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Bedrohungslandschaft im Wandel


Security-Studie: Neue Angriffsmuster, mehr Angriffsfläche und eine gute Nachricht
Destruction-of-Service-Angriffe (DeOS) zielen auf reine Zerstörung, dateilose Malware ist schwer zu entdecken - Zunahme von IoT-Anwendungen bietet viele verdeckte Angriffsflächen -Angriffserkennung (Time to Detection, TTD) verbessert sich auf etwa 3,5 Stunden



Laut aktuellem "Cisco Midyear Cybersecurity Report" (MCR) entwickeln sich Cyber-Bedrohungen rasant weiter und vergrößern dabei ihre Angriffsreichweite. Jüngste Vorfälle wie WannaCry und Nyetya zeigen die rasche Verbreitung und breite Wirkung von Angriffen, die wie traditionelle Ransomware aussehen, aber viel zerstörerischer sind. Die Angreifer zielen zunehmend auf die Zerstörung von Backups und Sicherheitsnetzen von Unternehmen, was eine Wiederherstellung von Daten nach einem Angriff verhindern soll. Schlüsselbranchen wickeln betriebliche Abläufe zunehmend online ab und vergrößern so die potenzielle Angriffsfläche.

Aktuellen Sicherheitspraktiken steht eine sich wandelnde Form von Angriffen gegenüber. So verzeichnet Cisco einen markanten Rückgang von Exploit-Kits, während bewährte Angriffe via E-Mail wieder aufleben, um Malware zu verteilen und Umsatz zu generieren. Spam-Mails werden durch Malware flankiert, die neue Angriffs-, Verschleierungs- und Umgehungstechniken entwickeln. Cisco hat innerhalb des Reports folgende Schwerpunkte analysiert:

>>Destruction-of-Service-Angriffe (DeOS): Diese können Backups und Sicherheitsnetze von Unternehmen zerstören, die zur Wiederherstellung von Systemen und Daten nach einem Angriff erforderlich sind. Erfolgreiche Angriffe dieser Art sind sehr schädlich, da Unternehmen keine Möglichkeit der Wiederherstellung bleibt.

>> "Dateilose Malware": Cisco hat zunehmend "dateilose Malware" entdeckt, die nicht auf der Festplatte, sondern nur im flüchtigen Speicher vorliegt. Sie lässt sich schwerer erkennen oder untersuchen, da ein Neustart die Malware zunächst löscht. Zudem werden anonymisierte und dezentrale Infrastrukturen genutzt, wie z.B. ein Tor-Proxy-Dienst, um Kommando- und Kontrolltätigkeiten zu verschleiern.

>> Ransomware-as-a-Service: Durch die Weiterentwicklungen der Ransomware können Kriminelle Angriffe unabhängig von ihren Kenntnissen einfacher ausführen. So hat Ransomware 2016 einen Schaden von über 1 Milliarde Dollar verursacht.

>Business Email Compromise (BEC-Angriffe): Diese Art der Social-Engineering-Angriffe verleitet Mitarbeiter dazu, über eine offiziell aussehende E-Mail Überweisungen an die Angreifer auszuführen. Zwischen Oktober 2013 und Dezember 2016 wurden laut Internet Crime Complaint Center über BEC-Angriffe insgesamt 5,3 Milliarden US-Dollar gestohlen.

>> Spyware und Adware: Cisco hat 300 Unternehmen über einen Zeitraum von vier Monaten untersucht und festgestellt, dass jedes fünfte von ihnen (20 Prozent) durch Malware aus drei vorherrschenden Spyware-Familien infiziert wurde. In einer Unternehmensumgebung kann Spyware Benutzer- und Firmeninformationen stehlen, die Sicherheit von Geräten schwächen und Malware-Infektionen erhöhen.

