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Ports der Firewall sollten niemals geöffnet sein


"Smart Home Security Report" für die USA, Europa und Japan
Studie bestätigt, dass Smart Home-Technologien populärer werden, gleichzeitig aber signifikante Sicherheitsrisiken bestehen



Die prpl Foundation, eine Non-Profit OpenSource Organisation, hat am 20. September dieses Jahres den "The prpl Foundation Smart Home Security Report" veröffentlicht. Die über OnePoll erhobene Umfrage vereint zum ersten Mal weltweite Daten zur Verbreitung von Smart Home-Geräten und berücksichtigt dabei insbesondere die Sicherheitsaspekte. Befragt wurden insgesamt 1.200 Teilnehmer aus den USA, dem Vereinigten Königreich, Frankreich, Deutschland, Italien und Japan. Ziel der Studie war es herauszufinden, welche Sicherheitsmaßnahmen die Befragten im Hinblick auf ihre Smart Home-Geräte ergreifen und welche Haltung die Nutzer in Bezug auf potenzielle Sicherheitsrisiken einnehmen.

Zu den wichtigsten Ergebnissen gehören:

>>
Das Smart Home wird nicht nur definitiv kommen, es ist bereits Realität. In einigen Anwendungsbereichen hat die Verbreitung der Geräte bereits die kritische Masse erreicht.
>> Gleichzeitig sind viele der Anwendungen unsicher, was auch der Haltung der Nutzer geschuldet ist, die sich nicht unbedingt an Best Practices orientieren.
>> Trotzdem bewerten Anwender Sicherheit als höherrangig gegenüber reiner Benutzerfreundlichkeit und sind durchaus bereit an dieser Stelle Verantwortung zu übernehmen.

Was die Verbreitung von Smart Devices anbelangt haben sich geografische Unterschiede ergeben, wobei die kontinentaleuropäischen Nationen die Nase vorn haben: Angeführt von Frankreich mit 5.8 Geräten, Italien 5 und Deutschland 4.5, gegenüber 2.6 Geräten in UK und 2.4 in den USA, die damit in etwa gleichauf liegen. Japan bringt es durchschnittlich nur auf ein intelligentes Gerät im Smart Home.

Art Swift, Präsident der prpl Foundation, sagte: "Bisher hat es wenig Studien mit einer ausreichend großen Grundgesamtheit von Befragten gegeben, um aussagekräftig in punkto Marktdurchdringung und Sicherheitsimplikationen zu sein. Was wir bei unserer Befragung herausgefunden haben ist, dass das Smart Home mit den entsprechenden Geräten bereits Mainstream geworden ist. 83 Prozent der von uns Befragten haben angegeben zuhause intelligente, mit dem Internet verbundene Geräte zu benutzen.

Dabei sind Laptops, Computer, Smartphones und so weiter nicht berücksichtigt. Zu den populärsten Geräten gehören Spielekonsolen, drahtlose Drucker und smarte Fernsehgeräte. Parallel dazu sind die Sicherheitsbedenken für alle drei in den letzten Jahren stark angestiegen. Als wir herausgefunden hatten in einem wie umfassenden Maß intelligente Technologien schon eingesetzt werden, wollten wir natürlich auch wissen, ob die Verbraucher sich der damit verbundenen Sicherheitsrisiken bewusst sind. Und darüber hinaus, ob sie diesen neuen Cyberbereich genauso schützen wie sie es mit der physischen Eingangstür halten."

In dem Falle ist das Äquivalent zur Haustür der heimische Router. Hier kommen sämtliche Datenströme des häuslichen Traffic zusammen. Wenig überraschend hat die prpl Foundation festgestellt, dass nur wenige der Befragten ihren Router so absichern wie sie es mit der physischen Eingangstüre tun. Hersteller-Updates nicht einzuspielen führt nicht selten zu kritischen Schwachstellen. Über solche Schwachstellen können Angreifer potenziell den Datenstrom abhören oder sogar ein smartes Gerät komplett übernehmen.

