- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Markt » Hintergrund

IT-Sicherheit 2016: Sechs Trends


Bedrohungsakteure tauschen spezifische Malware gegen Standard-Tools
Kampagnen mit schadhaften Dokumentanhängen werden bis Mitte 2016 verschwinden

Von Kevin Epstein, VP der Abteilung Threat Operations bei Proofpoint

(03.02.16) - IT-Security-Experten von Proofpoint haben einige der wichtigsten Bedrohungen von 2015 analysiert und Prognosen getroffen, was uns 2016 erwarten könnte. Proofpoint glaubt, dass Cyber-Kriminelle 2016 auf ihren Erfolgen von 2015 aufbauen werden, indem sie Kampagnen entwickeln und sich auf Vektoren konzentrieren, die auf die Klick-Breitschaft der Nutzer abzielen - in E-Mails, in sozialen Netzwerken und in mobilen Apps.

Die wichtigsten Punkte haben wir im Folgenden für Sie zusammengestellt: "Nächstes Jahr werden Cyber-Kriminelle ein noch größeres Netz auswerfen, von schadhaften Dokumentanhängen abrücken und verstärkt aufkommende Vektoren, wie mobile Anwendungen und Social-Media-Plattformen, für ihre Zwecke nutzen. Unsere sechs Prognosen für 2016 haben allesamt ein gemeinsames Thema: Cyber-Kriminelle nehmen die Menschen hinter den Geräten ins Visier und schlagen Kapital aus deren Klick-Bereitschaft."

>> Bedrohungsakteure tauschen spezifische Malware gegen Standard-Tools. Im vergangenen Jahr hat der unverwüstliche Cybercrime-Schwarzmarkt seine Akteure zunehmend mit Standard-Malware ausgestattet, die viele der Qualitäten aufweisen, die zuvor nur in speziell entwickelter Software zu finden waren. So beispielsweise die Fähigkeit, von signatur- und reputationsbasierten Sicherheitssystemen unerkannt zu bleiben und resistent gegen Analysen, heimliche Daten-Exfiltrationen, Selbstlöschung usw. zu sein. Proofpoint prognostiziert, dass dieser Trend 2016 Fahrt aufnehmen wird, unter dem Einsatz von Malware-Payloads und Ablagemethoden, die Standard-Tools entspringen und für alle Angriffe, bis auf die ganz speziellen, zur Norm werden. Für die meisten Herangehensweisen zur Identifikation von Akteuren wird dies ernsthafte Konsequenzen haben.

>> Fortschrittliche Bedrohungen werden ein größeres Netz auswerfen. 2015 haben sich die fortschrittlichen Bedrohungen in der Regel in einem der zwei Hauptvektoren ausgebreitet: als E-Mail-Anhang oder als Exploit-Kit bei Benutzern abgelegt, die Websites mit infizierten Ad-Streams (auch bekannt als Malvertising) aufriefen und dann mit Ransomware und zahlreichen anderen Payloads angegriffen wurden. 2016 werden wir einen Wandel zu eher breit angelegten gezielten Advanced-Threat-Kampagnen sehen, die auf einen Trend aufbauen, der bereits in der zweiten Jahreshälfte von 2015 seinen Anfang nahm. Beispielsweise als Proofpoint-Forscher beobachteten, wie Angreifer den Banking-Trojaner Dyre dahingehend geändert haben, dass dieser auch die Anmeldedaten von Vertriebs- und Speditionsunternehmen ausspäht, statt nur die Daten der bisher anvisierten Finanz- und Banking-Opfer.

>> Kampagnen mit schadhaften Dokumentanhängen werden bis Mitte 2016 verschwinden. Proofpoint prognostiziert, dass die massiven Kampagnen mit schadhaften Dokumentanhängen auf den wichtigen Märkten (USA, UK, Europa) bis Mitte 2016 fast vollständig verschwinden werden. Sie werden von einer neuen Art Massenkampagne abgelöst, die für Benutzerangriffe Effektivität und Skalierbarkeit kombiniert. Noch ist es zu früh, um sicher sagen zu können, was genau diese neue Methode sein wird. Doch aktuelle Trends lassen vermuten, dass wieder eine Art URL-basierter Vektor zum Einsatz kommt, bei dem TDS und Exploit-Kits starke Filter und die Ablage von Payloads bieten, die nicht analysiert werden können.

