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Embedded Software Engineering Kongress 2022 - Sindelfingen | 05.–09.12.2022
Der ESE Kongress ist Deutschlands Leitkongress der Embedded-Softwarebranche


Phishing- und Social-Media-Angriffen

Mitarbeiter im Visier: Reaktionsbasierte E-Mail-Bedrohungen auf dem höchsten Stand seit 2020

Aktueller Report von Agari und Phishlabs zeigt außerdem einen Anstieg hybrider Vishing-Angriffe um 625 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2022



Der Anteil reaktionsbasierter E-Mail-Angriffe auf die Mailboxen von Unternehmen hat im zweiten Quartal dieses Jahres mit 41 Prozent aller E-Mail-Angriffe den höchsten Stand seit 2020 erreicht, Bild: HelpSystems

Der Anteil reaktionsbasierter E-Mail-Angriffe auf die Mailboxen von Unternehmen hat im zweiten Quartal dieses Jahres mit 41 Prozent aller E-Mail-Angriffe den höchsten Stand seit 2020 erreicht. Das geht aus dem aktuellen vierteljährlichen Quarterly Threat Trends & Intelligence Report von Agari und PhishLabs hervor, die Teil des HelpSystems Cybersecurity-Portfolios sind.

Im Zeitraum von April bis Juni analysierten Agari und PhishLabs Hunderttausende von Phishing- und Social-Media-Angriffen, die auf Unternehmen, deren Marken und Mitarbeiter fokussiert waren. Anhand der Auswertung dieser Angriffe zeigt der Report die wichtigsten Trends der Bedrohungslage auf.

Bei einer reaktionsbasierten Bedrohung reagieren Opfer über einen ausgewählten Kommunikationskanal auf Methoden wie Phishing (über E-Mail), Vishing/Smishing (über einen Anruf oder eine SMS) und Advance Fee Scams (Vorschussbetrug), bei dem Opfer vorab eine Zahlung leisten, um eine größere Geldsumme zu erhalten – auch bekannt als 419- oder nigerianischer Betrug.

Advance Fee Scams (Vorschussbetrug) dominieren regelmäßig die Kategorie reaktionsbasierter Angriffe und sind 2022 gegenüber dem Vorjahr um insgesamt 3,4 Prozent gestiegen. Im zweiten Quartal 2022 machten sie einen Anteil von 54,2 Prozent aller E-Mail-Bedrohungen aus. Die Kompromittierung von Geschäftsmails (Business Email Compromise, BEC) hat im zweiten Quartal ebenfalls zugenommen und hatte einen Anteil von 16,3 Prozent am gesamten Angriffsvolumen. Während der Anteil anderer reaktionsbasierter Bedrohungen im Vergleich zum ersten Quartal zurückgegangen ist, haben hybride Vishing-Angriffe an Volumen zugenommen und erreichten im zweiten Quartal einen Sechs-Quartals-Höchststand: 625 Prozent mehr Angriffe als im ersten Quartal 2021.

Weitere wichtige Erkenntnisse

●>> Phishing nimmt kontinuierlich zu. Die Angriffe sind im zweiten um fast 6 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2022 gestiegen.

● >> Im zweiten Quartal nahmen die Social-Media-Angriffe im Vergleich zum ersten Quartal um 20,3 Prozent zu und erreichten im Durchschnitt fast 95 Angriffe pro Unternehmen und Monat. In den letzten 12 Monaten hat die Zahl der Angriffe um mehr als 100 Prozent zugenommen, da die sozialen Netzwerke sich am besten eignen, um eine große Gruppe an potentiellen Opfern zu erreichen.

● >> Im zweiten Quartal kehrt Emotet offiziell wieder an die Spitze zurück, nachdem er um 30,7 Prozent zulegte und damit fast die Hälfte aller Malware-Angriffe repräsentierte. Bemerkenswert ist, dass der Neueinsteiger Bumblebee auf den dritten Platz gesprungen ist. Es wird vermutet, dass er mit den früher führenden Schadprogrammen Trickbot und BazaLoader verwandt ist.

