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Der Social-Engineering-Falle entgegen wirken


Tipps: Wie können Mitarbeiter zur IT-Sicherheit im Unternehmen beitragen?
Geschäftsführer und IT-Verantwortliche sollten ihre Mitarbeiter dazu aufrufen, arbeitsrelevante und berufliche Informationen gar nicht oder nur unter großer Zurückhaltung auf den Social Media-Kanälen zu teilen

(10.08.15) - 57 Prozent der Angestellten in deutschen Unternehmen, die das Internet nutzen, würden sich mit Fremden in sozialen Netzwerken verbinden, 60 Prozent haben keine Zugriffsbeschränkungen auf ihren Social-Media-Profilen. Das ergab eine aktuelle Yougov-Studie, online durchgeführt im Auftrag von Blue Coat Systems, Anbieterin im Bereich Enterprise Security. Erkenntnisse aus Sozialen Netzwerken wurden in der Vergangenheit vermehrt genutzt, um Passwörter zu manipulieren oder Nutzer dazu zu verleiten, sensible Geschäftsinformationen preis zu geben. Das Verhalten von Arbeitnehmern im Internet stellt folglich eine große Angriffsfläche für Cyberattacken dar, sei es durch Hacker oder andere kriminelle Akteure.

Robert Arandjelovic, Director Product Marketing EMEA, Blue Coat Systems GmbH erläutert, wie sich Unternehmen besser gegen zunehmend ausgeklügelte Cyber-Attacken rüsten können und dabei ihre Mitarbeiter effizient einbinden. Um Advanced Threats, die mittels Social Engineering-Methoden in Unternehmensnetzwerke eingeschleust werden, zu begegnen, rät Arandjelovic Geschäftsführern und IT-Verantwortlichen folgende Tipps zu beherzigen und Arbeitnehmer entsprechend zu informieren:

>> Zugriffsbeschränkungen: Mitarbeiter sollten darauf hingewiesen werden, ihre Privacy-Einstellungen auf allen Social Media-Kanälen zu kontrollieren, um den vollen Zugriff auf ihr Profil nur für Personen zuzulassen, denen sie vertrauen und über deren Identität sie sich sicher sind.

>> Passwörter: Die Blue Coat-Studie zeigte, dass viele Arbeitnehmer in Deutschland Namen von Familienmitgliedern (2 Prozent), Haustieren (6 Prozent), Geburtsdaten (3 Prozent) oder Geburtsorte (2 Prozent) als Passwörter wählen und nur 25 Prozent diese regelmäßig abändern. Deutlich sicherere Passwörter bestehen aus willkürlich kombinierten Zahlen und Buchstaben und sollten alle drei bis sechs Monate neu erstellt werden.

>> Teilen von Informationen: Geschäftsführer und IT-Verantwortliche sollten ihre Mitarbeiter zudem dazu aufrufen, arbeitsrelevante und berufliche Informationen gar nicht oder nur unter großer Zurückhaltung auf den Social Media-Kanälen zu teilen. Dazu gehören auch Kontaktdaten von Kollegen. Cyber-Kriminelle nutzen dieses Wissen, um sich Zugang zum Unternehmen und dessen Netzwerken zu verschaffen. Deshalb sollte die Identität von Fremden grundsätzlich überprüft werden, bevor man einer Anfrage nach Vernetzung zustimmt. Dies gilt insbesondere für die Gruppe der 45 bis 54-Jährigen, die aufgrund ihres Alters zumeist eine höhere Position einnehmen und somit präferiertes Ziel der Angreifer sind: Aktuell kontrollieren nur 29 Prozent dieser Arbeitnehmer, wer hinter einer Kontaktanfrage über ein soziales Netzwerk steckt.

>> Sicherheitstrainings: Ein IT-Sicherheitstraining zu den genannten Aspekten sowie zu weiteren, wie beispielsweise der Umgang mit Phishing-Versuchen, sollte ein fester Bestandteil der Einarbeitungszeit jedes Mitarbeiter sein. Zusätzlich sollten alle sechs bis zwölf Monate Auffrischungskurse und Informationen zu neuen Bedrohungen allen Mitgliedern eines Unternehmens zur Verfügung gestellt werden. Bisher erhielten lediglich sechs Prozent der Befragten ein IT-Security-Training von ihrem Arbeitgeber und nur sieben Prozent bekommen regelmäßig eine Auffrischungsschulung. Obwohl Social Engineering zu einem immer bedeutenderen Angriffsvektor wird, wurden nur vier Prozent der Arbeitnehmer im Umgang mit Phishing-Versuchen unterwiesen.

