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Zielscheiben für Ransomware-Angriffe


Sechs von zehn britischen Universitäten wurden bereits Opfer eines Ransomware-Angriffs
Fast zwei Drittel der Hochschulen wurden trotz Schutz mehrfach von Ransomware-Erpressern attackiert



63 Prozent der britischen Universitäten wurden laut einer aktuellen Befragung von SentinelOne bereits Opfer eines Ransomware-Angriffs. Mehr als die Hälfte der Befragten (56 Prozent) wurde dabei im vergangenen Jahr angegriffen. Eine Hochschule erwies sich als besonders beliebte Zielscheibe für Ransomware-Erpresser und wurde innerhalb eines Jahres von 21 unabhängigen Attacken heimgesucht. Ziel der Befragung des Endpoint-Schutz-Spezialistin SentinelOne war es, zu ermitteln, inwieweit Ransomware eine kritische Bedrohung für Hochschuleinrichtungen darstellt.

58 der insgesamt 71 von SentinelOne kontaktierten Universitäten gaben bezüglich erlittener Ransomware-Angriffe Auskunft, 13 Hochschulen lehnten eine Antwort ab, da sie wirtschaftliche Nachteile befürchteten. Obwohl fast alle befragten Hochschulen Antivirus-Lösungen einsetzen, wurde der Großteil von ihnen nicht von Ransomware verschont. Die Zahlung von Lösegeld hat keine der befragten Universitäten zugegeben, die Lösegeldforderung betrug dabei zwischen 77 und 2.299 Pfund (5 Bitcoins). Kontakt mit der Polizei hat dabei einzig die Brunel University aufgenommen, alle anderen Hochschulen zogen es vor, den Ransomware-Angriff intern zu klären.

Behörden, kommunale Dienstleister aber auch Bildungseinrichtungen oder Krankenhäuser sind immer häufiger Zielscheibe für Ransomware-Angriffe. So gab die University of Calgary jüngst zu, 16.000 US-Dollar Lösegeld bezahlt zu haben. Und auch dem Hollywood Presbyterian Medical Center in Los Angeles kam eine Ransomware-Attacke teuer zu stehen. Das Krankenhaus bezahlte den Erpressern dabei 17.000 Dollar. Auch in Deutschland steigt die Zahl der Opfer. Im vergangenen Februar legte eine Schadsoftware etwa die Stadtverwaltung im unterfränkischen Dettelbach lahm und zwang die Verantwortlichen zur Lösegeldzahlung.

"Die Erkenntnis, dass so gut wie alle Hochschulen, die von Ransomware betroffen waren, Anti-Malware-Lösungen installiert hatten, bestätigt wieder einmal das klägliche Versagen der traditionellen Sicherheitslösungen im Kampf gegen neue und virulente Ransomware-Stämme", so Jeremiah Grossman, Chief of Security Strategy bei SentinelOne. "Die Bournemouth University war dabei trauriger Höhepunkt. Sie hatte im letzten Jahr mit 21 Angriffen zu kämpfen! Dass 65 Prozent der betroffenen Hochschulen wiederholt angegriffen wurden und dabei (vorgeblich) kein Lösegeld gezahlt haben, wirft dabei die Frage auf, ob die Motive der Angreifer rein finanzieller Natur sind."

"Die Ergebnisse der Befragung machen die steigende Ransomware-Bedrohung einmal mehr deutlich und bestätigen, dass Universitäten potenziell lukrative Angriffsziele darstellen", kommentiert Gianluca Stringhini, Lehrbeauftragter und Assistenzprofessor am Department Computer Science und Security Crime Science des University Colleges London.

