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Ausbreitung von Bad Rabbit


Mit einer neuen verbesserten Variante, dem Win32/Diskcoder.D, einer modifizierten Version des Win32/Diskcoder.C, haben wir es jetzt bei "Bad Rabbit" zu tun
Nach einem erfolgreichen Angriff werden die Daten des Opfers verschlüsselt und gegen eine Gebühr von 0,05 Bitcoin, was etwa 280 Dollar entspricht, wird ein Entschlüsselungs-Tool angeboten

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Die unter dem Namen "Bad Rabbit" bekannt gewordene Ransomware hat bereits einiges an medialer Aufmerksamkeit erlangt. Die ersten Opfer waren vornehmlich russische Nachrichtenagenturen und andere Institutionen in Russland und der Ukraine

Andrew Clarke, One Identity, kommentiert:

"Take 2 und Action….Der Winter naht. In Game of Thrones schwingt in diesen Worten eine Warnung mit, verbunden mit der Aufforderung besonders wachsam zu sein. Das ist nicht so weit vom echten Leben entfernt wie man annehmen könnte. Unternehmen haben es da mit einem "Game of Threat" zu tun, bei dem es überlebenswichtig geworden ist, aufmerksam, wenn nicht sogar besonders wachsam zu sein. Ein Beispiel, "Bad Rabbit".

Mit einer neuen verbesserten Variante, dem Win32/Diskcoder.D, einer modifizierten Version des Win32/Diskcoder.C, haben wir es jetzt bei "Bad Rabbit" zu tun. Die Source-Code-Analyse bezieht sich auf die Namen der drei Drachencharaktere in der eingangs erwähnten Serie, Drogon, Rhaegal und Viserion.

In der aktuellen Version sind die ursprünglichen Bugs bei der Dateiverschlüsselung behoben, benutzt wird jetzt DiskCryptor. Das ist eine legitime OpenSource-Software, die zur vollständigen Festplattenverschlüsselung benutzt wird. Die Schlüssel werden mittels CryptGenRandom generiert und mit einem festprogrammierten öffentlichen RSA 2048 Schlüssel geschützt. Und das Upgrade hat es offensichtlich in sich. Das bekamen bereits Organisationen in Russland, der Ukraine, Bulgarien und der Türkei zu spüren. Die Länder, die die Liste der Opfer anführen.

Im Moment sieht es so aus als stehe auch ein gefaktes "Flash"-Update damit in Zusammenhang, mit dem die Opfer etwa zur selben Zeit konfrontiert wurden. Aller Wahrscheinlichkeit nach hatten die Angreifer aber zu diesem Zeitpunkt ohnehin schon den Fuß in der Tür zum Netzwerk.

Nach einem erfolgreichen Angriff werden die Daten des Opfers verschlüsselt und gegen eine Gebühr von 0,05 Bitcoin, was etwa 280 Dollar entspricht, wird ein Entschlüsselungs-Tool angeboten. Mit diesem Schlüssel sollen Unternehmen die Möglichkeit haben, ihre Daten wieder zu entschlüsseln. Dafür haben sie allerdings nur 41 Stunden Zeit. Trotz der industrieweiten Warnungen in Zusammenhang mit Petya und Not-Petya, verbreitet sich die aktuelle Variante seitwärts über SMB-Shares (SMB-Freigaben). Die Ausbreitung kann aber gestoppt werden, indem man diesen Kommunikationskanal schließt und die Ports137, 138, 139 und 445 der eingesetzten Firewalls blockiert.

Die Ausbreitung von Bad Rabbit zeigt, dass Unternehmen und Organisationen dieser Empfehlung offensichtlich nicht gefolgt sind. Und immer noch gilt zusätzlich der Rat, keine Lösegelder zu zahlen und umfassende Backups zu fahren. Immerhin lassen sich betroffene Systeme im Falle eines Falles dann größtenteils wiederherstellen. Alle aktuellen Patches zeitnah einzuspielen gehört ebenso zu den empfohlenen Best Practices wie die Kontrolle der administrativen Zugriffsberechtigungen im gesamten Netzwerk."
(One Identity: ra)

eingetragen: 05.11.17
Home & Newsletterlauf: 30.11.17


One Identity: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

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Meldungen: Kommentare und Meinungen

