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Cyber-Angriffe auf den Bundestag


Angriffe aus Russland: Bundestagswahl 2017 durch Cyber-Angriffe beeinflussbar
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) habe im ersten Halbjahr 2016 mehr als 400 Angriffe auf Regierungsnetze pro Tag aufgedeckt

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Russische Geheimdienste könnten nach Einschätzung der Deutschen Bundesregierung versuchen, die Bundestagswahl 2017 durch Cyber-Angriffe zu beeinflussen. Diese Annahme gründe auf Analysen der mutmaßlich russischen Cyber-Angriffskampagnen mit internationaler Zielauswahl, heißt es in der Antwort der Regierung (18/10759) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (18/10467).

So habe der im Juni 2016 bekannt gewordene Cyber-Angriff mit Datendiebstahl auf die Zentrale der Demokratischen Partei in den USA zu erheblichen innenpolitischen Verwerfungen geführt. Die mit der Analyse des Angriffs beauftragten IT-Sicherheitsfirmen hätten "Hinweise auf eine Infektion durch die beiden Angriffskampagnen APT 28 und APT 29" ergeben. Die Angriffe würden Russland zugeordnet.

Auch der Bundestag stehe weiter im Fokus des russischen Aufklärungsinteresses, heißt es in der Antwort weiter. So habe es nach dem Cyber-Angriff vom Frühjahr 2015 auf das Parlament auch im Mai und August 2016 erneut Attacken auf den Bundestag sowie mehrere politische Parteien gegeben.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) habe im ersten Halbjahr 2016 mehr als 400 Angriffe auf Regierungsnetze pro Tag aufgedeckt, die mit kommerziellen Schutzprodukten nicht erkannt worden seien. Darunter seien rund 20 hoch spezialisierte Angriffe, die nur durch manuelle Analysen erkannt werden konnten. Im Schnitt einer dieser Angriffe pro Woche habe laut BSI einen nachrichtendienstlichen Hintergrund. (Deutscher Bundestag: ra)

eingetragen: 22.01.17
Home & Newsletterlauf: 31.01.17


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Meldungen: Nachrichten

  • Grüne wollen Stärkung der IT-Sicherheit

    Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen dringt auf eine Stärkung der IT-Sicherheit in Deutschland. Dazu soll die Bundesregierung ein umfangreiches Maßnahmenpaket umsetzen, fordert die Fraktion in einem Antrag (19/1328). So soll die Regierung nach dem Willen der Fraktion "schnellstmöglich ein neues IT-Sicherheitsgesetz vorlegen", das mehr als nur die bisher berücksichtigte kritische Infrastruktur umfassen und auch öffentliche Stellen einbeziehen soll. Die Verantwortung für IT-Sicherheit müsse aus dem Bundesinnenministerium herausgelöst werden, "um den effektiven Grundrechtsschutz zu stärken". Zudem müssten klare Zuständigkeiten innerhalb der Bundesregierung benannt werden.

  • Für effektive Verschlüsselung im Internet

    Die Deutsche Bundesregierung setzt sich für einen flächendeckenden Einsatz des verschlüsselten Übertragungsprotokolls HTTPS im Internet ein. Es werde regelmäßig auf die Bedeutung der Nutzung von HTTPS hingewiesen. Viele Webseiten des Bundes böten den Einsatz von HTTPS oder erzwängen ihn automatisch, heißt es in der Antwort (19/681) der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (19/517) der Fraktion Die Linke. Insgesamt unterstützten von 2.997 verwendeten Domains der Bundesbehörden 84,6 Prozent HTTPS. Das sei ein guter Stand, der noch verbessert werden könne. Das Ziel sei, den Anteil der Behörden-Domains mit Verschlüsselung weiter zu erhöhen.

  • Sicherheit beim Internet der Dinge

    Mit dem Internet verbundene Gebrauchsgeräte ("Internet der Dinge") müssen nach Ansicht der Deutschen Bundesregierung Mindestsicherheitsanforderungen erfüllen. Ansonsten ginge von einer massenweisen Verbreitung solcher Geräte ein Risiko für die gesamte IT-Infrastruktur aus, heißt es in der Antwort (19/662) der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (19/514). Es sei daher "gut und richtig, dafür Sorge zu tragen, dass diese vernetzbaren Geräte erstmals flächendeckende Mindestsicherheitsstandards aufweisen und diese dem Käufer auch transparent sind". Mit der Cybersicherheitsstrategie 2016 habe sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt, Vorschläge zu unterbreiten, damit Verbraucher auf Basis eines einheitlichen Gütesiegels beim Kauf neuer IT-Produkte schnell feststellen könnten, welches Angebot sicher sei.

  • Einsatzteam für Computernotfälle

    Die Europäische Union will sich besser gegen Cyberbedrohungen schützen. Die EU-Institutionen haben eine interinstitutionelle Vereinbarung unterzeichnet, mit der ein ständiges Einsatzteam für Computernotfälle (Computer Emergency Response Team - CERT-EU) für die europäischen Organe, Einrichtungen und Agenturen eingerichtet wird. Bereits im September hatte die EU-Kommission eine Reihe von Maßnahmen zur besseren Reaktionsfähigkeit der EU auf Cyberangriffe vorgeschlagen. Der für den digitalen Binnenmarkt zuständige Kommissionsvizepräsident Andrus Ansip erklärte: "Das Computer Emergency Response Team ist ein wichtiger Akteur beim Schutz der EU-Institutionen vor Cyber-Bedrohungen. Es zeigt, wie viel die EU-Institutionen erreichen können, wenn sie gemeinsam handeln."

  • Warnungen vor IT-Sicherheitslücken

    Öffentliche Warnungen vor Sicherheitslücken in informationstechnischen Systemen sind ein Thema der Antwort der Bundesregierung (18/13566) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (18/13413). Darin erkundigten sich die Abgeordneten unter anderem danach, ob die Bundesregierung die Auffassung teilt, "dass die Zurückhaltung beziehungsweise fehlende staatliche Meldung jeglicher Formen von Sicherheitslücken an Hersteller wie Bürgerinnen und Bürger im konkreten Fall nicht nur Gefahren für Einzelpersonen, sondern für die kritischen Infrastrukturen der Bundesrepublik Deutschland insgesamt nach sich ziehen können".