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Machine Learning & Sicherheitssysteme


Ausblick auf die Cybersicherheit in 2020 – es kommt zu Turbulenzen
Die 5G-Technologie wird sich fundamental auf die Cybersicherheit auswirken. 5G verspricht, fast alle Aspekte des Lebens mit atemberaubender Geschwindigkeit und geringerer Latenzzeit zu vernetzen



Die Bedrohungslandschaft hat sich im abgelaufenen Jahr mehrfach stark verändert. Anlass genug also, immer wieder neu in die Zukunft zu blicken, um das Verständnis dieser Trends zu schärfen und um sich als Unternehmen in der Cybersicherheit gut aufzustellen. Fünf Experten von Sophos haben einen genauen Blick auf die wichtigsten Security-Faktoren geworfen, die sich 2020 maßgeblich auf die Cybersicherheit auswirken könnten. Hierzu zählen: Der Faktor Mensch, die 5G-Technologie, neue Ransomware, Cloud-Security, Machine Learning (ML) und die neue Rolle des Managed Service Provider (MSP) als Sicherheitsberater.

Michael Veit, Security Evangelist: Der menschliche Faktor wird immer wichtiger
In den letzten Jahren haben Angreifer und Verteidiger immer größere Geschütze aufgefahren. Unternehmen setzen heute am Endpoint und Gateway auf NextGen-Technologien wie Machine Learning, Exploit-Schutz, Verhaltenserkennung oder Sandboxing. Diese machen es den Angreifern deutlich schwerer, Malware in Unternehmen einzuschleusen und auszuführen. Deshalb setzen Angreifer zunehmend auf den menschlichen Faktor – in zweierlei Hinsicht:

Zum einen spielt das Thema Social Engineering eine immer größere Rolle bei der Infektion eines Unternehmens. Denn viele Schutzmaßnahmen können immer noch durch Mitarbeiter ausgehebelt werden, die von den Angreifern zu einem unbedachten Klick überlistet werden.

Zum anderen sehen wir immer mehr menschliche Interaktion der Angreifer im Rahmen hybrider Angriffsformen, sogenannter "Blended Threats". Nach der weitgehend automatisierten Erstinfektion eines Unternehmens, etwa via Phishing-Mails oder über unsichere Wartungsverbindungen, werden die weiteren Schritte von den Angreifern persönlich durchgeführt. Zu diesen Schritten gehört die (vorsichtige) Ausbreitung im Netzwerk, die Identifikation und das Stehlen der Kronjuwelen des Unternehmens, das Auffinden und Löschen der Backups – und schließlich das Verschlüsseln der kritischen Ressourcen durch Ransomware.

Um die Hacker-Aktivität im Netzwerk aufzuspüren, setzen Unternehmen zunehmend EDR (Endpoint Detection and Response)-Werkzeuge ein, die Systemereignisse wie Netzwerkkommunikation oder Dateizugriffe auf allen Workstations und Server protokollieren und mittels Machine Learning und Künstlicher Intelligenz (KI) verdächtige Aktionen und damit mögliche Hackeraktivitäten identifizieren. Im Anschluss bewerten und entscheiden Security-Spezialisten – entweder inhouse oder in Form von MDR (Managed Detection and Response) Services – ob es sich um einen Hackerangriff handelt und welche Maßnahmen ergriffen werden müssen.

Dan Schiappa, Chief Product Officer: 5G wird die Sicherheitslandschaft grundlegend verändern
Die 5G-Technologie wird sich fundamental auf die Cybersicherheit auswirken. 5G verspricht, fast alle Aspekte des Lebens mit atemberaubender Geschwindigkeit und geringerer Latenzzeit zu vernetzen. Die Technologie wird aber auch erhebliche Sicherheitsrisiken mit neuen potenziellen Einstiegspunkten (etwa bislang nicht verfügbare Funkfrequenzen) mit sich bringen und Unternehmen neuen Angriffstypen aussetzen. Während die Funktechnologie ein enormes Potenzial bietet, öffnet sie gleichzeitig die Büchse der Pandora. Geräte mit 5G-Technologie werden keine direkte Vernetzung mit dem Firmennetzwerk mehr erfordern. Dies macht es unglaublich schwierig, Bedrohungen und gefährdete Geräte zu identifizieren.

Noch nie war es deshalb so wichtig, dass Cybersicherheitsprodukte als System zusammenarbeiten. Unternehmen benötigen daher einen mehrschichtigen, synchronisierten Sicherheitsansatz, bei dem einzelne Sicherheitslösungen vernetzt sind und Informationen intelligent austauschen.

