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Ransomware-Angriffe vermeiden


Neue weltweite Studie: Ransomware-Angriffe zwingen KMU zum Stopp ihrer Geschäftsprozesse
Ausfallzeiten durch Ransomware-Angriffe ist der Business-Killer Nummer eins – nicht die Lösegeldforderung



Malwarebytes veröffentlichte ihren "Second Annual State of Ransomware Report". Die Studie konzentriert sich auf kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU). Mehr als ein Drittel der befragten Unternehmen waren im vergangenen Jahr Opfer eines Ransomware-Angriffs und 22 Prozent mussten aufgrund dessen ihre Geschäftsprozesse unmittelbar stoppen. Innerhalb der Studie wurden 1.054 Unternehmen mit weniger als 1.000 Mitarbeitern in Nordamerika, Frankreich, UK, Deutschland, Australien und Singapur befragt. Der von Osterman Research erstellte Bericht untersuchte die Angriffshäufigkeit, die Auswirkungen auf KMU, die Kosten, die Einstellung der Unternehmen zur Bezahlung eines Lösegelds und wie gut sich die Branche mittlerweile auf solche Angriffe vorbereitet.

"Unternehmen jeder Größe sind einem steigenden Risiko von Ransomware-Angriffen ausgesetzt", so Marcin Kleczynski, CEO von Malwarebytes. "Dennoch stehen bei kleinen, mittelständischen Unternehmen ganz andere Werte bei einem Angriff auf dem Spiel, als bei einem großen Konzern. Die Ergebnisse von Osterman Research zeigen, dass KMU infolge von Angriffen schnell an einen Punkt kommen, an dem sie ihre Geschäftsprozesse komplett einstellen müssen. Und was noch schlimmer ist: Den meisten fehlt das Wissen, wie sie solche Angriffe aufhalten können, obwohl sie signifikante Investitionen in Technologien tätigen, die sie schützen sollen. Die Sicherheitsbranche muss den Kampf dieser Unternehmen besser verstehen, um ausreichenden Schutz bieten zu können."

Die wichtigsten Erkenntnisse des "Second Annual State of Ransomware Report" für Deutschland:

Für deutsche Unternehmen stellt Ransomware gemeinsam mit Phishing-E-Mails die größte Bedrohung dar. 34 Prozent der befragten KMU in Deutschland war im letzten Jahr Opfer einer Ransomware-Attacke. Dabei mussten sie ihre Geschäftsprozesse im Durchschnitt zwischen neun und 16 Stunden einstellen – fast ein Viertel der Unternehmen sogar für 24 Stunden.

KMU sehen die Lösungsansätze auf technologischer Seite und im Training der Mitarbeiter. Deutsche Unternehmen tendieren dazu, technologische Lösungen vorzuziehen. Fast ein Drittel der deutschen KMU führt keine Sicherheitsschulungen durch, die sich mit Ransomware beschäftigen. Im Gegensatz zu Konzernen: Die letztjährige Studie untersuchte große Organisationen und ergab, dass deutsche Großunternehmen weitaus häufiger kontinuierliche Ransomware-Trainings für ihre Nutzer anbieten als andere befragte Länder. Mehr als die Hälfte der deutschen Unternehmen ermöglichen mehr oder weniger kontinuierliche Trainings.

Die meisten KMU nutzen E-Mail-Sicherheitslösungen und Netzwerksegmentierungen, um Ransomware-Angriffe zu vermeiden. Viele Unternehmen nutzen keine Anti-Ransomware-spezifische Technologie.

Die wichtigsten Ergebnisse des "Second Annual State of Ransomware Report" aus Nordamerika, UK, Frankreich, Australien, Singapur und Deutschland:

>> Die Auswirkungen von Ransomware auf KMU können verheerend sein: Ungefähr ein von sechs Unternehmen, das mit Ransomware infiziert wurde, hatte mindestens 25 Stunden Ausfallzeit zu beklagen. Darüber hinaus mussten 22 Prozent der KMU, die Opfer eines Ransomware-Angriffs waren, ihre Geschäftsprozesse sofort stoppen und erlitten einen Umsatzverlust von 15 Prozent.

>> Für die meisten Unternehmen spielt Ransomware eine große Rolle, dennoch glauben sie nicht, richtig damit umgehen zu können. 75 Prozent der befragten Unternehmen geben dem Ransomware-Problem eine hohe oder sogar sehr hohe Priorität. Doch trotz Investitionen gaben fast die Hälfte der befragten Unternehmen an, dass sie nur wenig bis mäßig überzeugt sind, einen Ransomware-Angriff stoppen zu können.