>> Die sozialen Netzwerke werden gefährlicher - Warnung vor betrügerischen Accounts und Social-Banden. 2015 fand Proofpoint tausende betrügerische Social-Media-Accounts, die die Verbreitung von Malware, den Verkauf von Produktfälschungen, Software-Raubkopien usw. unterstützen. Für 2016 wird eine Ausdehnung dieses Trends auf alle vertikalen Märkte erwartet, die die sozialen Medien nutzen, und zwar zum Diebstahl von personenbezogenen Kundendaten oder Finanzdaten von Unternehmen. Zudem werden Social-Banden zu einem ernsten Risiko für Organisationen, wenn Support-Interaktionen aggressiv "übernommen" werden, um schnell an sensible Informationen der Kunden zu gelangen, und das oft zum Nachteil der Marke des betroffenen Unternehmens.

>> Mobile Apps werden Riskware statt Malware nutzen ... zumindest überwiegend. Proofpoint prognostiziert, dass 2016 in offiziellen App-Stores mehr Malware zu finden sein wird. Diese wird sich verstärkt gegen Unternehmen richten, wo das schadhafte Verhalten erst dann zutage tritt, wenn sich die Malware bereits im Inneren des Unternehmens befindet, und nichts geschieht, wenn sie von Verbrauchern oder den Sicherheitstools der App-Stores ausgeführt werden. 2016 werden Angriffe durch mobile Apps auch die Grauzonen rund um das App-Verhalten ausnutzen sowie mangelnde Kontrollen in den App-Marketplaces von Drittanbietern. Folglich wird in den großen App-Stores eine starke Zunahme sog. Riskware und schadhafter Apps in App-Marketplaces von Drittanbietern zu beobachten sein. Diese Apps sind darauf ausgelegt, Benutzerdaten zu stehlen und Benutzerguthaben zu plündern, sowohl direkt als Riskware und Ransomware als auch indirekt durch die Ausspähung und Exfiltration von Login- und Bankanmeldedaten, Audio- und Videoerfassung und das Abfangen von SMS-Nachrichten.

>> Unternehmen werden den Druck von Datenschutz und Strafverfolgung noch stärker spüren. Der Impuls für den Datenschutz und Datenzugang wird sich 2016 auf die Seite der Strafverfolgungsbehörden und Nachrichtendienste verlagern. Organisationen werden sich zunehmend zwischen zwei Fronten wiederfinden, wenn sie versuchen, ihre Compliance mit den Anforderungen geltender Datenschutzrichtlinien zu demonstrieren, und gleichzeitig Anfragen von Strafverfolgungsbehörden nachkommen müssen.
(Proofpoint: ra)

Proofpoint: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -





Kostenloser IT SecCity-Newsletter
Ihr IT SecCity-Newsletter hier >>>>>>

- Anzeigen -


Meldungen: Hintergrund

  • Die zwei Gesichter des IoT

    Im IT-Bereich gibt es ein hohes Bedrohungspotential durch Hacker und Cyberkriminelle. Die Sicherheitsspezialisten von F5 Networks haben die aktuellen Gefahren für Unternehmen und mögliche Gegenmaßnahmen zusammengefasst. Im Cloud-Zeitalter reicht die Absicherung des Netzwerk-Perimeters nicht mehr aus. Eine wirksame Cloud-Architektur sorgt nicht nur für die notwendige Flexibilität, sondern auch über Web Application Firewalls (WAF) für stärkere Transparenz in Bezug auf den Netzwerk-Traffic. Dabei müssen Risiken über dynamische, zentrale, anpassungsfähige Zugangssteuerung sowie umfassende Multi-Cloud-Ansätze für alle Anwendungen unabhängig von ihrem Standort minimiert werden. Zudem schützen nur moderne DDoS-Lösungen vor gezielten Angriffen.