Andy Miller, Senior Director of Global Public Cloud: Schon kleine Fehltritte in der Cloud bergen hohes Risiko
Flexibilität ist für Unternehmen das A und O und Cloud Computing bietet genau dies. Mit sehr geringem Aufwand ist es möglich, Ressourcen nach Bedarf zu skalieren. Aber wenn es um die Sicherheit in der Cloud geht, kann diese Flexibilität zum Bumerang werden. Dabei besteht die größte Schwachstelle aus einer Fehlkonfiguration in der Cloud. Cloud-Plattformen sind komplex und ständigen Änderungen unterworfen. Daher ist es schwierig, die Auswirkungen einer veränderten Konfiguration hinsichtlich der Sicherheit einzuschätzen. Und eine manuelle kontinuierliche Überwachung ist nahezu unmöglich. Kriminelle wissen das und greifen Cloud-Computing-Plattformen aus genau diesen Gründen an.

Sicherheit und Schutz in der Cloud erfordern ein spezielles Toolset, das sich deutlich von dem der Workstations oder Server unterscheidet. Es ist wichtig, dass Unternehmen ihre Cloud-Strategien mit Blick auf die Sicherheit neu bewerten.

Joe Levy, CTO: Cyberkriminelle versuchen Machine Learning in Sicherheitssystemen zu umgehen
Machine Learning ist zu einem wesentlichen Bestandteil der Cybersicherheitsstrategie in den meisten modernen Unternehmen geworden. Cyberkriminelle werden versuchen, auf Machine Learning basierende Sicherheitssysteme zu umgehen oder die Mechanismen zu untergraben.

Im Katz-und-Maus-Spiel zwischen Angreifern und Verteidigern werden sich sowohl offensive als auch defensive maschinelle Lernwerkzeuge mit zunehmender Raffinesse und Effektivität rasch weiterentwickeln. Im Laufe des nächsten Jahres erwarten wir weitere Vorfälle, in denen Cyberkriminelle versuchen, ML-Erkennungs- und Klassifizierungsmodelle auszutricksen. Zudem kann man auch davon ausgehen, dass Cyberkriminelle bei Ihren Angriffen auf ML-Technologien setzen. In den kommenden Jahren wird die Cybersicherheitsbranche weiterhin an neuen ML-Techniken arbeiten, so dass Sicherheitslösungen teilweise oder sogar vollständig autonome Entscheidungen zur Verteidigung treffen können.

Scott Barlow, Vice President of Global MSP: MSPs werden zu Sicherheitsberatern
Im überfüllten Markt ist es für MSPs wichtiger denn je, sich auch als ausgewiesene Sicherheitsberater zu positionieren. Die Cyber-Bedrohungslandschaft bewegt sich schnell und Unternehmen benötigen Hilfe und Anleitung, um sich vor den heutigen komplexen Angriffen zu schützen. Im kommenden Jahr sollten MSPs sicherstellen, dass sie über die extrem dynamische Bedrohungslandschaft und die verfügbaren Next-Generation-Sicherheitslösungen auf dem Laufenden sind. Damit können sie ihren Kunden die best möglichen Ressourcen zur Verfügung stellen und die Chancen eines Cross- und Upselling nutzen.

Darüber hinaus ist es für MSPs ratsam, selbst geeignete Maßnahmen ergreifen, um ihre eigenen Umgebungen zu schützen. Denn auch MSPs geraten zunehmend in das Visier der Cyberkriminellen. (Sophos: ra)

eingetragen: 18.12.19
Newsletterlauf: 20.02.20

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Meldungen: Hintergrund

  • Zunahme von Angriffen mit JavaScript-Skimmern

    Im Jahr 2020 könnten es - laut Vorhersagen von Kaspersky - finanziell motivierte Cyberkriminelle vermehrt auf Apps zur Geldanlage, Systeme zur Verarbeitung von Finanzdaten online und aufstrebende Krypto-Währungen abgesehen haben. Zudem werden sich voraussichtlich der Handel mit Zugängen zur Infrastruktur von Banken und die Entwicklung neuer Varianten mobiler Malware basierend auf Sourcecode-Leaks etablieren. Neben den Bedrohungen im Finanzbereich hat Kaspersky im Rahmen ihres "Security Bulletins 2019/2020" auch mögliche Gefahren für andere Branchen prognostiziert.

