- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Markt » Studien

Open-Source-Schwachstellen & Anwendungssicherheit


Unternehmen setzen verstärkt auf Open Source und wissen um die Risiken, an Bemühungen um effektive Sicherung und Verwaltung fehlt es jedoch
Black Duck Center für Open Source Research & Innovation veröffentlicht die "Open Source 360°-Studie 2017"



Der Appetit der Welt auf Open-Source-Software ist unersättlich. Unternehmen weltweit haben im vergangenen Jahr den Einsatz von Open Source deutlich erhöht; doch obwohl diese bereitwillig die mit Open Source verbundenen Bedenken bezüglich der sicherheitsrelevanten und operationellen Risiken zur Kenntnis nehmen, hält das effektive Management von Open Source nicht mit der zunehmenden Nutzung mit.

Dies sind wesentliche Erkenntnisse, die aus der eben veröffentlichten Open Source 360°-Studie 2017 des Center for Open Source Research and Innovation (COSRI) von Black Duck hervorgehen. Die COSRI-Umfrage erstreckte sich auf 819 Umfrageteilnehmer, vorwiegend aus den USA und dem EMEA-Raum; darunter 74 Prozent Software-Entwickler, IT-Fachleute, Systemarchitekten, Entwicklungsleiter und Sicherheitsexperten.

Beinahe 60 Prozent der Befragten gaben an, dass der Gebrauch von Open-Source-Code in ihrem Unternehmen im vergangenen Jahr gestiegen ist. Gründe dafür sind: Kostenersparnis, einfacher Zugang und kein Vendor-Lock-In (84 Prozent); die Möglichkeit zur Anpassung des Codes und direkten Fehlerbehebung (67 Prozent); bessere Funktionen und technische Fähigkeiten (55 Prozent) sowie das Tempo bei Open-Source-Evolution und Innovation (55 Prozent).

Zudem führten die Befragten hinsichtlich der positiven Auswirkungen auf das Geschäft die beschleunigte Innovation (55 Prozent) und Qualitätsverbesserung (44 Prozent) an.

Trotzdem die Unternehmen Open Source zugunsten schneller Anwendungsentwicklung und erhöhter Entwicklungsagilität bereitwillig aufgreifen, brachten die Befragten diverse Bedenken zum Ausdruck: Darunter Lizenzierungsrisiken/den Verlust von geistigem Eigentum (66 Prozent), Gefährdung interner Anwendungen durch die Ausnutzung von (64 Prozent) sowie die Ausnutzung von Open-Source-Schwachstellen in externen Anwendungen (71 Prozent); zudem in Bezug auf die unbekannte Qualität der Komponenten (74 Prozent) sowie in Bezug auf das Versagen der Entwicklungsteams bei der Einhaltung der internen Richtlinien (61 Prozent).

Ungeachtet dieser Bedenken gab etwa die Hälfte der Befragten an, dass ihre Organisation keine formalen Richtlinien zur Auswahl und Genehmigung von Open Source hat. Lediglich 15 Prozent haben automatisierte Prozesse etabliert, um den Open-Source-Gebrauch zu verwalten.

Hinsichtlich der Verwaltung und Sicherung von Open Source geben die Befragten ihren Unternehmen nur mittelmäßige Bewertungen, wobei von diesen gerade etwa die Hälfte die zugehörigen Lizenzbestimmungen einhält (54 Prozent), sich der Sicherheitslücken bewusst ist (55 Prozent), weiß wo und welche Open-Source-Version gerade integriert ist und eingesetzt wird (54 Prozent), konform mit internen Richtlinien ist (44 Prozent) ist.

"Die Ergebnisse der Open Source 360°-Studie 2017 passen genau zu den Erfahrungen, wie wir sie mit Unternehmen jeder Größe in sämtlichen Branchen weltweit sammeln. Unternehmen setzen aus ökonomischen und produktionstechnischen Gründen eine enorme Menge an Open-Source-Code ein, doch bisher sind die meisten nicht effektiv, wenn es um dessen Sicherung und Verwaltung geht", so Lou Shipley, CEO bei Black Duck. "Dies ist aus mehreren Gründen überraschend. Heutzutage macht Open Source 80 bis 90 Prozent des Codes einer modernen Anwendung aus und die Anwendungsschicht ist ein primäres Ziel für Hacker. Das bedeutet, dass die Ausnutzung bekannter Open-Source-Schwachstellen das bedeutendste Risiko für die Anwendungssicherheit darstellt, dem sich die meisten Organisationen gegenüber sehen."

Die Ergebnisse der Open Source 360°-Studie zeigen, dass das Tracken und Beheben von Open Source-Schwachstellen in erster Linie durch manuelle Prozesse geschieht, die von internen Ressourcen (53 Prozent) durchgeführt werden. Nur 27 Prozent der Befragten berichteten von automatisierter Identifikation und Beseitigung von bekannten Open-Source-Schwachstellen.

Shipley merkte an, dass die Antworten auf die Umfrage "sehr im Einklang mit den Ergebnissen der Open-Source-Audits stehen, die wir für unsere Kunden durchführen."