Angesichts solcher Entwicklungen ist die Wirksamkeit von Sicherheitspraktiken entscheidend. Die Zeit bis zur Erkennung (Time to Detection, TTD), also dem Zeitfenster zwischen einem Angriff und dem Erkennen einer Bedrohung, ist dabei eine entscheidende Kenngröße. Sie zu verkürzen bedeutet, den Aktionsraum der Angreifer zu begrenzen und Schäden zu minimieren. Cisco bietet Organisationen diesen Zeitvorteil, denn das Unternehmen konnte in den letzten sechs Monaten seine Zeit bis zur Erkennung von Angriffen im Mittel auf etwa 3,5 Stunden verringern.

Branchenweite Herausforderung – Schutz der IoT-Anwendungen
Das Internet der Dinge bietet Cyberkriminellen aufgrund aktueller Sicherheitslücken breite Angriffsflächen. Werden sie nicht geschlossen, öffnen sie die Tür für folgenschwere Angriffe. Je mehr IT und Betriebstechnik im IoT zusammenwachsen, desto mehr Probleme verursachen mangelnde Transparenz und hohe Komplexität. Aktuelle Botnet-Aktivitäten bestätigen diese Entwicklungen. Unternehmen aus jeder Branche sind aufgrund der Entwicklungen gefordert, den wachsenden Cyber-Security-Anforderungen gerecht zu werden.
Im Rahmen ihrer Security Capabilities Benchmark Studie befragte Cisco nahezu 3.000 Sicherheitsverantwortliche in 13 Ländern – darunter auch Deutschland – und stellte fest, dass die Sicherheitsteams in allen Branchen von der Menge der Angriffe fast überwältigt werden und viele in ihren Schutzbemühungen eigentlich nur noch reagieren können.

Übergeordnete Erkenntnisse:
>> Nur etwa zwei Drittel der befragten Unternehmen gehen Sicherheitswarnungen nach. In bestimmten Branchen (wie Gesundheit und Transport) liegt diese Zahl mit 50 Prozent sogar noch darunter.
>> Selbst reaktionsschnelle Branchen wie Finanzen und Gesundheitswesen beheben weniger als 50 Prozent der Angriffe, auch wenn sie wissen, dass sie echt sind.
>> Sicherheitswarnungen sind dennoch ein Weckruf. Über 90 Prozent aller befragten Unternehmen aller Branchen führen zumindest leichte Sicherheitsverbesserungen durch, nachdem sie angegriffen wurden.

Erkenntnisse nach Branche:
>> Öffentlicher Sektor –
Von den untersuchten Bedrohungen werden 32 Prozent als echte Bedrohungen identifiziert, aber nur 47 Prozent davon auch behoben.

>> Einzelhandel – 32 Prozent geben an, im vergangenen Jahr aufgrund von Angriffen Umsatz, etwa ein Viertel ihrer Kunden oder Geschäftspotenzial verloren zu haben.

>> Fertigung – 40 Prozent geben an, über keine formale Sicherheitsstrategie zu verfügen oder standardisierte Normen für die IT-Sicherheit, wie ISO 27001 oder NIST 800-53, einzuhalten.

>> Versorger – Sicherheitsverantwortliche geben an, dass gezielte Angriffe (42 Prozent) und Advanced Persistent Threats (APTs) (40 Prozent) die größten Sicherheitsrisiken für ihr Unternehmen darstellen.

>> Gesundheitswesen – 37 Prozent sehen gezielte Angriffe als hohes Sicherheitsrisiko für ihre Organisationen.

Handlungsempfehlungen von Cisco
Um die skizzierten, komplexeren Angriffe zu bekämpfen, ist eine proaktive Haltung der Unternehmen gefordert. Cisco empfiehlt wie folgt vorzugehen:

>> Infrastruktur und Anwendungen sollten stets auf dem neuesten Stand sein, damit Angreifer öffentlich bekannte Schwachstellen nicht ausnutzen können.
>> Ein integrierter Verteidigungsansatz reduziert die Komplexität; isolierte Investitionen sollten vermieden werden.
>> Die Führungsebene sollte frühzeitig einbezogen werden, um umfassendes Verständnis der Risiken, Vorteile und Budgeteinschränkungen zu gewährleisten.
>> Eindeutige Kennzahlen sollten definiert werden, um Sicherheitspraktiken zu validieren und zu verbessern.
>> Sicherheitsschulungen im Unternehmen sollten nicht übergreifend durchgeführt, sondern auf die jeweilige Funktion abgestimmt werden.
Verteidigung und aktive Reaktion müssen ausbalanciert werden; Sicherheitskontrollen oder Prozesse sollten nicht "einmal eingerichtet und vergessen" werden.