● >> Zugangsdaten-Angriffe auf Office 365-Konten erreichten im zweiten Quartal den höchsten Stand seit sechs Quartalen in Bezug auf Anteil und Volumen: Mehr als 58 Prozent aller Phishing-Links waren Angriffe auf O365-Anmeldedaten, was einem Anstieg von 17,7 Prozent in diesem Jahr entspricht.

"Die Anzahl an reaktionsbasierten Angriffen ist seit Q1 2021 in jedem Quartal gestiegen, abgesehen von einem geringfügigen Rückgang in Q1 2022", sagte John Wilson, Senior Fellow Threat Research bei HelpSystems. "Reaktionsbasierte Angriffe haben immer noch einen beträchtlichen Anteil am Phishing-Volumen, was unterstreicht, dass Kriminelle mit Social-Engineering-Taktiken weiterhin sehr erfolgreich operieren. Wir haben festgestellt, dass die 419-, Vishing- und BEC-Köder immer wieder angepasst werden. Dies zeigt, dass die meisten Angreifer nicht versuchen, das Rad neu zu erfinden, sondern vielmehr auf neue Varianten der gleichen Social-Engineering-Bedrohungen setzen, die sich in der Vergangenheit als erfolgreich erwiesen haben.

Auch wenn die meisten gemeldeten E-Mails in der Regel nicht schädlich sind, ist die proaktive Identifizierung und das Melden verdächtiger E-Mails wichtig, um Unternehmen vor Anmeldedaten-Diebstahl, reaktionsbasierten und Malware-Angriffen zu schützen. In Zukunft müssen die Sicherheitsteams den Angriffen entgegenwirken, indem sie in kanalübergreifende Überwachung und Partnerschaften mit Technologieanbietern investieren, um Missbrauch vorzubeugen", fasst Wilson zusammen. (HelpSystems: ra)

eingetragen: 19.08.22
Newsletterlauf: 19.10.22

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Meldungen: Statistiken

Rapider Anstieg: Ransomware bei Cyberattacken

In den zurückliegenden Jahren hat der Anteil an Ransomware bei Cyberattacken rapide zugenommen. Allein im Jahr 2021 hat sie weltweit Schäden von über 20 Milliarden US-Dollar verursacht. Dabei sind in der jüngsten Zeit auch und vor allem Regierungsorganisationen, Institutionen des Gesundheitswesens sowie kritische Infrastruktur ins Visier der Angreifer geraten.

Schädliche Skripte, Phishing-Seiten und Spyware

In der ersten Jahreshälfte 2022 wurden auf 12 Prozent der OT (Operational Technology)-Computer in Deutschland schädliche Objekte blockiert, wie aktuelle Analysen des Kaspersky ICS CERT zeigen. Weltweit waren es 32 Prozent. Am häufigsten fielen Industrieunternehmen schädlichen Skripten und Phishing-Seiten (JS und HTML) zum Opfer. Dabei ist vor allem die Infrastruktur zur Gebäudeautomation von diesen Bedrohungen konfrontiert.

Ransomware bleibt größte Bedrohung

Trend Micro, Anbieterin von Cybersicherheitslösungen, veröffentlichte ihren Sicherheitslagebericht zur Jahresmitte. Laut diesem blockierte das Unternehmen im ersten Halbjahr 2022 insgesamt 63 Milliarden Cyberbedrohungen. Besonders auffällig ist dabei eine Zunahme von Ransomware-Angriffen auf Linux- und Embedded-Systeme im zweistelligen Prozentbereich. Basierend auf diesen Erkenntnissen erwarten die Sicherheitsexperten, dass Attacken auf diese Systeme in den kommenden Jahren noch weiter zunehmen werden.

Zerstörerische Bedrohungstrends entwickeln sich ständig weiter

Fortinet hat den neuesten halbjährlichen FortiGuard Labs Global Threat Landscape Report veröffentlicht. Die Bedrohung durch Ransomware verändert sich stetig weiter – Ransomware as a Service (RaaS) schafft eine immer größere Bandbreite an Varianten. Cyberangreifer zielen nach wie vor auf Work-from-Anywhere (WFA)-Endpunkte ab, um sich Zugang zu Unternehmensnetzwerken zu verschaffen.

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Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

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Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

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Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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