- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Markt » Hintergrund

Phishing auf dem Vormarsch


IT-Security-Technologie gibt Unternehmen ein falsches Gefühl von Sicherheit
Der Einsatz von IT-Security-Technologie, um menschlich bedingte Probleme zu lösen, funktioniert einfach nicht

- Anzeigen -





Übermäßiges Vertrauen in die Technologie macht Unternehmen anfällig für Phishing und andere Angriffe, die auf Menschen abzielen. Untersuchungen vom F-Secure Red Team zufolge, haben 52 Prozent der Mitarbeiter bereits auf einen Link in einer gefälschten E-Mail geklickt. Cyberangreifer nehmen konsequent Unternehmen ins Visier, die sich Sicherheitsexperten zufolge oftmals in Sicherheit wiegen und sich zu sehr auf Technologie zu verlassen, um ihre Netzwerke zu verteidigen. Die Warnung kommt von einem Sprecher vom Red Team von F-Secure. Diese Expertengruppe für Cybersicherheit übt nachgeahmte Angriffe auf Unternehmen aus, um die Stärken und Schwächen ihrer Sicherheit zu verdeutlichen.

"Der Einsatz von Technologie, um menschlich bedingte Probleme zu lösen, funktioniert einfach nicht – und jeder, der dir etwas Anderes sagt, verkauft magische Bohnen", sagt Tom Van de Wiele, Principle Security Consultant bei F-Secure. "Die Angreifer, vor allem Kriminelle, leben von der Perfektionierung subtiler Social-Engineering-Methoden, die Menschen dazu verleiten, ihre Wachsamkeit auszuschalten. Wenn die Mitarbeiter glauben, dass modernste Sicherheitstechnologien alles bewältigen werden, gibt ihnen dies ein falsches Sicherheitsgefühl. Genau darauf zählen die heutigen Angreifer."

Phishing veranschaulicht das, was Van de Wiele mit Fehlern im Zusammenhang mit einem Übermaß an Vertrauen in Technologie meint. Laut PwCs Global State of Information Security Survey 2017, war Phishing der wichtigste Vektor für Cyberangriffe auf Finanzinstitute im Jahr 2016. Angesichts der Verbreitung im Darknet von Phishing-as-a-Service als Managed Service werden diese Angriffe wahrscheinlich noch häufiger werden.

"Du würdest staunen, was die Leute alles anklicken, während sie arbeiten. Sie sind nicht dumm, aber sie werden erwischt, wenn sie es nicht unbedingt erwarten, dass sie getäuscht werden", erklärte Van de Wiele. Und in der Tat haben simulierte Phishing-Angriffe hohe Erfolgsraten bei den Red Teaming Tests von F-Secure.

Im Rahmen eines aktuellen Auftrags schickte das F-Secure Red Team eine gefälschte LinkedIn-E-Mail an die Mitarbeiter des beauftragenden Unternehmens, um zu sehen, wie viele davon auf einen Link in einer unerwünschten E-Mail klicken würden. 52 Prozent der Angestellten klickten darauf. In einem anderen Test hat das Red Team eine E-Mail erstellt, die zu einem gefälschten Portal führt, in dem Mitarbeiter sich mit ihren Login-Daten anmelden müssen. 26 Prozent der Empfänger folgten dem Link zum Portal, und 13 Prozent haben tatsächlich ihre Anmeldeinformationen eingegeben.

Nichts ist grenzenlos
Die Red Teaming Tests, die Van de Wiele und seine Kollegen durchführen, umfassen eine Reihe von Tests, um aufzuzeigen, was Unternehmen richtig oder falsch machen, wenn es um Sicherheit geht. Ziel der simulierten Angriffe ist es, Finanzdaten und geistiges Eigentum zu stehlen oder wichtige Teile der IT-Infrastruktur eines Unternehmens unter Kontrolle zu bringen. Die Tests stellen die Unternehmen vor die Herausforderung, erfolgreich simulierte Cyberangriffe zu entdecken, zu isolieren und darauf zu reagieren.

Van de Wiele zufolge, überraschen diese Tests oftmals die Unternehmen, indem sie aufdecken, in welcher Weise sie den Bedrohungen ausgesetzt sind. "Interne Ansichten der Sicherheit passen selten zu den Schwachpunkten, die Angreifer tatsächlich sehen", sagte er. Die Tests beziehen die gesamte Angriffsfläche eines Unternehmens mit ein, nicht nur die digitale, sondern auch die physische – oder einfach irgendetwas, was unter der Firmenmarke läuft.

"Viele Unternehmen sind überrascht, wenn wir auf ihre Offline-Servern zugreifen, da viele CISOs unvorbereitet sind, mit einem Angreifer umzugehen, der sich physischen Zugang zum Firmengelände verschafft. Und das ist überraschend einfach zu bewerkstelligen: Alles was Sie brauchen, ist eine Sicherheitsweste und den Anschein körperlicher Arbeit nachzuahmen. Eine Sicherheitsweste ist besser als Harry Potters Unsichtbarkeitsumhang. Ziehen Sie eine an – und Sie kommen überall hinein, es werden keine Fragen gestellt."