Über den Cisco Midyear Cybersecurity Report
Der Cisco 2017 Midyear Cybersecurity Report untersucht die neuesten Bedrohungen, die von Cisco Collective Security Intelligence erfasst wurden. Neben branchenspezifischen Daten und Cyber-Security-Trends der ersten Jahreshälfte 2017 bietet die Studie praktische Empfehlungen, um die Sicherheit zu verbessern. Sie basiert auf täglich erhobenen Daten von mehr als 40 Milliarden Telemetrie-Punkten.
(Cisco Systems: ra)

eingetragen: 01.08.17
Home & Newsletterlauf: 01.09.17


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Meldungen: Studien

  • Zugangsrechte immer noch eine Achillesferse

    58 Prozent aller global befragten Unternehmen gelingt es nicht, Anträge von Einzelpersonen, die auf Grundlage der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) eine Kopie ihrer persönlichen Daten angefordert haben, innerhalb der in der Verordnung festgelegten Frist von einem Monat zu bearbeiten. Dies zeigt eine aktuelle Studie von Talend. Im September 2018 veröffentlichte Talend die Ergebnisse ihrer ersten DSGVO-Vergleichsstudie. Mit dieser Studie sollte die Fähigkeit von Unternehmen bewertet werden, die Zugangs- und Portabilitätsanforderungen der EU-Verordnung einzuhalten. 70 Prozent der untersuchten Unternehmen waren damals nicht in der Lage, Daten einer betroffenen Person innerhalb eines Monats zur Verfügung zu stellen. Ein Jahr später befragte Talend erneut diejenigen Unternehmen, die im ersten Benchmark die DSGVO-Vorgaben nicht einhalten konnten. Gleichzeitig wurden auch neue Unternehmen aus der Zielgruppe befragt. Zwar erhöhte sich der Gesamtanteil derjenigen Unternehmen, die eine Einhaltung der Vorschriften vermeldeten, auf 42 Prozent, dennoch bleibt die Quote 18 Monate nach Inkrafttreten der Verordnung vergleichsweise niedrig.

  • Unternehmen investieren mehr in IT-Sicherheit

    Zwei Drittel der Unternehmen (66 Prozent) wollen ihre Investitionen in IT-Sicherheit steigern - mehr als in jeden anderen Bereich. Auch gefragt sind Datenanalyse-Software, in die 55 Prozent der Unternehmen mehr investieren wollen und Online-Shops mit 52 Prozent. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von Bitkom Research im Auftrag von Tata Consultancy Services (TCS) unter 953 Unternehmen mit 100 oder mehr Mitarbeitern in Deutschland. Im Durchschnitt investieren die Unternehmen 5,5 Prozent ihres Jahresumsatzes in die digitale Transformation - eine Steigerung um 12 Prozent zum Vorjahr. Allerdings werden wie die Anforderungen an Datenschutz (53 Prozent) und IT-Sicherheit (52 Prozent) von den Unternehmen auch als größte Hürden der Digitalisierung gesehen. Nur ein Prozent sieht hingegen fehlende finanzielle Mittel als Hinderungsgrund. Fehlt das Geld, sind die Probleme hausgemacht: Jedes fünfte Unternehmen (19 Prozent) sieht fehlende Investitionsbereitschaft trotz vorhandener Geldmittel als Hürde. Noch häufiger genannt werden fehlende Vorgaben der Geschäftsführung (31 Prozent) oder langwierige Entscheidungsprozesse (37 Prozent). Der Fachkräftemangel wird zur immer größeren Herausforderung: Mehr als ein Drittel (35 Prozent) sieht den Mangel an Mitarbeitern mit Digitalkompetenz als Hürde - 2017 waren es erst 25 Prozent.

