- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Markt » Kommentare & Meinungen

WannaCry: Wie viele Weckrufe sind nötig?


Ungenügendes IT-Sicherheitsniveau führt fast zum Super-GAU
Nach dem Telekom-Hack vom Dezember 2016 ist mit WannaCry nun bereits der zweite Weckruf gekommen

- Anzeigen -





Der Krypto-Trojaner WannaCry ist in aller Munde. Seit Wochen vergeht kaum ein Tag ohne Meldung. In einem bisher nie dagewesenen Ausmaß legte WannaCry Hunderttausende Rechner von Großunternehmen aus Spanien, Deutschland, Frankreich und weiteren Teilen der Welt lahm. Innerhalb kurzer Zeit wurde aus rund 150 Ländern ein WannaCry-Befall gemeldet; mehr als 200.000 Computer soll es bereits erwischt haben. Ziel des Angriffs sind Windows-Rechner mit alten Versionen sowie Windows-Rechner, bei denen die letzten Sicherheits-Patches nicht eingespielt wurden.

"Nach dem Telekom-Hack vom Dezember 2016 ist mit WannaCry nun bereits der zweite Weckruf gekommen. Millionen Telekom-Router in Büros und Privathaushalten hatten damals keine Signale mehr von sich gegeben. Eine sich selbst verbreitende Schadsoftware nutzte eine Schwachstelle in der Routersoftware aus. Jetzt wurde erneut eine Schwachstelle – diesmal im Microsoft-Betriebssystem Windows – für den Angriff ausgenutzt. Wir müssen also dringend die Sicherheit unserer IT stärken! Zweimal sind wir nur knapp an digitalen Katastrophen vorbeigeschrammt – und die Gefahr, die von WannaCry im Besonderen und Ransomware im Allgemeinen ausgeht, ist noch nicht vorüber", mahnt Christian Heutger, Geschäftsführer der PSW Group.

Auffällig ist, dass WannaCry besonders perfide arbeitet: Die Erpressungssoftware nutzt eine Sicherheitslücke im Windows-Betriebssystem aus, die bereits die NSA für eigene Spähangriffe nutzte und deshalb nicht an Microsoft meldete. "Dass Hacker diese Sicherheitslücke ebenfalls entdecken und ausnutzen, war nur eine Frage der Zeit", so der IT-Sicherheitsexperte.

Dass es gerade Betreiber kritischer Infrastrukturen getroffen hat, sollte die Alarmglocken klingeln lassen: Erfolgreiche Angriffe gegen kritische Infrastrukturen wurden beispielsweise von der Deutschen Bahn, von den Netzbetreibern Telefónica und Telecom, vom Logistikriesen FedEx, den Autobauern Nissan und Renault und von Krankenhäusern in Großbritannien gemeldet. "Gerade in Organisationen, die kritische Infrastrukturen betreiben, muss das Bewusstsein für IT-Sicherheit deutlich erhöht werden. Idealerweise geschieht das aus einem Sicherheitsbewusstsein heraus, nicht aus gesetzlichen Pflichten", fordert Christian Heutger und zeigt sich nachdenklich: "Man kommt jedoch nicht umhin, sich zu fragen, wie viele Weckrufe noch nötig sind. Schon nach dem Telekom-Hack hätten Konsequenzen gezogen werden müssen. Die Verantwortlichen müssen endlich zusammenarbeiten, Haftungsregelungen müssen eindeutig sein und gemeinsam muss für klare Sicherheitsstrategien gesorgt werden, die solche Angriffe verhindern können." (PSW Group: ra)

eingetragen: 21.06.17
Home & Newsletterlauf: 05.07.17


PSW Group: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -





Kostenloser IT SecCity-Newsletter
Ihr IT SecCity-Newsletter hier >>>>>>

- Anzeigen -


Meldungen: Kommentare und Meinungen

  • Gretchenfrage IoT-Sicherheit

    Für die meisten ziemlich überraschend, hat Microsoft vergangene Woche auf der RSA Konferenz, einer der größten und bekanntesten IT-Sicherheitsveranstaltungen weltweit, seine Initiative für das sichere Internet der Dinge (IoT) vorgestellt. Seit dem Jahr 2015 arbeitete Microsoft an Azure Sphere, so der Name der sicheren Architektur für das IoT. Sie umfasst zertifizierte Microcontroller, ein sicheres Betriebssystem (mit Linux, nicht Windows-Kernel!) und einen Cloud-Service für die zertifikatbasierte Authentifizierung und das geräteübergreifende Aufspüren von Bedrohungen. Jürgen Rother, Senior Business Development Manager beim IT-Dienstleister Trivadis, kommentiert.

