- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Markt » Hintergrund

Schäden in mehrstelliger Millionenhöhe


Cyber-Attacken auf Unternehmen zeigen immense Auswirkungen
IT-Sicherheitsexperte warnt: 2018 könnten Kriminelle insbesondere alte Schwachstellen in Firmware auszunutzen

- Anzeigen -





"Tägliche Angriffe auf die IT-Infrastruktur von Unternehmen sind 2017 zur Regel geworden", so das ernüchternde Fazit von IT-Sicherheitsexperte Christian Heutger. "Wenn uns das Jahr eines gelehrt hat, dann, dass sich die Lage der IT-Sicherheit ständig verändert. Deshalb müssen Unternehmen auch im kommenden Jahr beständig ihre Sicherheitsstrategien an die Rahmenbedingungen anpassen. Denn die Angriffsmethoden von Cyberkriminellen sind derart vielfältig geworden, dass es DIE eine Strategie oder Lösung nicht gibt. Werden heute technische Systeme angegriffen, können schon morgen Mitarbeiter das Angriffsziel sein", blickt der Geschäftsführer der PSW Group zurück.

Tatsächlich war das Jahr geprägt von teils immensen Auswirkungen von Cyber-Attacken auf Unternehmen wie Privatpersonen. Insbesondere die gestiegene Zahl an Vorfällen mit Ransomware zeigt, dass Kriminelle darin eine äußerst lukrative Möglichkeit gefunden haben, an Geld zu kommen: So trieb erst Erpressungstrojaner Locky, der seine Opfersysteme über ein verseuchtes Makro in Word infiltrierte, sein Unwesen – nur um wenig später den Weg für WannaCry freizumachen. Der Erpressungstrojaner wütete weltweit und legte mehr als 200.000 Rechner lahm. "WannaCry zeigte uns auf ernüchternde Art und Weise, wie schnell ein ungenügendes IT-Sicherheitsniveau zum Super-GAU führen kann. Denn Angriffsziele waren Windows-Rechner mit veralteten Versionen", so Christian Heutger.

Heutger bereitet in diesem Zusammenhang vor allem Sorge, dass Kriminelle auch im kommenden Jahr zunehmend alte Schwachstellen in Firmware auszunutzen könnten, um in Firmennetzwerke einzudringen. "Wir müssen davon ausgehen, dass großflächige, breit gestreute Attacken im kommenden Jahr an Fahrt aufnehmen. Die Digitalisierung schreitet voran und Unternehmen müssen sich digital immer breiter aufstellen um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Dadurch bieten sie Kriminellen auch eine größere Angriffsfläche. Dagegen können und müssen sich Unternehmen wappnen, indem sie ihr Schwachstellen-Management ganz oben auf die Tagesordnung setzen. Angebotene Patches von IT-Sicherheitsanbietern sollten künftig unbedingt sofort eingespielt werden." Wie ernst das Thema ist, bewies der Ausfall Hunderttausender Router: Der Vorfall zeigte Unternehmen und Bürger in Deutschland wie notwendig es ist, Informationssicherheit als unabdingbare Voraussetzung einer erfolgreichen Digitalisierung zu verstehen.

2017 spielte aber auch der "Faktor Mensch" eine zunehmende Rolle: Mit Phishing-Angriffen wurden zunehmend gezielt einzelne Mitarbeiter in Unternehmen adressiert. Insbesondere durch CEO-Betrug; einer Masche, bei der sich Betrüger als Chefs ausgeben, um Geld zu ergaunern; verursachten Angreifer Schäden in mehrstelliger Millionenhöhe. "Kriminelle haben durchaus einen langen Atem, um an ihr Ziel zu kommen. Denn um beim CEO-Fraud erfolgreich zu sein, müssen sie das persönliche und betriebliche Umfeld ihrer Opfer ausspionieren, Identitäten vortäuschen und Verhaltensweisen wie Autoritätshörigkeit kennen und ausnutzen", erklärt Heutger. Er rät: "Sensibilisierung der Mitarbeiter sowie die technische und organisatorische Absicherung interner Unternehmensprozesse hilft, diese Masche rechtzeitig zu erkennen."

Immerhin: Im Bereich Verschlüsselung hat sich einiges getan – auch zum Positiven! Eine deutliche Verbesserung der Sicherheit beim Ausstellen von Zertifikaten lässt jetzt nämlich CAA erhoffen. Certification Authority Authorization ist ein Verfahren, bei dem der Domaininhaber im DNS festlegt, welche Zertifizierungsstelle für die Domain Zertifikate ausstellen darf. "Damit soll dem Zertifikatemissbrauch endlich ein Riegel vorgeschoben werden", ist Heutger erfreut und verweist Unternehmen auch gleich auf ihre Pflicht, SSL-Verschlüsselung einzusetzen: "Bußgelder riskieren alle, die ihre Datenübertragung im Internet nicht absichern, also beispielsweise Formulare auf ihrer Website unverschlüsselt zur Verfügung stellen."

Auch der Missbrauch domainvalidierter SSL-Zertifikate für gefälschte Webseiten war 2017 Thema: Sicherheitsforscher Xidong Zheng stellte eine Methode vor, die Schwachstellen in Unicode-Domains dafür nutzt, legitime Websites zu imitieren. Und auch eine neue Phishing-Kampagne, der die Fidor-Bank zum Opfer fiel, bewies eindrucksvoll den Nutzen von hoch validierten SSL-Zertifikaten: Betrüger hatten die falsche Website mit einem kostenfreien SSL-Zertifikat bestückt, um ihrer Site einen seriösen Anstrich zu verleihen.