"Leider sind diese Maßnahmen zwar vorbeugend wichtig, aber alleine nicht ausreichend", erklärt Arandjelovic. "Unternehmen müssen sich darüber im Klaren sein, dass trotz Schulungen und erhöhter Achtsamkeit der Nutzer, menschliche Fehler nicht ganz ausgeschlossen werden können. Deshalb sollten in jedem Fall formelle Abläufe und technologische Lösungen implementiert werden, die bei einem menschlichen Versagen, die Auswirkungen potentieller Einbrüche in das Unternehmensnetzwerk schnell eindämmen.”

Um der heute sehr dynamischen Bedrohungslandschaft gerecht zu werden, sollte ein Unternehmen über die Mitarbeiterinformation hinaus neuartige, grundlegende Sicherheitstechnologien einsetzen. Dazu zählt etwa der Ansatz der Advanced Threat Defense (ATD). Er umfasst unter anderem Content- und Malware-Analyse, SSL Visibility, dynamisches Sandboxing und Security Analytics. Diese intelligenten Lösungen stärken die Effektivität und Effizienz der Security-Infrastruktur deutlich, insbesondere gegen unbekannte Bedrohungen und solche die schon im Netzwerk sind. Sie sollten mit den klassischen Sicherheitstechnologien wie Virenschutz, Firewall oder strenger Authentifizierung zu einem Gesamtkonzept integriert werden, um den Geschäftserfolg nachhaltig zu unterstützen und abzusichern.

Alle Kennzahlen sind, sofern nicht anders angegeben, YouGov Plc. Die gesamte Stichprobengröße umfasste 690 Angestellte. Die Umfrage wurde zwischen dem 18. und dem 19. Mai 2015 als Online-Befragung durchgeführt. Die Kennzahlen wurden gewichtet und sind repräsentativ für alle deutschen Erwachsenen (über 18 Jahre).
(Blue Coat Systems: ra)

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Meldungen: Tipps & Hinweise

  • Sicherheitsmaßnahmen gegenüber Bedrohungen

    Steigende Compliance-Anforderungen und europäische Richtlinien wie die DSGVO oder die NIS-Richtlinie für kritische Infrastrukturen haben die Umsetzung von Cybersecurity-Maßnahmen in Unternehmen bereits wesentlich vorangetrieben. Jedoch erfüllen Unternehmen häufig lediglich die Mindestanforderungen - während Angreifer über umfassende und ausgefeilte Möglichkeiten verfügen, sich Zugang zu Unternehmensnetzwerken zu verschaffen. Mittelständische Unternehmen, beispielsweise in der produzierenden Industrie oder im Gesundheitswesen, stehen im Fokus von Hackern: Mittels Ransomware-Angriffen können Cyber-Akteure ganze Produktionsstraßen lahm legen oder Krankenhäuser vom Netz nehmen. Insbesondere in diesen Branchen ist der Schaden nach einer Attacke besonders groß, da sie enorme wirtschaftliche Auswirkungen zur Folge haben und eine Vielzahl von Menschen betreffen. Für Hacker sind zudem vor allem mittelständische Unternehmen interessant, die wirtschaftlich erfolgreich sind, aber gleichzeitig nicht über die gleichen umfassenden Sicherheitsmaßnahmen verfügen wie große, börsennotierte Konzerne.

  • Nahezu kein Expertenwissen mehr benötigt

    Cyberkriminelle greifen mit gefälschten Rechnungen vermehrt Unternehmen des produzierenden Gewerbes in Deutschland an. Das hat Proofpoint herausgefunden. Die Angreifer versenden dabei gefälschte Rechnungen, die als Köder verwendet werden oder aber die E-Mail beinhaltet einen Link zu einer Website, auf der das gefälschte Dokument zum Download zur Verfügung steht. Die Dokumente sind mit dem Remote Access Trojaner NanoCore infiziert. Laut Proofpoint enthalten Anhänge eine komprimierte ausführbare Datei (mit der Erweiterung ".Z"), während bösartige Links den Empfänger veranlassen, die auf onedrive.live.com gehostete Malware herunterzuladen.