  • KI-basierte Malware-Prävention

    Der Branchenverband Bitkom hat soeben eine Studie veröffentlicht, die ein Mal mehr belegt, dass künstliche Intelligenz als eine der Schlüsseltechnologien innerhalb der Digitalisierung gilt. Das sieht die Mehrzahl der befragten Unternehmen so: 49 Prozent gaben an, dass KI für die deutsche Wirtschaft große Bedeutung haben wird. Und auch bei Verbrauchern stößt KI auf viel Interesse. 7 von 10 Bundesbürgern (68 Prozent) würden demnach gerne selbst Technologien aus diesem Bereich ausprobieren. Man kann also davon ausgehen, dass mit der steigenden Nachfrage der Bedarf an Fachkräften in diesem Segment ebenfalls wachsen wird. Noch sind geschulte Experten eher Mangelware.

  • Kryptowährungen als Magnet für Cyberkriminelle

    Ende Dezember 2017 passierte der Bitcoin die Marke von 15.000 US-Dollar. Exakt ein Jahr zuvor konnte eine Einheit dieser wohl populärsten Kryptowährung noch für deutlich unter 1.000 US-Dollar erworben werden. Diese enormen Kurschwankungen verschaffen dem digitalen Geld eine große mediale Aufmerksamkeit. Da immer mehr Menschen den Hype um Bitcoin & Co. nutzen und von den enormen Kursschwankungen profitieren wollen, sind zudem neue Plattformen entstanden, die als Marktplätze den Kauf und Verkauf von Kryptowährungen erleichtern sollen. Dennoch stellte Enterprise Innovation fest, dass Kryptowährungen immer noch darum kämpfen, den Mainstream wirklich zu erreichen. Ein Hauptgrund hierfür sei der Ruf, unreguliert und unsicher zu sein.

  • Bitcoin-Sicherheitsbestand eine richtige Strategie

    Die Hälfte aller deutschen Unternehmen horten Kryptowährungen, um im Falle eines Ransomware-Angriffes das Lösegeld möglichst schnell bezahlen und sich ihre Daten freikaufen zu können. Im Schnitt besitzen sie 27 Bitcoins - das sind fast 240.000 Euro - so das Ergebnis einer Studie von Citrix und OnePoll. 500 IT-Entscheider aus Firmen mit mindestens 250 Mitarbeitern wurden hierzu befragt. Das Problem, das entsteht: Das Bitcoin-Depot lockt neue Angreifer an. 51 Prozent der befragten Unternehmen hatten bereits Angriffe auf ihren Bestand zu verzeichnen. Ein Kryptowährung-Sicherheitsdepot für mögliches Lösegeld - Chance oder Gefahr?

  • Gezielt Hintertüren ausnutzen

    469 Tage bleiben Hackerangriffe durchschnittlich unbemerkt. Das ist mehr als genug Zeit für Angreifer, sich ungestört Informationen zu verschaffen. Wie lange der Angriff auf die Deutsche Bundesregierung tatsächlich unbemerkt blieb, werden die Untersuchungen noch zeigen. Bei Cyberattacken, die gezielt Hintertüren ausnutzen oder speziell für dieses Netzwerk programmierte Viren nutzen, bieten herkömmliche Schutzmaßnahmen, wie z.B. Antiviren-Software, nicht den nötigen Schutz, insbesondere nicht im Fall von solchen kritischen Infrastrukturen wie Bundesbehörden. Damit Sicherheitslücken gar nicht erst missbraucht und Schadprogramme nicht ausgeführt werden können, ist zusätzliche Sicherheitssoftware nötig.