Der Leistungsumfang des F-Secure Red Teams:
>> Gewährleisten, dass die Sicherheitsmaßnahmen funktionieren und mit der beabsichtigten Funktion übereinstimmen.
>> Den betriebswirtschaftlichen Wert von Investitionen in die Cybersicherheit ermitteln.
>> Sich einen Überblick darüber verschaffen, wie effizient Kernkompetenzen oder geistiges Eigentum geschützt sind.
>> Klären, ob die Sicherheitsprozesse aktualisiert werden müssen oder ob mehr Sicherheitstraining erforderlich ist.
>> Das IT-Sicherheitsbewusstseins in den betroffenen Abteilungen erhöhen.
>> Fähigkeit des Unternehmens testen, einen Angriff zu isolieren.
(F-Secure: ra)

eingetragen: 14.05.17
Home & Newsletterlauf: 08.06.17


F-Secure: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -





Kostenloser IT SecCity-Newsletter
Ihr IT SecCity-Newsletter hier >>>>>>

- Anzeigen -


Meldungen: Hintergrund

  • Datenschutz-Compliance im Blickpunkt

    Vier Trends in Sachen Datensicherheit für das Jahr 2018 sieht Arcserve. Angesichts des wachsenden Risikos Ransomware suchen Unternehmen intensiv nach Antworten auf die unvorhersehbare Nichtverfügbarkeit ihrer Daten. Durch das verbindliche Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung am 25. Mai 2018 benötigen Unternehmen schnell Lösungen, die die Compliance mit der DSGVO sicherstellen. Zudem wollen die Verantwortlichen ihre Storage-Infrastruktur vereinfachen. Vier Trends werden daher den Datensicherheits-Markt in 2018 massiv prägen.

  • Cybersicherheit: Welche Trends 2018 ab?

    Mit dem stetig wachsenden Zustrom von Internet Embedded-Technologien (IET) und dem Einzug des Internet der Dinge in Unternehmen - in Form von Druckern, Konferenzlösungen, Gebäudesicherheitstechnik, vernetzter Heizung, Lüftung und Klimatisierung, automatisierter Beleuchtung und anderen Geräten - würde es nicht überraschen, wenn diese Technologien im Jahr 2018 bei einem großen Datenklau im Mittelpunkt stehen. Noch hat es keine großen Zwischenfälle im direkten Zusammenhang mit diesen Technologien gegeben. Es gibt jedoch zwei Möglichkeiten, wie sie bei einem Datenverlust eine Rolle spielen könnten. Erstens auf indirektem Weg, wenn ein Unternehmen bereits kompromittiert ist und der Angreifer die IET-Systeme dann in der sekundären Phase nutzt, um seine Anwesenheit im Netzwerk zu verbergen. Weil diese Technologien leider nicht überwacht und beim Überprüfen der Sicherheitsumgebung oft übersehen werden, lassen sie sich von Angreifern auf diese Weise als Advanced Persistent Threat (APT) verwenden.

  • Das allwissende, gierige Auge Saurons

    Das nächste Mal, wenn man eine Webseite öffnet, stelle man sich vor, dass gleichzeitig eine Filmcrew eintrifft. Ein Kameramann platziert seine Kameralinse direkt über der eigenen Schulter und zwar so blitzartig schnell, dass die Webseite, die man gerade aufruft, noch nicht einmal vollständig geladen ist. Da hat die mitschauende Kameralinse bereits alles auf dem Bildschirm gierig erfasst. Jeder Mausklick, Scroll und Tastenschlag wird registriert. Unrealistisch? Mit Nichten, denn man vergisst allzu gerne, dass die virtuelle Linse existiert, alles sieht und speichert. So bewegt man sich beispielsweise durch den Checkout-Prozess und wird nach Namen, Adresse und Bezahlmodalitäten gefragt.

  • Krypto-Mining-Malware eingebettet

    Wie jetzt bekannt wurde, ist das Landesamt für Besoldung und Versorgung Baden-Württemberg seit Herbst 2017 bis Anfang des Jahres 2018 Opfer einer Hackerattacke geworden. Bei dem Angriff zielten die Kriminellen nicht auf Daten ab, sondern auf die Rechenleistung der Server. Die bislang unbekannten Angreifer sind mehrmals erfolgreich in das Computersystem eingestiegen, um so Krypto-Währungen wie Monero zu schürfen. Das heimliche Schürfen von Krypto-Währungen auf Computern von Unbeteiligten ist aufgrund explodierender Kurse von Bitcoin & Co. derzeit ein wichtiger Trend in der Malware-Szene.

  • Kommerzialisierung von Cyber Security-Angriffen

    Für das kommende Jahr erwartet TÜV Trust IT eine weitere Zunahme der Vielfalt und Intensität von Sicherheitsbedrohungen. Geschäftsführer Detlev Henze hat einige Trendaussagen für 2018 zusammengestellt, welche über die üblichen Buzzword-Threats zu Digitalisierung, Industrie 4.0 oder Social Engineering etc. deutlich hinausgehen. Skriptbasierte Schadsoftware verschärft die Bedrohungslage: Schadsoftware setzt zunehmend auf skriptbasierte Sprachen wie Visual Basic Script (VBS), JavaScript oder PowerShell. Der Grund dafür ist, dass die Zielsysteme die Interpreter für diese Sprachen häufig direkt zur Verfügung stellen, sodass die Schadsoftware ohne Umwege ausgeführt werden kann.