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57,6 Millionen neue Malware-Samples


Neue Rekordwerte für Malware im dritten Quartal 2017
36 Prozent Anstieg bei neuer Ransomware - Anstieg um 119 Prozent bei dateiloser Malware mit Angriffsziel Microsoft PowerShell



Der neue McAfee Labs Threat Report für Dezember 2017 untersucht den Anstieg und die Trends bei neuer Malware, Ransomware und anderen Bedrohungen im dritten Quartal 2017. Mit 57,6 Millionen neuen Malware-Samples vier neuen Samples pro Sekunde verzeichnet der Bericht einen neuen Rekordwert. Darunter finden sich Entwicklungen wie neue dateilose Malware mit bösartigen Makros, eine neue Version der Locky-Ransomware namens "Lukitus" sowie neue Varianten der Banking-Trojaner Trickbot und Emotet. Der Report verzeichnet auch eine hohe Anzahl von Angriffen auf die Sicherheitslücken in der Microsoft-Technologie obwohl der Plattformanbieter bereits im ersten Quartal 2017 entsprechende Patches veröffentlichte.

"Das dritte Quartal zeigte, dass Angreifer weiterhin von den dynamischen, für sie vorteilhaften Merkmalen von Plattformtechnologien wie PowerShell, der verlässlichen Fahrlässigkeit einzelner Phishing-Opfer, aber auch dem ebenso verlässlichen Scheitern von Organisationen beim Schließen ihrer Sicherheitslücken mit verfügbaren Sicherheits-Updates profitieren", kommentiert Raj Samani, Chief Scientist bei McAfee. "Angreifer werden natürlich immer nach Möglichkeiten suchen, neue Entwicklungen und etablierte Plattformen auszunutzen. Allerdings liegt die größere Herausforderung für unsere Branche wohl darin, Einzelpersonen und Organisationen davon zu überzeugen, nicht selbst zu ihren schlimmsten Feinden zu werden."

Bedrohungsaktivitäten im dritten Quartal
Sicherheitsvorfälle: Im dritten Quartal gab es 263 öffentlich aufgedeckte Sicherheitsvorfälle. Dies entspricht einem Rückgang um 15 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal. Mehr als 60 Prozent davon wurden auf dem amerikanischen Kontinent gemeldet.

>> Angriffsziel vertikale Branchen: Der Gesundheits- und der öffentliche Sektor machten im dritten Quartal mehr als 40 Prozent aller Vorfälle aus.

>> Angriffsvektoren: Die häufigste aufgedeckte Angriffsmethode waren gekaperte Konten, gefolgt von Lecks, Malware, DDoS und gezielten Angriffen.

>> Mobile Malware: Die Gesamtzahl mobiler Malware stieg weiter und erreichte 21,1 Millionen Samples. Der Anstieg bei neuer mobiler Malware um 60 Prozent gegenüber dem Vorquartal ist vor allem auf einen rasanten Anstieg der Ransomware für Android-Bildschirme zurückzuführen.

>> Malware insgesamt: Neue Malware-Samples nahmen im dritten Quartal um zehn Prozent auf 57,5 Millionen zu. Die Gesamtzahl der Malware-Samples stieg in den letzten vier Quartalen um 27 Prozent auf fast 781 Millionen.

>> Dateilose Malware: Während sich das Wachstum von JavaScript-Malware um 26 Prozent verlangsamte, hat sich PowerShell-Malware mit 119 Prozent mehr als verdoppelt.

>> Ransomware: Neue Ransomware-Samples nahmen im dritten Quartal um 36 Prozent zu. Die Gesamtzahl neuer Ransomware stieg im letzten Quartal um 14 Prozent auf 12,2 Millionen.

>> Mac OS-Malware: Die Zahl der Mac OS-Malware-Samples wuchs im dritten Quartal um sieben Prozent.
Makro-Malware: Makro-Malware nahm weiterhin zu und wuchs um acht Prozent.