Die On-Demand-Business-Unit von Black Duck führt jährlich Hunderte von Open-Source-Code-Audits durch, insbesondere bei Fusionen und Übernahmen. Im kürzlich veröffentlichten Open Source Security and Risk Analysis (OSSRA)-Report, bei dem 1.071 Anwendungen im Jahr 2016 untersucht wurden, fanden sich beides: sowohl ein hohes Level von Open-Source-Nutzung – 96 Prozent der Anwendungen enthielten Open-Source-Code – als auch ein hochgradiges Risiko für Open-Source-Schwachstellen – mehr als 60 Prozent der Anwendungen enthielten Open-Source-Sicherheitslücken.

Bemerkenswerterweise wurden im Open Source Security and Risk Analysis (OSSRA)-Report in den getesteten Applikationen im Finanzwesen 52 Open-Source-Schwachstellen pro Anwendung entdeckt; 60 Prozent der Anwendungen enthielten Hoch-Risiko-Schwachstellen. Im Einzelhandel und E-Commerce wurden bei 83 Prozent der getesteten Anwendungen Hoch-Risiko-Schwachstellen gefunden.

Die diesjährige Open Source 360°-Studie, die von Black Ducks COSRI durchgeführt wurde, ist der Nachfolger der Future of Open Source-Studie, die jahrelang gemeinsam von Black Duck und North Bridge vorgestellt wurde.

Weitere Ergebnisse der Open Source 360°-Studie 2017:

>> Methoden zur Nachverfolgung von Open-Source-Nutzung: Informationen werden von Entwicklern bereitgestellt (54 Prozent); manuelle Design/Code-Reviews (36 Prozent); Scans zur Inventarisierung der Open Source-Nutzung (33 Prozent)

>> Methoden zur Review von Code für Open-Source-Einsatz: keine Review des Codes auf Open Source (38 Prozent); interne Tools zum Scannen auf Open Source (27 Prozent); Drittanbieter-Tools zum Scannen auf Open Source (28 Prozent)

>> Die wichtigsten Elemente für eine erfolgreiche Open-Source-Politik: ein strukturierter Prozess für Review und Genehmigung von Open Source-Nutzungsanfragen (42 Prozent); eine White- und Blacklist genehmigter Open Source-Komponenten, spezifisch für Anwendungsfälle (39 Prozent); eine White- und Backlist der genehmigten Open-Source-Lizenzen, spezifisch für Anwendungsfälle (39 Prozent)

>> Verbreitete Bereiche für den Gebrauch von Open Source: Anwendungen zum Gebrauch innerhalb des Unternehmens (77 Prozent); Anwendungen für die Nutzung durch Kunden (69 Prozent); zum Erstellen und Betreiben der IT-Betriebsinfrastruktur (69 Prozent)

>> Verbreitete Technologiefelder für Open-Source-Nutzung: Entwicklungs-Tools/Software Development-Lifecyle (57 Prozent); Container/DevOps/Virtualisierung/Cloud Computing (53 Prozent); Systemmanagement/Betriebssysteme (52 Prozent)

>> Beteiligung an Open Source: 66 Prozent der befragten Unternehmen tragen zu Open Source-Projekten bei
(Black Duck Software: ra)

eingetragen: 21.06.17
Home & Newsletterlauf: 03.07.17


Black Duck Software: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Studien

  • Zugangsrechte immer noch eine Achillesferse

    58 Prozent aller global befragten Unternehmen gelingt es nicht, Anträge von Einzelpersonen, die auf Grundlage der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) eine Kopie ihrer persönlichen Daten angefordert haben, innerhalb der in der Verordnung festgelegten Frist von einem Monat zu bearbeiten. Dies zeigt eine aktuelle Studie von Talend. Im September 2018 veröffentlichte Talend die Ergebnisse ihrer ersten DSGVO-Vergleichsstudie. Mit dieser Studie sollte die Fähigkeit von Unternehmen bewertet werden, die Zugangs- und Portabilitätsanforderungen der EU-Verordnung einzuhalten. 70 Prozent der untersuchten Unternehmen waren damals nicht in der Lage, Daten einer betroffenen Person innerhalb eines Monats zur Verfügung zu stellen. Ein Jahr später befragte Talend erneut diejenigen Unternehmen, die im ersten Benchmark die DSGVO-Vorgaben nicht einhalten konnten. Gleichzeitig wurden auch neue Unternehmen aus der Zielgruppe befragt. Zwar erhöhte sich der Gesamtanteil derjenigen Unternehmen, die eine Einhaltung der Vorschriften vermeldeten, auf 42 Prozent, dennoch bleibt die Quote 18 Monate nach Inkrafttreten der Verordnung vergleichsweise niedrig.

