- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Markt » Kommentare & Meinungen

Sicherheitslücke erst jetzt aufgedeckt


Was uns die sieben Jahre alte Schwachstelle im Linux-Kernel zeigt
Die Wahrscheinlichkeit ist nicht gering, dass versierte Cyberkriminelle in den letzten sieben Jahren die erst jetzt dokumentierte Schwachstelle bereits entdeckt haben

- Anzeigen -





Sicherheitsforscher Alexander Popov hat aktuell eine Schwachstelle im Linux-Kernel dokumentiert, die bereits seit sieben Jahren in diesem Betriebssystemkern existiert. Wird diese Lücke erfolgreich ausgenutzt, können sich lokale Angreifer höhere Rechte an einem betroffenen System verschaffen. Zudem ist es ihnen möglich, den Kernel und damit den jeweiligen Computer zu blockieren. Oliver Keizers, Regional Director DACH des Security-Spezialisten Fidelis Cybersecurity, kommentiert diesen Schwachstellenfund:

"Es kommt nicht alle Tage vor, dass eine bereits seit sieben Jahren existierende Sicherheitslücke erst jetzt aufgedeckt wird. Daher ist es sinnvoll, an diesem Beispiel aufzuzeigen, warum Anwender, die sich bei der Absicherung lediglich auf Firewalls, Antivirenlösungen und traditionelle Intrusion Protection-Systeme verlassen, deutlich zu kurz springen.

Der konkrete Fall macht klar, dass es eben nicht ausreicht, lediglich den Datenverkehr am Netzwerkrand zu überwachen und zu kontrollieren, den internen Netzwerkverkehr aber außer Acht zu lassen. Denn versierte Angreifer, die in der Lage sind, in einem verwundbaren System einen Brückenkopf zu bilden, können diese Präsenz dann nutzen, um sich unentdeckt im internen Netz auszubreiten.

Die Wahrscheinlichkeit ist nicht gering, dass versierte Cyberkriminelle in den letzten sieben Jahren die erst jetzt dokumentierte Schwachstelle bereits entdeckt haben. In diesem Fall kann es zu einer ersten Kompromittierung gekommen sein, die quasi kaum zu verhindern gewesen wäre. Von entsprechend großer Bedeutung ist es, im Netz selbst verdächtige Aktivitäten, die von Angreifern stammen können, zu erfassen und zu analysieren. Denn nur dann lässt sich einem Datenabfluss zum frühest möglichen Zeitpunkt ein Riegel vorschieben, um Folgeschäden zu vermeiden.

Vergleichbar ist die Situation mit einem Einbruch in ein Gebäude. Hat der Dieb eine ungesicherte Tür gefunden, die äußeren Sicherheitssysteme umgangen und kann sich nun im Haus frei bewegen, ist der größtmögliche Schaden fast schon gewährleistet. Nur, wenn auch in Räumlichkeiten weitere Systeme aktiv sind, die ein unerlaubtes Eindringen erkennen und entsprechende Maßnahmen initiieren, lassen sich die negativen Folgen des Einbruchs minimieren.

Auch wenn mittlerweile ein Patch vorhanden ist, kann man davon ausgehen, dass noch eine große Zahl nicht gepatchter Systeme mit angreifbarem Linux-Kernel weltweit ihre Dienste verrichten. Zudem lauern in den Betriebssystemkernen - einerlei, ob es sich um Systeme unter Linux, Windows, Solaris oder einem anderen OS handelt - definitiv noch weitere, bislang noch nicht allgemein bekanntgewordene Lücken. Der Einbrecher ist also vielleicht schon drin."
(Fidelis Cybersecurity: ra)

eingetragen: 14.05.17
Home & Newsletterlauf: 07.06.17


Fidelis Cybersecurity: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -





Kostenloser IT SecCity-Newsletter
Ihr IT SecCity-Newsletter hier >>>>>>

- Anzeigen -


Meldungen: Kommentare und Meinungen

  • Gretchenfrage IoT-Sicherheit

    Für die meisten ziemlich überraschend, hat Microsoft vergangene Woche auf der RSA Konferenz, einer der größten und bekanntesten IT-Sicherheitsveranstaltungen weltweit, seine Initiative für das sichere Internet der Dinge (IoT) vorgestellt. Seit dem Jahr 2015 arbeitete Microsoft an Azure Sphere, so der Name der sicheren Architektur für das IoT. Sie umfasst zertifizierte Microcontroller, ein sicheres Betriebssystem (mit Linux, nicht Windows-Kernel!) und einen Cloud-Service für die zertifikatbasierte Authentifizierung und das geräteübergreifende Aufspüren von Bedrohungen. Jürgen Rother, Senior Business Development Manager beim IT-Dienstleister Trivadis, kommentiert.