>> Viele kennen den Ursprung der Ransomware nicht und die Schadsoftware breitet sich schnell aus. 27 Prozent der Unternehmen waren bereits einmal von Ransomware betroffen, doch die Entscheidungsträger konnten den Endpunkt, der infiziert wurde, nicht identifizieren. Zudem breitet sich mehr als ein Drittel der Ransomware-Infektionen auf weitere Geräte aus. Bei zwei Prozent der befragten Unternehmen infizierte die Ransomware sogar jedes Gerät im Netzwerk.

>> Die meisten KMU zahlen keine Lösegeldforderungen. 72 Prozent der Befragten glauben, dass Lösegeldforderungen niemals bezahlt werden sollten. Die restlichen Unternehmen denken, dass die Forderungen nur bezahlt werden sollten, wenn die verschlüsselten Daten für das Unternehmen wertvoll sind. Unter den Unternehmen, die angaben, dass sie keine Lösegeldforderungen von Cyberkriminellen bezahlen, haben bereits ein Drittel infolgedessen Daten verloren.

>> Die Finanzindustrie ist am meisten wegen Ransomware besorgt. Die Transportbranche am wenigsten. 54 Prozent der Unternehmen im Finanzsektor sind wegen Ransomware beunruhigt oder stark beunruhigt. Diese Gedanken machen sich im Transportwesen nur 26 Prozent.

Die aktuellen Investitionen in Technologie reichen nicht. Über ein Drittel der KMU gaben an, Anti-Ransomware-Technologien zu nutzen, während ein Drittel der befragten Unternehmen dennoch Opfer eines Ransomware-Angriffs wurde.

"Die Ergebnisse zeigen eindeutig, dass Unternehmen die Gefahr durch Ransomware bewusst ist, aber viele können noch nicht damit umgehen", sagt Adam Kujawa, Director of Malware Intelligence bei Malwarebytes. "Firmen jeder Größe müssen aufmerksam bleiben und ihrem Schutz vor Ransomware eine höhere Priorität einräumen."
(Malwarebytes: ra)

eingetragen: 02.08.17
Home & Newsletterlauf: 12.09.17


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Meldungen: Studien

  • Zugangsrechte immer noch eine Achillesferse

    58 Prozent aller global befragten Unternehmen gelingt es nicht, Anträge von Einzelpersonen, die auf Grundlage der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) eine Kopie ihrer persönlichen Daten angefordert haben, innerhalb der in der Verordnung festgelegten Frist von einem Monat zu bearbeiten. Dies zeigt eine aktuelle Studie von Talend. Im September 2018 veröffentlichte Talend die Ergebnisse ihrer ersten DSGVO-Vergleichsstudie. Mit dieser Studie sollte die Fähigkeit von Unternehmen bewertet werden, die Zugangs- und Portabilitätsanforderungen der EU-Verordnung einzuhalten. 70 Prozent der untersuchten Unternehmen waren damals nicht in der Lage, Daten einer betroffenen Person innerhalb eines Monats zur Verfügung zu stellen. Ein Jahr später befragte Talend erneut diejenigen Unternehmen, die im ersten Benchmark die DSGVO-Vorgaben nicht einhalten konnten. Gleichzeitig wurden auch neue Unternehmen aus der Zielgruppe befragt. Zwar erhöhte sich der Gesamtanteil derjenigen Unternehmen, die eine Einhaltung der Vorschriften vermeldeten, auf 42 Prozent, dennoch bleibt die Quote 18 Monate nach Inkrafttreten der Verordnung vergleichsweise niedrig.

  • Unternehmen investieren mehr in IT-Sicherheit

    Zwei Drittel der Unternehmen (66 Prozent) wollen ihre Investitionen in IT-Sicherheit steigern - mehr als in jeden anderen Bereich. Auch gefragt sind Datenanalyse-Software, in die 55 Prozent der Unternehmen mehr investieren wollen und Online-Shops mit 52 Prozent. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von Bitkom Research im Auftrag von Tata Consultancy Services (TCS) unter 953 Unternehmen mit 100 oder mehr Mitarbeitern in Deutschland. Im Durchschnitt investieren die Unternehmen 5,5 Prozent ihres Jahresumsatzes in die digitale Transformation - eine Steigerung um 12 Prozent zum Vorjahr. Allerdings werden wie die Anforderungen an Datenschutz (53 Prozent) und IT-Sicherheit (52 Prozent) von den Unternehmen auch als größte Hürden der Digitalisierung gesehen. Nur ein Prozent sieht hingegen fehlende finanzielle Mittel als Hinderungsgrund. Fehlt das Geld, sind die Probleme hausgemacht: Jedes fünfte Unternehmen (19 Prozent) sieht fehlende Investitionsbereitschaft trotz vorhandener Geldmittel als Hürde. Noch häufiger genannt werden fehlende Vorgaben der Geschäftsführung (31 Prozent) oder langwierige Entscheidungsprozesse (37 Prozent). Der Fachkräftemangel wird zur immer größeren Herausforderung: Mehr als ein Drittel (35 Prozent) sieht den Mangel an Mitarbeitern mit Digitalkompetenz als Hürde - 2017 waren es erst 25 Prozent.