  • Unternehmen investieren mehr in IT-Sicherheit

    Zwei Drittel der Unternehmen (66 Prozent) wollen ihre Investitionen in IT-Sicherheit steigern - mehr als in jeden anderen Bereich. Auch gefragt sind Datenanalyse-Software, in die 55 Prozent der Unternehmen mehr investieren wollen und Online-Shops mit 52 Prozent. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von Bitkom Research im Auftrag von Tata Consultancy Services (TCS) unter 953 Unternehmen mit 100 oder mehr Mitarbeitern in Deutschland. Im Durchschnitt investieren die Unternehmen 5,5 Prozent ihres Jahresumsatzes in die digitale Transformation - eine Steigerung um 12 Prozent zum Vorjahr. Allerdings werden wie die Anforderungen an Datenschutz (53 Prozent) und IT-Sicherheit (52 Prozent) von den Unternehmen auch als größte Hürden der Digitalisierung gesehen. Nur ein Prozent sieht hingegen fehlende finanzielle Mittel als Hinderungsgrund. Fehlt das Geld, sind die Probleme hausgemacht: Jedes fünfte Unternehmen (19 Prozent) sieht fehlende Investitionsbereitschaft trotz vorhandener Geldmittel als Hürde. Noch häufiger genannt werden fehlende Vorgaben der Geschäftsführung (31 Prozent) oder langwierige Entscheidungsprozesse (37 Prozent). Der Fachkräftemangel wird zur immer größeren Herausforderung: Mehr als ein Drittel (35 Prozent) sieht den Mangel an Mitarbeitern mit Digitalkompetenz als Hürde - 2017 waren es erst 25 Prozent.

  • Kundenzufriedenheit erfordert Test-Automatisierung

    Compuware hat die Ergebnisse einer weltweiten Umfrage unter 400 IT-Führungskräften, davon 75 aus Deutschland, bekannt gegeben. Demnach sind manuelle Testverfahren nach wie vor weit verbreitet. Sie stellen jedoch eine der größten Herausforderungen für große Unternehmen dar, wenn sie digitale Innovationen beschleunigen möchten.Die von Vanson Bourne im Auftrag von Compuware durchgeführte Umfrage untersucht die Prozesse von Unternehmen, um Innovationen auf dem Mainframe so schnell wie in ihren verteilten Umgebungen, die stark vom Mainframe abhängig sind, bereitzustellen. Die Studie untersucht auch die Methoden zur Unterstützung von Tests auf dem Mainframe sowie die Herausforderungen bei der gleichzeitigen Steigerung von Qualität, Geschwindigkeit und Effizienz während des Entwicklungs- und Bereitstellungsprozesses für Anwendungen. Die vollständige Studie mit den weltweiten Ergebnissen können Sie hier herunterladen.

  • Biometrische Daten vermehrt Angriffen ausgesetzt

    37 Prozent der Computer, Server oder Workstations, auf denen biometrische Daten erfasst, verarbeitet und gespeichert und von einer Kaspersky-Lösung geschützt werden, waren im dritten Quartal 2019 mindestens einem Malware-Infektionsversuch ausgesetzt. Dies zeigt der aktuelle Report "Threats for biometric data processing and storage systems" des Kaspersky ICS CERT. Es handelte sich vor allem um generische Malware wie Remote Access Trojaner (RATs) (5,4 Prozent), bei Phishing-Angriffen verwendete Malware (5,1 Prozent), Ransomware (1,9 Prozent) sowie Banking-Trojaner (1,5 Prozent). Die Verwendung biometrischer Daten wie Fingerabdrücke, Handgeometrie oder Irisstruktur zur Authentifizierung, als Ergänzung oder Ersatz zu traditionellen Anmeldedaten, nimmt stetig zu. Sie wird unter anderem für den Zugriff auf Regierungs- und Handelsbüros, industrielle Automatisierungssysteme, Unternehmens- und Privat-Laptops sowie Smartphones verwendet - und steht damit vermehrt im Fokus von Cyberkriminellen.Die Experten von Kaspersky ICS CERT haben Cyberbedrohungen untersucht, die im dritten Quartal dieses Jahres von Kaspersky-Produkten auf Computern, die biometrische Daten sammeln, verarbeiten und speichern, untersucht. Das Ergebnis: Auf über einem Drittel der Computer (37 Prozent) schlugen die Kaspersky-Produkte Alarm.

  • Security-Markt setzt 9,2 Milliarden Euro um

    Die globale Sicherheitsindustrie befindet sich in einer stetigen Wachstumsphase. Alleine in Deutschland wurde dieses Jahr nach den Daten von Statista ein Umsatz von etwa 9,2 Milliarden Euro erzielt. Dies sei darauf zurückzuführen, dass das Bewusstsein für Sicherheit geschärft werde, und dass Verbraucher hierfür auch immer öfter Geld investieren. Deutschland ist hierbei augenscheinlich einer der wichtigsten Märkte innerhalb Europas. Die Bundesrepublik beheimatet in dieser Sparte rund 6.000 Unternehmen mit insgesamt 180.000 Mitarbeitern. Von 2018 auf 2019 verzeichnet die Branche in Deutschland ein Wachstum von 2,9 Prozent. Etwa 80 Prozent des Gesamtumsatzes fallen hierbei auf private Akteure. Im Jahr 2011 belief sich der Umsatz der Sicherheits- und Ermittlungsindustrie hierzulande noch auf 5,3 Milliarden Euro. Seither ist der Branchenwert um 73,58 Prozent gewachsen.