  • KI-basierte Malware-Prävention

    Der Branchenverband Bitkom hat soeben eine Studie veröffentlicht, die ein Mal mehr belegt, dass künstliche Intelligenz als eine der Schlüsseltechnologien innerhalb der Digitalisierung gilt. Das sieht die Mehrzahl der befragten Unternehmen so: 49 Prozent gaben an, dass KI für die deutsche Wirtschaft große Bedeutung haben wird. Und auch bei Verbrauchern stößt KI auf viel Interesse. 7 von 10 Bundesbürgern (68 Prozent) würden demnach gerne selbst Technologien aus diesem Bereich ausprobieren. Man kann also davon ausgehen, dass mit der steigenden Nachfrage der Bedarf an Fachkräften in diesem Segment ebenfalls wachsen wird. Noch sind geschulte Experten eher Mangelware.

  • Kryptowährungen als Magnet für Cyberkriminelle

    Ende Dezember 2017 passierte der Bitcoin die Marke von 15.000 US-Dollar. Exakt ein Jahr zuvor konnte eine Einheit dieser wohl populärsten Kryptowährung noch für deutlich unter 1.000 US-Dollar erworben werden. Diese enormen Kurschwankungen verschaffen dem digitalen Geld eine große mediale Aufmerksamkeit. Da immer mehr Menschen den Hype um Bitcoin & Co. nutzen und von den enormen Kursschwankungen profitieren wollen, sind zudem neue Plattformen entstanden, die als Marktplätze den Kauf und Verkauf von Kryptowährungen erleichtern sollen. Dennoch stellte Enterprise Innovation fest, dass Kryptowährungen immer noch darum kämpfen, den Mainstream wirklich zu erreichen. Ein Hauptgrund hierfür sei der Ruf, unreguliert und unsicher zu sein.

  • Bitcoin-Sicherheitsbestand eine richtige Strategie

    Die Hälfte aller deutschen Unternehmen horten Kryptowährungen, um im Falle eines Ransomware-Angriffes das Lösegeld möglichst schnell bezahlen und sich ihre Daten freikaufen zu können. Im Schnitt besitzen sie 27 Bitcoins - das sind fast 240.000 Euro - so das Ergebnis einer Studie von Citrix und OnePoll. 500 IT-Entscheider aus Firmen mit mindestens 250 Mitarbeitern wurden hierzu befragt. Das Problem, das entsteht: Das Bitcoin-Depot lockt neue Angreifer an. 51 Prozent der befragten Unternehmen hatten bereits Angriffe auf ihren Bestand zu verzeichnen. Ein Kryptowährung-Sicherheitsdepot für mögliches Lösegeld - Chance oder Gefahr?

  • Gezielt Hintertüren ausnutzen

    469 Tage bleiben Hackerangriffe durchschnittlich unbemerkt. Das ist mehr als genug Zeit für Angreifer, sich ungestört Informationen zu verschaffen. Wie lange der Angriff auf die Deutsche Bundesregierung tatsächlich unbemerkt blieb, werden die Untersuchungen noch zeigen. Bei Cyberattacken, die gezielt Hintertüren ausnutzen oder speziell für dieses Netzwerk programmierte Viren nutzen, bieten herkömmliche Schutzmaßnahmen, wie z.B. Antiviren-Software, nicht den nötigen Schutz, insbesondere nicht im Fall von solchen kritischen Infrastrukturen wie Bundesbehörden. Damit Sicherheitslücken gar nicht erst missbraucht und Schadprogramme nicht ausgeführt werden können, ist zusätzliche Sicherheitssoftware nötig.