"Der hohe Anteil an Angriffen und die Tatsache, dass einige Hochschulen sogar mehrfach attackiert wurden, ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen. So verfügen die Einrichtungen über sensible Daten von Mitarbeitern und Studenten und sind in den Augen vieler Cyberkriminellen daher ein attraktives Ziel. Die Untersuchung hat zudem gezeigt, dass Cyberkriminelle bei Angriffen auf Universitäten mehr Geld verlangen als bei Angriffen auf die Allgemeinheit. Da die E-Mail-Adressen der Mitarbeiter in vielen Fällen öffentlich bekannt sind, können theoretisch alle Mitarbeiter auf einmal zur Zielscheibe werden, was die Chance einer erfolgreichen Infektion erhöht. Auch Angriffe auf andere Einrichtungen, bei denen Berichten zufolge Lösegeld gezahlt worden ist, motiviert Cyberkriminelle zur Nachahmung. All dies zeigt, dass wir in Sachen Ransomware eine besondere Wachsamkeit an den Tag legen müssen – und zwar vom Öffnen von E-Mail-Attachments bis zur Aktualisierung der Systeme oder Daten-Backups." (SentinelOne: ra)

eingetragen: 26.09.16
Home & Newsletterlauf: 20.10.16


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Meldungen: Studien

  • Zugangsrechte immer noch eine Achillesferse

    58 Prozent aller global befragten Unternehmen gelingt es nicht, Anträge von Einzelpersonen, die auf Grundlage der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) eine Kopie ihrer persönlichen Daten angefordert haben, innerhalb der in der Verordnung festgelegten Frist von einem Monat zu bearbeiten. Dies zeigt eine aktuelle Studie von Talend. Im September 2018 veröffentlichte Talend die Ergebnisse ihrer ersten DSGVO-Vergleichsstudie. Mit dieser Studie sollte die Fähigkeit von Unternehmen bewertet werden, die Zugangs- und Portabilitätsanforderungen der EU-Verordnung einzuhalten. 70 Prozent der untersuchten Unternehmen waren damals nicht in der Lage, Daten einer betroffenen Person innerhalb eines Monats zur Verfügung zu stellen. Ein Jahr später befragte Talend erneut diejenigen Unternehmen, die im ersten Benchmark die DSGVO-Vorgaben nicht einhalten konnten. Gleichzeitig wurden auch neue Unternehmen aus der Zielgruppe befragt. Zwar erhöhte sich der Gesamtanteil derjenigen Unternehmen, die eine Einhaltung der Vorschriften vermeldeten, auf 42 Prozent, dennoch bleibt die Quote 18 Monate nach Inkrafttreten der Verordnung vergleichsweise niedrig.

  • Unternehmen investieren mehr in IT-Sicherheit

    Zwei Drittel der Unternehmen (66 Prozent) wollen ihre Investitionen in IT-Sicherheit steigern - mehr als in jeden anderen Bereich. Auch gefragt sind Datenanalyse-Software, in die 55 Prozent der Unternehmen mehr investieren wollen und Online-Shops mit 52 Prozent. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von Bitkom Research im Auftrag von Tata Consultancy Services (TCS) unter 953 Unternehmen mit 100 oder mehr Mitarbeitern in Deutschland. Im Durchschnitt investieren die Unternehmen 5,5 Prozent ihres Jahresumsatzes in die digitale Transformation - eine Steigerung um 12 Prozent zum Vorjahr. Allerdings werden wie die Anforderungen an Datenschutz (53 Prozent) und IT-Sicherheit (52 Prozent) von den Unternehmen auch als größte Hürden der Digitalisierung gesehen. Nur ein Prozent sieht hingegen fehlende finanzielle Mittel als Hinderungsgrund. Fehlt das Geld, sind die Probleme hausgemacht: Jedes fünfte Unternehmen (19 Prozent) sieht fehlende Investitionsbereitschaft trotz vorhandener Geldmittel als Hürde. Noch häufiger genannt werden fehlende Vorgaben der Geschäftsführung (31 Prozent) oder langwierige Entscheidungsprozesse (37 Prozent). Der Fachkräftemangel wird zur immer größeren Herausforderung: Mehr als ein Drittel (35 Prozent) sieht den Mangel an Mitarbeitern mit Digitalkompetenz als Hürde - 2017 waren es erst 25 Prozent.

