbrauchern angetroffenen Cyber-Bedrohungen, analysiert Trends und Ereignisse und liefert eine Prognose für die Entwicklung der nächsten Jahre.

Zwei der prominentesten Vertreter der letztjährigen Malware-Szene waren die "Angler" und "Reaktor"-Exploit-Kits, und ganz wie bei den anderen Top-Exploits, waren es auch hier hauptsächlich Schwachstellen in Flash, die es den beiden erlaubten, ihre gefährliche Arbeit zu verrichten. Aber laut einer Prognose von F-Secure Sicherheitsberater Sean Sullivan im Bericht wird die "leichte Beute" Flash ab Frühling 2017 für Exploit-Kit-Programmierer keine profitable Angriffsmöglichkeit mehr darstellen. Denn Sullivan erwartet, dass Google Chrome Anfang 2017 die Unterstützung von Flash komplett einstellt, und sowohl Mozilla Firefox als auch Microsoft Edge Googles Vorbild folgen werden.

Exploits-Kits sind in den letzten zehn Jahren zu einem der verbreitetsten Übertragungsmedien für Malware geworden. Für einen erfolgreichen Angriff benötigen sie aber veraltete Softwareversionen, um deren bekannte Sicherheitslücken auszunutzen. Und diese werden, so Sullivan, bald schwerer zu finden sein. "Alleine schon durch die Allround-Fähigkeiten von HTML 5, zum Beispiel, wird der Bedarf an Drittanbieter-Plugins fast vollständig eliminiert. Und die heutigen Browser aktualisieren sich automatisch, ohne dass der Benutzer selbst ein Update initialisieren muss, und halten sich somit stets sicher auf dem neuesten Stand."

Auch andere Programme bieten für Exploits kaum erfolgsversprechende Angriffsansätze. Microsoft Produkte und Software sind inzwischen weit sicherer, als sie es einst waren, und Sicherheitslücken werden durch die schnelle und kontinuierliche Veröffentlichung von Patches im Keim erstickt. Im Gegensatz zu Flash, wurden Adobes andere Produkte mehr und mehr auf Cloud-basierte Applikationen umgestellt und verbleiben somit nicht auf den für potenzielle Angriffe anfälligen Computern der Nutzer. Und mit immer stärkeren Einschränkungen haben Browserentwickler Java-Applikationen weitgehend verdrängt.

Aber welche Folgen hat der Mangel an leichter Beute nun für Exploit-Kits an sich?

"Hoffentlich sterben sie aus", sagt Sullivan. "Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Geschäftsmodell in der Malware-Szene zusammenbricht. Exploit-Entwickler könnten ihre Bemühungen vielleicht auf Browser konzentrieren, aber dazu müssten sie Zero-Day-Schwachstellen ausfindig und nutzbar machen, und das bevor diese durch automatische Updates korrigiert werden."

Die Rückkehr der Makro-Malware
Während Exploit-Kits mit ihrem eventuellen Niedergang konfrontiert werden, erwartet der Bericht andererseits, dass kommerzialisierte Malware-Dienste ihre auf Email-Anhängen basierenden Angriffstrategien nur noch weiter verstärken. Eine dieser Strategien bedient sich der "Makro-Malware", die nach einer fast 15-jährigen Abstinenz im letzten Jahr wieder in der Szene Einzug hielt.

Malware-Programmierer nutzen hierbei die Makro-Funktion in Microsoft Office, um bösartigem Code in dann als Email-Anhänge verschickte Dokumente zu integrieren. Durch eine mit Office 2003 eingeführte Änderung der Standardeinstellungen, verhindert Microsoft Office zwar das automatische Ausführen von Markos und verringert somit auch drastisch die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Angriffs. Aber die heutige Makro-Malware versucht Microsofts Standardeinstellungen zu umgehen, indem sie im geöffneten Dokument Text anzeigt, laut dem es sich bei der Datei um ein "geschütztes" Dokument handelt, welches die Aktivierung von Makros durch den Benutzer erfordert.

Weitere Highlights des F-Secure Threat Report 2015:

>> "Polizei"-Ransomware sind zurückgegangen, aber Krypto-(Verschlüsslungs-)Ransomware verzeichneten einen Aktivitätsanstieg

>> Würmer stellten mit 18 Prozent einen höheren Malware-Anteil als im Vorjahr (10 Prozent)

>> Ein detaillierter Blick auf die "Dukes" Cyber-Spionage-Gruppe und ihre Verwendung von Malware, um jahrelang für die Russische Föderation vertrauliche Informationen zu sammeln

>> Eine Analyse der aktuellen Bedrohungen mit Hilfe der "Chain of Compromise" das benutzerzentrierte Modell veranschaulicht die Abfolge, in der sich Cyber-Attacken Zugriff auf Geräte und Netzwerke verschaffen

>> Die von den Top-Exploit-Kits im Jahr 2015 am meisten ausgenutzten Sicherheitslücken

>> Die größten Bedrohungen für verschiedene Länder und Regionen

>> Die größten Bedrohungen für Windows, Mac und Android-Betriebssysteme
(F-Secure: ra)

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Meldungen: Statistiken

Starker Anstieg von Phishing-Downloads

Netskope hat ihren neuen Cloud and Threat Report veröffentlicht, der die Malware-Downloads aus der Cloud und dem Internet in den letzten zwölf Monaten untersucht. Aus diesem geht unter anderem hervor, dass die Zahl der Phishing-Downloads um 450 Prozent zugenommen hat, angeheizt durch Angreifer, die SEO-Techniken einsetzen, um schädliche PDF-Dateien ganz oben in den Rankings beliebter Suchmaschinen wie Google und Bing zu platzieren.

Dauer der DDoS-Angriffe veränderte sich erheblich

Im ersten Quartal 2022 ist die Anzahl an DDoS-Angriffen um das 4,5-fache im Vergleich zum gleichen Vorjahresquartal gestiegen. Des Weiteren war die durchschnittliche Dauer einer Attacke 80 Mal länger als in Q1 2021. Die Experten von Kaspersky sehen es als wahrscheinlich an, dass diese Zunahme der Angriffe auf hacktivistische Aktivitäten zurückzuführen ist.

Bedrohungen gegen die kritische Infrastruktur

Trellix veröffentlichte ihren "Threat Labs Report: April 2022" über die Aktivitäten von Cyber-Kriminellen in den letzten sechs Monaten. Daraus geht deutlich hervor, dass sich Cyber-Angriffe vermehrt gegen einzelne Verbraucher richten. Aber auch das Gesundheitswesen sowie die Transport-, Fracht-, Fertigungs- und IT-Branchen verzeichnen einen starken Anstieg der Bedrohungen.

Netzwerkangriffe auf Dreijahreshoch

Der gerade veröffentlichte, jüngste Internet Security Report von WatchGuard Technologies belegt für den Zeitraum von Oktober bis Dezember 2021 eine klare Malware-Konzentration in Europa. In der EMEA-Region war die Anzahl der erkannten Malware-basierten Gefahren im Vergleich mit dem Rest der Welt nahezu doppelt so hoch. Bemerkenswert ist in dem Zusammenhang aber auch erneut die Qualität der einschlägigen Bedrohung.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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