Die wesentlichen Ergebnisse des prpl Foundation Smart Home Security Report:

>> Mehr als die Hälfte der Befragten (57 Prozent) gaben an, die Firmware ihres Routers "wenigstens ein Mal im Jahr abzudaten". Schockierende 20 Prozent allerdings haben noch nie ein Firmware-Update eingespielt und 23 Prozent war nicht bewusst, dass das überhaupt möglich ist.
>> Die Ports der Firewall sollten niemals geöffnet sein. Viele Nutzer gingen aber davon aus, dass dies nötig sei, damit die mit dem Internet verbundenen Smart Devices ordnungsgemäß arbeiten können. Ein außergewöhnlich hoher Prozentsatz der Befragten, nämlich 93 Prozent, lassen regelmäßig einen oder mehrere Port/s der Router-Firewall offen.

>> Beinahe die Hälfte der Befragten, 46 Prozent, hat die Sicherheitseinstellungen ihres Routers noch nie konfiguriert.

Und noch weitere bemerkenswerte Ergebnisse hat die Studie zutage gefördert, wenn es um die Haltung der Nutzer gegenüber Sicherheitsaspekten geht. Beispielsweise inwieweit sie bereit sind für ein Mehr an Sicherheit kleine Unbequemlichkeiten in Kauf zu nehmen.

Die Elektronikindustrie vertritt traditionell gerne den Standpunkt, dass mehr Sicherheit zwangsläufig zu Lasten der Benutzerfreundlichkeit geht. Und mehr noch, dass es kommerziell nicht durchsetzbar ist, sichere Geräte und Systeme auf den Markt zu bringen, die gegebenenfalls unwesentlich weniger benutzerfreundlich sind.

Demgegenüber zeichnen die Ergebnisse der prpl-Studie ein anderes Bild: Eine überwältigende Zahl der befragten Konsumenten gibt Sicherheit eindeutig den Vorrang gegenüber reiner Benutzerfreundlichkeit.

Zwei der wichtigsten Ergebnisse aus diesem Fragenkomplex:
Verbraucher sind durchaus darauf vorbereitet mehr Verantwortung zu übernehmen, wenn es um die Sicherheit geht. Etwa 60 Prozent der Befragten sehen den Endanwender in der Pflicht, wenn es darum geht, intelligente Geräte ausreichend abzusichern. Demgegenüber verorten 20 Prozent der Nutzer die Verantwortung beim Hersteller und weitere 20 Prozent beim Provider.
Und: über 40 Prozent der Befragten sind bereit für ein sicheres Gerät mehr zu zahlen.

Cesare Garlati, Chief Security Strategist der prpl Foundation: "Wie mit so vielen anderen Dingen im Leben gibt es eine merkliche Diskrepanz zwischen dem was Benutzer sagen das sie tun und dem was sie tatsächlich tun. Meiner Ansicht nach hat das ganz viel mit dem nötigen Wissen und der in vielen Bereichen fehlenden Schulung zu tun. Trotzdem ist es mehr als bemerkenswert, dass sich ganz offensichtlich ein Sinneswandel abzeichnet, und die IoT-Industrie tut gut daran, diesen Trend ernst zu nehmen."

Für mehr Sicherheit im Smart Home hat die prpl Foundation die wichtigsten Tipps hier zusammengestellt:
>> Überprüfen Sie regelmäßig, ob es Firmware-Updates für den Router gibt und spielen Sie diese unverzüglich ein
>> Ändern Sie in jedem Fall das vorgegebene Standardpasswort Ihres Routers
>> Konfigurieren Sie die Firewall-Richtlinien
>> Aktivieren Sie MAC-Filtering
>> Richten Sie für Geräte von Gästen einen entsprechenden Gästezugang zum Netzwerk ein
>> Nutzen Sie dieses Netzwerk für sämtliche Gastgeräte
>> Und nutzen Sie dieses Gastnetzwerk für Home Devices
>> Deaktivieren Sie UPnP
>> Schließen Sie sämtliche Ports der Firewall
(prpl Foundation: ra)

eingetragen: 24.10.16
Home & Newsletterlauf: 23.11.16


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