"Bei kostenlosen Zertifikaten fällt die Prüfung des Antragstellers äußerst ungenau aus. Websitebetreiber sollten deshalb unbedingt auf höher validierte Zertifikate setzen. Die kosten zwar Geld, dafür prüfen die Zertifizierungsstellen den Antragsteller und das Unternehmen aber auch", erklärt Heutger und ergänzt: "Wann immer persönliche Daten übermittelt werden, rate ich zu EV-Zertifikaten. Websitebesucher erkennen deren Einsatz dank der grünen Adressleiste und können so auf Nummer sicher gehen, dass sie tatsächlich auf der Website gelandet sind, die sie ansteuern wollten." (PSW Group: ra)

eingetragen: 16.01.18
Home & Newsletterlauf: 07.03.18


PSW Group: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -





Kostenloser IT SecCity-Newsletter
Ihr IT SecCity-Newsletter hier >>>>>>

- Anzeigen -


Meldungen: Hintergrund

  • Einsatz von KI in Sicherheitsprodukten

    Anbieter von Sicherheitssoftware vermarkten den Einsatz von KI in ihren Produkten als technologischen Fortschritt. Dabei haben sie gar keine Wahl: Cyberkriminelle geben den Takt vor und werden immer mächtiger. Schuld ist der konzeptionelle Ansatz einer ganzen Branche, analysiert Sicherheitssoftware-Anbieter Bromium. Tatsächlich befinden sich Cyberkriminelle im Kampf um die Sicherheitshoheit seit jeher im Vorteil. Sie unterliegen keinen Organisationszwängen, sind schnell, per Definition skrupellos und geben mit immer fortschrittlicheren Attacken den Takt vor. Anbieter von Sicherheitssoftware können neuartige Angriffe nicht antizipieren und müssen reagieren; bis aber angepasste Abwehrmaßnahmen entwickelt und am Ende von ihren Unternehmenskunden produktiv eingesetzt werden, ist es meist schon zu spät. Dann beginnt der Kreislauf wieder von vorne.

  • Virtualisierung wird zum Retter der IT

    Sicherheitsvorfälle sind weiter an der Tagesordnung und klassische Sicherheitsmaßnahmen haben mehr als einmal versagt. Einen Ausweg aus dem Sicherheitsdilemma bieten Virtualisierungslösungen, meint Bromium. Noch vor wenigen Jahren schien es undenkbar, dass eine Bank ihre auf Mainframes angesiedelten unternehmenskritischen Kernapplikationen auch auf virtuellen Servern betreibt. Heute bilden virtuelle Infrastrukturen im Bankenumfeld keine Ausnahme mehr. Die Entwicklung weg von physischen Infrastrukturen hin zu virtuellen Architekturen zeigt sich in der gesamten IT. So ist die Virtualisierung im Server- und Storage-Bereich bereits der Standard. Der Virtualisierungstrend erfasst aber nicht nur Server- und Storage-Landschaften, sondern seit geraumer Zeit auch Applikationen, Netzwerke und sogar einzelne Netzwerkfunktionen. Und aktuell setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass Virtualisierung gerade auch hinsichtlich der IT-Sicherheit entscheidende Vorteile bringt.

  • Diebstahl von Passwörtern

    Der Diebstahl von Passwörtern geschieht nicht nur durch Software und Social Engineering - es kann auch schon eine Wärmebildkamera ausreichen, die kostengünstiger und somit für Cyberkriminelle immer interessanter wird. Laut einer Untersuchung von Wissenschaftlern der University of California reichen die Wärmespuren (Heat Traces) auf handelsüblichen Tastaturen aus, um Passwörter abzugreifen. Nach Einschätzung der Forscher sind besonders leicht Eingaben von Nutzer des Zwei-Finger-Suchsystems auslesbar. Diese ungewöhnliche Methode des Passwortknackens könnte im Bereich Cyber- und Industriespionage zum Tragen kommen.

  • Lösegeld-Flatrate für Unternehmen

    WannaCry hat Ransomware zu einer besonders zerstörerischen Dimension verholfen. Mit WannaCrypt erscheint nun eine neue Variante der Erpressungssoftware: Zahlt, dann bleibt ihr verschont. Sophos gibt eine Einschätzung und Tipps zum Umgang mit Ransomware. Gibt es Schlimmeres als einen Ransomware-Angriff, der sämtliche Dateien zerhackt und Geld fordert, damit der Computer wieder befreit wird? WannaCry hat der Ransomware-Gefahr eine ganz neue Dimension verliehen, indem es den Prozess der Datenzerstörung mit einem selbst verbreitenden Computer-Virus kombinierte. Als Ergebnis konnte WannaCry sich automatisch ins eigene Netzwerk einschleichen und hatte das Potenzial, Hunderte oder sogar Tausende PCs in einer einzigen Attacke zu zerlegen - auch wenn nur ein einziger Nutzer einen Anhang mit derartiger Sprengladung öffnete oder eine Datei von einer infizierten Webseite downloadete.

  • Hacker-Angriffe: Weiterhin Handlung

    Fragen Sie sich doch einmal selbst: Würden Sie eher die E-Mail-Nachricht eines Prinzen aus Nigeria öffnen, der Sie um Hilfe bittet, oder die, bei der Sie einfach nur "hier klicken" müssen, um kostenlose Tickets zur Fußballweltmeisterschaft zu erhalten? Cyberkriminelle halten immer Ausschau nach günstigen Gelegenheiten, um Verbraucher zu täuschen. Wenn große Datenpannen bekannt werden, versenden sie zum Beispiel oft Sicherheitsmeldungen, die die Empfänger dazu auffordern, ihre Daten zu sichern. Oder sie verschicken Links zu meist unvorteilhaften und daher für eine Veröffentlichung gesperrte Fotos von Prominenten.