Bekannte Schwachstellen werden ausgenutzt
Im dritten Quartal 2017 nutzten Cyber-Kriminelle weiterhin Microsoft Office-Schwachstellen wie CVE-2017-0199. Die Schwachstelle in Microsoft Office und WordPad erlaubt die Remotecode-Ausführung über eine präparierte Datei. Für diese Angriffe nutzten zahlreiche Hacker ein über GitHub verfügbares Tool, mit dem sich ein Backdoor-Angriff ganz einfach und ohne komplexe Konfiguration erstellen lässt.

Neue Varianten des Banking-Trojaners "Trickbot" nutzten den EternalBlue-Exploit-Code, der für die massiven WannaCry- und NotPetya-Ransomware-Epidemien im zweiten Quartal verantwortlich war. Trotz der fortgesetzten Bemühungen von Microsoft, EternalBlue mit Sicherheitspatches zu bekämpfen, erwies sich der Code für die neuen Trickbot-Autoren immer noch als effektiv. Sie kombinierten ihn mit neuen Funktionen wie Diebstahl von Kryptowährungen und neuen Bereitstellungsmethoden. Damit mauserten sich diese neuen Versionen von Trickbot zu den aktivsten Banking-Trojanern im dritten Quartal.

"Sobald eine Schwachstelle einmal entdeckt wurde, entwickeln böswillige Parteien ausgeklügelte Bedrohungen, um sie auszunutzen", ergänzt Steve Grobman, Chief Technology Officer bei McAfee. "2017 wird als das Jahr in Erinnerung bleiben, in dem solche Schwachstellen für umfangreiche Cyber-Angriffe genutzt wurden. Dazu zählen die Ransomware-Epidemien WannaCry und NotPetya und hochkarätige Lecks wie bei Equifax. Höhere Investitionen sind erforderlich, um Cyber-Schwachstellen zu erkennen und zu beheben. Nur dann können Technologieanbieter, Regierungen und Unternehmen hoffen, den Cyber-Kriminellen einen Schritt voraus zu sein, die wiederum rasant daran arbeiten, Schwachstellen zu entdecken und auszunutzen."

Dateilose Bedrohungen
Dateilose Bedrohungen stellten im dritten Quartal weiterhin ein wachsendes Problem dar. Allein PowerShell-Malware wuchs um 119 Prozent. Sehr prominent in dieser Kategorie war der Banking-Trojaner "Emotet", der sich durch große Spam-Kampagnen auf der ganzen Welt ausbreitete und Benutzer dazu verleitete, Microsoft Word-Dokumente herunterzuladen. Damit wird unabsichtlich ein PowerShell-Makro aktiviert, das die Malware auf ihr System herunterlädt und installiert.

Ransomware "Lukitus"
Eine der wichtigsten Entwicklungen im Bereich Ransomware war das Auftreten von "Lukitus", einer neuen Version der Locky-Ransomware. Innerhalb der ersten 24 Stunden des Angriffs wurde die Ransomware über mehr als 23 Millionen Spam-E-Mails verbreitet. Insgesamt nahmen neue Ransomware-Samples um 36 Prozent zu. Die Gesamtzahl der Ransomware-Samples stieg in den letzten vier Quartalen um 44 Prozent auf 12,3 Millionen.

"DragonFly": Neue Branchen, neue Ziele
Das Team von McAfee Advanced Threat Research fand heraus, dass die Malware "DragonFly 2.0" ihr Angriffsspektrum im Lauf des Jahres erweitert hat. Die Anfang 2017 im Energiesektor entdeckte Malware zielt jetzt auch auf andere Branchen, insbesondere Pharma, Finanzdienstleistungen und Buchhaltung, ab. Diese Angriffe wurden durch Spear-Phishing-E-Mails ausgelöst. Sie verlocken den Empfänger dazu, auf Links zu klicken, die den Trojaner herunterladen und Angreifern Netzwerkzugriff gewähren. (McAfee: ra)

eingetragen: 18.12.17
Home & Newsletterlauf: 22.01.18


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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

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Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

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Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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