  • Kundenzufriedenheit erfordert Test-Automatisierung

    Compuware hat die Ergebnisse einer weltweiten Umfrage unter 400 IT-Führungskräften, davon 75 aus Deutschland, bekannt gegeben. Demnach sind manuelle Testverfahren nach wie vor weit verbreitet. Sie stellen jedoch eine der größten Herausforderungen für große Unternehmen dar, wenn sie digitale Innovationen beschleunigen möchten.Die von Vanson Bourne im Auftrag von Compuware durchgeführte Umfrage untersucht die Prozesse von Unternehmen, um Innovationen auf dem Mainframe so schnell wie in ihren verteilten Umgebungen, die stark vom Mainframe abhängig sind, bereitzustellen. Die Studie untersucht auch die Methoden zur Unterstützung von Tests auf dem Mainframe sowie die Herausforderungen bei der gleichzeitigen Steigerung von Qualität, Geschwindigkeit und Effizienz während des Entwicklungs- und Bereitstellungsprozesses für Anwendungen. Die vollständige Studie mit den weltweiten Ergebnissen können Sie hier herunterladen.

  • Biometrische Daten vermehrt Angriffen ausgesetzt

    37 Prozent der Computer, Server oder Workstations, auf denen biometrische Daten erfasst, verarbeitet und gespeichert und von einer Kaspersky-Lösung geschützt werden, waren im dritten Quartal 2019 mindestens einem Malware-Infektionsversuch ausgesetzt. Dies zeigt der aktuelle Report "Threats for biometric data processing and storage systems" des Kaspersky ICS CERT. Es handelte sich vor allem um generische Malware wie Remote Access Trojaner (RATs) (5,4 Prozent), bei Phishing-Angriffen verwendete Malware (5,1 Prozent), Ransomware (1,9 Prozent) sowie Banking-Trojaner (1,5 Prozent). Die Verwendung biometrischer Daten wie Fingerabdrücke, Handgeometrie oder Irisstruktur zur Authentifizierung, als Ergänzung oder Ersatz zu traditionellen Anmeldedaten, nimmt stetig zu. Sie wird unter anderem für den Zugriff auf Regierungs- und Handelsbüros, industrielle Automatisierungssysteme, Unternehmens- und Privat-Laptops sowie Smartphones verwendet - und steht damit vermehrt im Fokus von Cyberkriminellen.Die Experten von Kaspersky ICS CERT haben Cyberbedrohungen untersucht, die im dritten Quartal dieses Jahres von Kaspersky-Produkten auf Computern, die biometrische Daten sammeln, verarbeiten und speichern, untersucht. Das Ergebnis: Auf über einem Drittel der Computer (37 Prozent) schlugen die Kaspersky-Produkte Alarm.

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    Die globale Sicherheitsindustrie befindet sich in einer stetigen Wachstumsphase. Alleine in Deutschland wurde dieses Jahr nach den Daten von Statista ein Umsatz von etwa 9,2 Milliarden Euro erzielt. Dies sei darauf zurückzuführen, dass das Bewusstsein für Sicherheit geschärft werde, und dass Verbraucher hierfür auch immer öfter Geld investieren. Deutschland ist hierbei augenscheinlich einer der wichtigsten Märkte innerhalb Europas. Die Bundesrepublik beheimatet in dieser Sparte rund 6.000 Unternehmen mit insgesamt 180.000 Mitarbeitern. Von 2018 auf 2019 verzeichnet die Branche in Deutschland ein Wachstum von 2,9 Prozent. Etwa 80 Prozent des Gesamtumsatzes fallen hierbei auf private Akteure. Im Jahr 2011 belief sich der Umsatz der Sicherheits- und Ermittlungsindustrie hierzulande noch auf 5,3 Milliarden Euro. Seither ist der Branchenwert um 73,58 Prozent gewachsen.