  • Prognosen zur Anwendungssicherheit für 2020

    Veracode veröffentlichte vor kurzem die zehnte Ausgabe ihres jährlich erscheinenden "State of the Software Security" (SoSS)-Reports. In diesem beschreibt die Anwendungssicherheitsspezialistin, wie sich die Sicherheit von Software und Applikationen im Laufe der letzten Jahre entwickelt hat und stellt eine Bilanz zum aktuellen Ist-Stand auf. Doch welche Trends zeichnen sich für die kommenden Jahre ab und auf welche Weise sollten Unternehmen auf die Veränderungen reagieren? Codes, auf denen Software und Applikationen aufbauen, werden stetig umgeschrieben oder erweitert, da Unternehmen ihre Angebote an die Bedürfnisse ihrer Kunden anpassen müssen. Jede neue Veränderung bedeutet aber auch, dass die Applikationen dadurch angreifbar werden. Somit steigt das Risiko, dass sich Fehler und Bugs einschleichen und damit die Sicherheit der jeweiligen Anwendung - oder sogar des Unternehmens - gefährden.

  • So (un)sicher wird 2020 für industrielle Netzwerke

    Die Bedrohungslage für OT-Systeme, kritische Infrastrukturen und industrielle Steuerungsanlagen wird sich auch 2020 im Vergleich zu 2019 kontinuierlich weiterentwickeln. Da diese Systeme dem öffentlichen Internet immer stärker ausgesetzt sind, wird es für Hacker immer einfacher, sie anzugreifen. Dies gilt nicht nur für staatlich unterstützte bzw. beauftragte Angreifer, sondern auch für Cyberkriminelle, die in erster Linie finanziell motiviert handeln. Es ist zu befürchten, dass gerade staatlich gesteuerte Angreifer ihre Ziele genauer auswählen und ihre Spuren besser verwischen werden. Die Fälle, von denen in den Medien berichtet wird, dürften nur die Spitze des Eisberges darstellen. Aufgrund der kleinen Stichprobe (2019 gab es lediglich 12 hochkarätige Angriffe weltweit) ist es unmöglich, ein genaues Bild über die tatsächliche Bedrohungslage zu erhalten.

  • Cyberangriff auf wichtige Pfeiler der Gesellschaft

    Am Ende jedes Jahres setzen wir bei Forescout uns zusammen und erörtern, welche Trends sich unserer Meinung nach in den nächsten zwölf Monaten beschleunigen und welche neu entstehen werden. Als wir dieses Jahr mehr als 50 Prognosen auf letztendlich sechs eingrenzten, fiel uns einmal mehr auf, wie schnell sich der Cybersicherheitssektor doch verändert. Die Bedrohungen und Angreifer werden immer raffinierter und richten weiter verheerende Schäden in Unternehmen aller Größen und Branchen an, und eine Trendwende ist nicht in Sicht. Für Unternehmen bedeutet dies, dass sie strategischer denn je vorgehen müssen, wenn sie ihren Sicherheitsstatus verbessern wollen. Es bedeutet auch, dass sie sich mit vielversprechenden neuen Technologien auseinandersetzen müssen - einige davon erwähnen wir im Folgenden -, noch bevor diese sich allgemein etabliert haben. Dies umfasst sowohl die Einführung neuer Technologien als auch den Schutz neuer Geräte. Und schließlich bedeutet es, einige der Auswirkungen zu bedenken, die ein Cyberangriff auf wichtige Pfeiler unserer Gesellschaft haben könnte.

  • Cyberbedrohungen und Trends für 2020

    Von Passwort-Katastrophen bis hin zum verstärkten Krypto-Mining von Monero: Welche Cyberbedrohungen werden im Jahr 2020 auf uns zukommen? Instabilität der Darknet-Märkte: Die englischsprachigen Darknet-Märkte haben ein schwieriges Jahr hinter sich mit zahlreichen Takedowns, Exit-Scams, Verhaftungen, ungewöhnlichen Aktivitäten, bei denen Märkte an- und ausgeschaltet wurden, sowie anhaltenden DDOS-Angriffen. Diese Instabilität hat den Ruf der Darknet-Märkte geschädigt, und das wird 2020 beträchtliche Paranoia bei Cyberkriminellen auslösen, die sich wahrscheinlich nur langsam beruhigen wird. Diese Unvorhersehbarkeiten haben vielleicht keine nennenswerten sichtbaren Auswirkungen auf Endbenutzer und Unternehmen, können jedoch dazu führen, dass Märkte anderswo entstehen und die Lieferketten von Cyberkriminellen insbesondere im englischsprachigen Raum sehr durcheinanderbringen.