  • Kundenzufriedenheit erfordert Test-Automatisierung

    Compuware hat die Ergebnisse einer weltweiten Umfrage unter 400 IT-Führungskräften, davon 75 aus Deutschland, bekannt gegeben. Demnach sind manuelle Testverfahren nach wie vor weit verbreitet. Sie stellen jedoch eine der größten Herausforderungen für große Unternehmen dar, wenn sie digitale Innovationen beschleunigen möchten.Die von Vanson Bourne im Auftrag von Compuware durchgeführte Umfrage untersucht die Prozesse von Unternehmen, um Innovationen auf dem Mainframe so schnell wie in ihren verteilten Umgebungen, die stark vom Mainframe abhängig sind, bereitzustellen. Die Studie untersucht auch die Methoden zur Unterstützung von Tests auf dem Mainframe sowie die Herausforderungen bei der gleichzeitigen Steigerung von Qualität, Geschwindigkeit und Effizienz während des Entwicklungs- und Bereitstellungsprozesses für Anwendungen. Die vollständige Studie mit den weltweiten Ergebnissen können Sie hier herunterladen.

  • Biometrische Daten vermehrt Angriffen ausgesetzt

    37 Prozent der Computer, Server oder Workstations, auf denen biometrische Daten erfasst, verarbeitet und gespeichert und von einer Kaspersky-Lösung geschützt werden, waren im dritten Quartal 2019 mindestens einem Malware-Infektionsversuch ausgesetzt. Dies zeigt der aktuelle Report "Threats for biometric data processing and storage systems" des Kaspersky ICS CERT. Es handelte sich vor allem um generische Malware wie Remote Access Trojaner (RATs) (5,4 Prozent), bei Phishing-Angriffen verwendete Malware (5,1 Prozent), Ransomware (1,9 Prozent) sowie Banking-Trojaner (1,5 Prozent). Die Verwendung biometrischer Daten wie Fingerabdrücke, Handgeometrie oder Irisstruktur zur Authentifizierung, als Ergänzung oder Ersatz zu traditionellen Anmeldedaten, nimmt stetig zu. Sie wird unter anderem für den Zugriff auf Regierungs- und Handelsbüros, industrielle Automatisierungssysteme, Unternehmens- und Privat-Laptops sowie Smartphones verwendet - und steht damit vermehrt im Fokus von Cyberkriminellen.Die Experten von Kaspersky ICS CERT haben Cyberbedrohungen untersucht, die im dritten Quartal dieses Jahres von Kaspersky-Produkten auf Computern, die biometrische Daten sammeln, verarbeiten und speichern, untersucht. Das Ergebnis: Auf über einem Drittel der Computer (37 Prozent) schlugen die Kaspersky-Produkte Alarm.

  • Security-Markt setzt 9,2 Milliarden Euro um

    Die globale Sicherheitsindustrie befindet sich in einer stetigen Wachstumsphase. Alleine in Deutschland wurde dieses Jahr nach den Daten von Statista ein Umsatz von etwa 9,2 Milliarden Euro erzielt. Dies sei darauf zurückzuführen, dass das Bewusstsein für Sicherheit geschärft werde, und dass Verbraucher hierfür auch immer öfter Geld investieren. Deutschland ist hierbei augenscheinlich einer der wichtigsten Märkte innerhalb Europas. Die Bundesrepublik beheimatet in dieser Sparte rund 6.000 Unternehmen mit insgesamt 180.000 Mitarbeitern. Von 2018 auf 2019 verzeichnet die Branche in Deutschland ein Wachstum von 2,9 Prozent. Etwa 80 Prozent des Gesamtumsatzes fallen hierbei auf private Akteure. Im Jahr 2011 belief sich der Umsatz der Sicherheits- und Ermittlungsindustrie hierzulande noch auf 5,3 Milliarden Euro. Seither ist der Branchenwert um 73,58 Prozent gewachsen.