  • Kundenzufriedenheit erfordert Test-Automatisierung

    Compuware hat die Ergebnisse einer weltweiten Umfrage unter 400 IT-Führungskräften, davon 75 aus Deutschland, bekannt gegeben. Demnach sind manuelle Testverfahren nach wie vor weit verbreitet. Sie stellen jedoch eine der größten Herausforderungen für große Unternehmen dar, wenn sie digitale Innovationen beschleunigen möchten.Die von Vanson Bourne im Auftrag von Compuware durchgeführte Umfrage untersucht die Prozesse von Unternehmen, um Innovationen auf dem Mainframe so schnell wie in ihren verteilten Umgebungen, die stark vom Mainframe abhängig sind, bereitzustellen. Die Studie untersucht auch die Methoden zur Unterstützung von Tests auf dem Mainframe sowie die Herausforderungen bei der gleichzeitigen Steigerung von Qualität, Geschwindigkeit und Effizienz während des Entwicklungs- und Bereitstellungsprozesses für Anwendungen. Die vollständige Studie mit den weltweiten Ergebnissen können Sie hier herunterladen.

  • Biometrische Daten vermehrt Angriffen ausgesetzt

    37 Prozent der Computer, Server oder Workstations, auf denen biometrische Daten erfasst, verarbeitet und gespeichert und von einer Kaspersky-Lösung geschützt werden, waren im dritten Quartal 2019 mindestens einem Malware-Infektionsversuch ausgesetzt. Dies zeigt der aktuelle Report "Threats for biometric data processing and storage systems" des Kaspersky ICS CERT. Es handelte sich vor allem um generische Malware wie Remote Access Trojaner (RATs) (5,4 Prozent), bei Phishing-Angriffen verwendete Malware (5,1 Prozent), Ransomware (1,9 Prozent) sowie Banking-Trojaner (1,5 Prozent). Die Verwendung biometrischer Daten wie Fingerabdrücke, Handgeometrie oder Irisstruktur zur Authentifizierung, als Ergänzung oder Ersatz zu traditionellen Anmeldedaten, nimmt stetig zu. Sie wird unter anderem für den Zugriff auf Regierungs- und Handelsbüros, industrielle Automatisierungssysteme, Unternehmens- und Privat-Laptops sowie Smartphones verwendet - und steht damit vermehrt im Fokus von Cyberkriminellen.Die Experten von Kaspersky ICS CERT haben Cyberbedrohungen untersucht, die im dritten Quartal dieses Jahres von Kaspersky-Produkten auf Computern, die biometrische Daten sammeln, verarbeiten und speichern, untersucht. Das Ergebnis: Auf über einem Drittel der Computer (37 Prozent) schlugen die Kaspersky-Produkte Alarm.

  • Security-Markt setzt 9,2 Milliarden Euro um

    Die globale Sicherheitsindustrie befindet sich in einer stetigen Wachstumsphase. Alleine in Deutschland wurde dieses Jahr nach den Daten von Statista ein Umsatz von etwa 9,2 Milliarden Euro erzielt. Dies sei darauf zurückzuführen, dass das Bewusstsein für Sicherheit geschärft werde, und dass Verbraucher hierfür auch immer öfter Geld investieren. Deutschland ist hierbei augenscheinlich einer der wichtigsten Märkte innerhalb Europas. Die Bundesrepublik beheimatet in dieser Sparte rund 6.000 Unternehmen mit insgesamt 180.000 Mitarbeitern. Von 2018 auf 2019 verzeichnet die Branche in Deutschland ein Wachstum von 2,9 Prozent. Etwa 80 Prozent des Gesamtumsatzes fallen hierbei auf private Akteure. Im Jahr 2011 belief sich der Umsatz der Sicherheits- und Ermittlungsindustrie hierzulande noch auf 5,3 Milliarden Euro. Seither ist der Branchenwert um 73,58 Prozent gewachsen.