  • Das Ende der VPN-Netze wird eingeläutet

    Die europäischen Unternehmen modernisieren im Zuge der Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse ihre Arbeitsplätze. Diese fünf Themen stehen dabei in der zweiten Jahreshälfte 2017 im Vordergrund: Security, Servicifizierung, Device-Vielfalt, die Abschaffung der VPN-Netze und die Einführung eines kontinuierlichen Software Asset Managements. Die Modernisierung der Arbeitsplätze in den europäischen Unternehmen ist in vollem Gange. Die Prioritäten bei der Umsetzung werden in vielen Unternehmen aber im zweiten Halbjahr 2017 etwas anders gesetzt als bislang.

  • Dramatischer Anstieg der Cyberkriminalität

    Seit 2013 haben sich die Technik und die Sicherheitslage in der Europäischen Union rasend schnell verändert. Digitale Technologien sind inzwischen fester Bestandteil unseres täglichen Lebens und das Rückgrat unserer Wirtschaft. Die durch das Internet der Dinge ausgelöste Revolution ist heute Alltagsrealität, und bis 2020 werden wohl Zigmilliarden Geräte online sein. Gleichzeitig gibt es immer mehr Cyberbedrohungen unterschiedlichster Art. Angesichts der jüngsten Ransomware-Attacken, des dramatischen Anstiegs der Cyberkriminalität, der immer stärkeren Nutzung von Cyberinstrumenten durch Staaten, die damit ihre geopolitischen Ziele erreichen wollen, und der immer vielfältigeren Cybersicherheitsvorfälle muss die EU in der Lage sein, besser auf Cyberattacken zu reagieren und eine wirksame - auch strafrechtliche - Abschreckungsstrategie verfolgen, um Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen sowie öffentliche Einrichtungen in der EU besser zu schützen. Deshalb schlagen die Kommission und die Hohe Vertreterin - wie von Kommissionspräsident Juncker in seiner Rede zur Lage der Union am 13. September bereits angekündigt - heute vor, die Abwehrfähigkeit und Reaktion der EU bei Cyberattacken zu verbessern, indem die Agentur der Europäischen Union für Netz- und Informationssicherheit (ENISA) gestärkt, ein EU-weiter Rahmen für die Cybersicherheitszertifizierung eingeführt, ein Konzeptentwurf für die Reaktion auf große Cybersicherheitsvorfälle und -krisen vorgestellt und ein Europäisches Forschungs- und Kompetenzzentrum für Cybersicherheit gegründet werden soll.

  • Debatte zu Screen Scraping und PSD2

    Soll das Screen Scraping als Fallback-Option im Rahmen der EU-Richtlinie über Zahlungsdienste (Payment Services Directive 2; PSD2) erlaubt werden? Die FIDO Alliance hat die Diskussionen zu diesem Thema zwischen der Europäischen Kommission (EC) und der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) aufmerksam verfolgt, insoweit sie die Regularien der technischen Standards (RTS) für eine starke Kundenauthentifizierung unter PSD2 betrifft. Ich habe Kernpunkte der Antwort der FIDO Alliance auf diese Frage folgend zusammengefasst.

  • Sicherheitsrisiken nicht auf Kunden abwälzen

    Software, die schlecht programmiert, schlecht gewartet oder schlecht konfiguriert ist, führt zu den meisten Cyber-Angriffen - das zeigen Cyberbedrohungen wie WannaCry, Locky oder das Mirai-Botnet. "Es lassen sich viele Kosten senken, wenn Hersteller von Software die Sicherheit von Anfang an stärker berücksichtigen, statt ständig neue Patches zur Verfügung zu stellen", sagt Cyber-Security-Experte Felix von Leitner. "Stattdessen haben wir eine resignative Grundhaltung eingenommen: Ein Weltbild, in dem Software halt Sicherheitslöcher hat, und Hacker diese halt ausnutzen."