  • Fünf Sofortmaßnahmen zur Systemhärtung

    Guardicore gibt Sicherheitsempfehlungen für das Support-Ende von Windows Server R2, Windows Server 2008 und Windows 7. Ab 14. Januar 2020 werden Nutzer dieser Microsoft-Betriebssysteme keine kostenlosen Sicherheitsupdates und Online-Aktualisierungen mehr erhalten. Ohne sicherheitsrelevante Updates sind die betroffenen IT-Systeme gegen neu entdeckte Schwachstellen nicht mehr geschützt. Zwar sind die genannten Betriebssysteme teilweise bereits über ein Jahrzehnt alt, aber Schätzungen zufolge ist allein Windows Server 2008/2008 R2 immer noch auf fast jedem dritten Server weltweit im Betrieb. Viele Organisationen können nicht auf aktuelle Betriebssystemversionen wechseln, weil sie komplizierten Gesetzes- und Zertifizierungsanforderungen unterliegen, oder einfach nicht das erforderliche Budget zur Verfügung haben. Gefragt sind deshalb Überbrückungslösungen - auch um zeitaufwendige Migrationsprozesse begleiten zu können.

  • Abfangen und Manipulieren von E-Mails

    Die E-Mail ist das Kommunikationsmittel Nummer eins. Unternehmen sind in der Pflicht, sich mit der E-Mail-Sicherheit zu beschäftigen, kommunizieren sie doch sowohl intern als auch extern. Nahezu täglich ist von Datenpannen und Datendiebstählen zu hören: Fremde verschaffen sich - zum Teil leider kinderleicht - Zugang zum internen Unternehmenssystem und greifen Daten ab oder manipulieren diese. Einfache, unverschlüsselte E-Mails stellen deshalb grundsätzlich eine Gefahr dar: Sie ähneln einer Postkarte, deren Inhalt jeder lesen kann. "Denn gehen E-Mails weder digital signiert noch verschlüsselt auf die Reise, können die Inhalte nicht nur ausspioniert, sondern auch manipuliert werden. Da Angriffe dieser Art in aller Regel nicht sicht- und nachweisbar sind, wird die E-Mail-Sicherheit leider nach wie vor oft stiefmütterlich behandelt. Wie oft und von wem E-Mails gelesen werden, kann ihnen niemand ansehen", warnt Patrycja Tulinska, Geschäftsführerin der PSW Group.

  • Neuer Standort und neue BC/DR-Strategie?

    Die Entfernung zwischen georedundanten Rechenzentren soll mindestens 200km betragen. So empfiehlt es das BSI seit diesem Jahr. Dies stellt viele Unternehmen vor Probleme, betrug die bisher empfohlene Distanz in der Vergangenheit doch gerade einmal fünf Kilometer. Diese geringe Distanz erlaubte es den Betreibern bisher, ihre Rechenzentren über HA-Systeme synchron zu spiegeln. Dies ist bei einem Abstand von 200km jedoch nicht mehr möglich: Die Latenz zwischen den Standorten ist einfach zu hoch, um Organisationen mit traditionellen Hochverfügbarkeits- und Backup-Lösungen gegen Systemausfälle zu schützen. Was können Unternehmen nun tun, um ihre IT etwa gegen logische Fehler oder Ransomware-Attacken abzusichern, um minimalen Datenverlust und kurze Ausfallzeiten zu garantieren? Der neue Mindestabstand, den das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) seit Dezember 2018 zwischen sich Georedundanz gebenden Rechenzentren empfiehlt, stellt in vieler Hinsicht eine Zäsur dar. Er stellt die Nutzung synchroner Spiegelung grundsätzlich infrage und hat damit einen direkten Einfluss darauf, wie Rechenzentren hierzulande betrieben werden. Wer eine "kritische Infrastruktur" betreibt, wird vom Gesetzgeber sogar dazu gezwungen der Empfehlung zu folgen. Und wer das Pech hat Teil eines Branchenverbandes zu sein, der den Empfehlungen des BSI folgt, wie etwa Mitglieder der Bankenbranche Bafin, haben ebenfalls keine Wahl. All diese Organisationen müssen auf die Entscheidung reagieren und den Abstand ihrer Rechenzentren auf mindestens 200km bringen.