  • Drive-By-Infektionen als Adobe Flash-Update

    Bislang macht die Bad Rabbit-Ransomware vor allem durch ihren auffälligen Namen von sich reden. Der Crypto-Trojaner selbst erscheint technisch nicht besonders bemerkenswert, so nutzt er etwa keinen neuen oder kreativen Angriffs-Vektor. Bemerkenswert ist allerdings, dass es immer noch Unternehmen und Organisationen gibt, die nichts aus den letzten Ransomware-Wellen gelernt zu haben scheinen. Offensichtlich bedient sich Bad Rabbit der Waterhole-Methode, d.h. die Malware wird durch infizierte Internet-Seiten, auf die die anvisierten Ziele häufig zugreifen, verbreitet. Diese Drive-By-Infektionen werden als Adobe Flash-Update getarnt und auf diese Weise unbedarfte Nutzer dazu verleitet, die Schadsoftware herunterzuladen. Mit Applikations-Whitelisting, aktuellen Browsern und Standard-Sicherheitssoftware sollte eigentlich eine Infektion vermieden werden. Dass wir trotzdem von betroffenen Unternehmen hören, etwa der Nachrichtenagentur Interfax, wirft ein schlechtes Bild auf die Sicherheitspraxis zahlreicher Firmen und Institutionen.

  • Ausbreitung von Bad Rabbit

    Die unter dem Namen "Bad Rabbit" bekannt gewordene Ransomware hat bereits einiges an medialer Aufmerksamkeit erlangt. Die ersten Opfer waren vornehmlich russische Nachrichtenagenturen und andere Institutionen in Russland und der Ukraine. Andrew Clarke, One Identity, kommentiert.

  • Zertifizierung muss auf offene Normen setzen

    Die Europäische Kommission hat einen Regulierungsvorschlag veröffentlicht, der auch einen künftigen Europäischen Zertifizierungs- und Kennzeichnungsrahmen für IKT-Sicherheit betrifft. Er soll die Sicherheitseigenschaften von Produkten, Systemen und Diensten, die bereits in der Entwurfsphase ("security by design") integriert sind, verbessern. Die gute Absicht ist erkennbar, zumal ein erhöhter Schutz der Bürger und Unternehmen durch bessere Cybersicherheits-Vorkehrungen erstrebenswert ist. Dennoch hat der Vorschlag erhebliche fachliche Mängel. Darüber hinaus mangelt es an Offenheit und Transparenz, wie man sie von Normensetzung erwarten kann, die der Unterstützung der EU-Gesetzgebung dienen soll.

  • Generelle Problematik der Verschlüsselung lösen

    Wir dürfen gespannt sein, wie die neue Bundesregierung die vom letzten Kabinett angepeilte "Datenordnungspolitik" weiter vorantreibt. Neben dem Breitbandausbau wird das besonders in Bezug auf Verschlüsselung spannend - nicht nur wegen der NSA-Affäre sondern auch, um sich als Vorreiter der Digitalisierung zu positionieren. Ziel der großen Koalition war es, Deutschland zum Verschlüsselungsstandort Nummer eins zu machen und dem Bürger die sichere elektronische Kommunikation mit den Behörden zu ermöglichen. Ist dies gelungen? Wohl nur teilweise, denn die Politik hat mit dem De-Mail-Gesetz zwar Regelungen zur verschlüsselten Kommunikation erlassen. Das Ziel ist jedoch noch lange nicht erreicht, und dass andere Länder, darunter auch die Schweiz, gesicherte elektronische Kommunikation noch nicht in der Gesetzgebung verankert haben, ist wahrscheinlich nur ein schwacher Trost.

  • Sicherheit im Netz: Bleiben wir wachsam

    Zahlreiche Cyberattacken zeigen uns, dass ein Zwischenfall katastrophale Folgen haben kann: Produktionsausfälle, Standortschließungen, Verlust von geschäftskritischen Daten und Auswirkungen auf das Image. Monat für Monat erleben wir immer ausgefeiltere Angriffe mit neuen Bedrohungen für Schwachstellen in Unternehmen und Behörden. Natürlich ist es illusorisch zu glauben, dass man solche Cyberattacken stoppen kann. Unternehmen müssen daher reagieren und dürfen nicht mehr passiv bleiben. Für viele Unternehmen ist die Cybersicherheit ein Kostenfaktor sowohl technologisch als auch personell sowie organisatorisch. Daher behandeln Organisationen diese Thematik oft stiefmütterlich. Mehr als die Hälfte der Unternehmen geben immer noch weniger als 3 Prozent ihres IT-Budgets für Sicherheit aus (Quelle: Clusif 2016).