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Sicherheitsmaßnahmen gegenüber Bedrohungen


Wie gehen Hacker bei einem Angriff auf ein Unternehmen vor?
Wie Unternehmen auf Cyber-Bedrohungen richtig reagieren




Steigende Compliance-Anforderungen und europäische Richtlinien wie die DSGVO oder die NIS-Richtlinie für kritische Infrastrukturen haben die Umsetzung von Cybersecurity-Maßnahmen in Unternehmen bereits wesentlich vorangetrieben. Jedoch erfüllen Unternehmen häufig lediglich die Mindestanforderungen – während Angreifer über umfassende und ausgefeilte Möglichkeiten verfügen, sich Zugang zu Unternehmensnetzwerken zu verschaffen.

Mittelständische Unternehmen, beispielsweise in der produzierenden Industrie oder im Gesundheitswesen, stehen im Fokus von Hackern: Mittels Ransomware-Angriffen können Cyber-Akteure ganze Produktionsstraßen lahm legen oder Krankenhäuser vom Netz nehmen. Insbesondere in diesen Branchen ist der Schaden nach einer Attacke besonders groß, da sie enorme wirtschaftliche Auswirkungen zur Folge haben und eine Vielzahl von Menschen betreffen. Für Hacker sind zudem vor allem mittelständische Unternehmen interessant, die wirtschaftlich erfolgreich sind, aber gleichzeitig nicht über die gleichen umfassenden Sicherheitsmaßnahmen verfügen wie große, börsennotierte Konzerne.

Wie gehen Hacker bei einem Angriff auf ein Unternehmen vor? Unter den am weitesten verbreiteten Einfallstore finden sich Phishing-E-Mails, verseuchte Anhänge, Spam-E-Mails, oder das Vortäuschen einer anderen, dem Empfänger bekannte Person. Zudem kommen häufig Exploit Kits zum Einsatz, die einfach zu beschaffen sind und gezielt Schwachstellen in einer im Unternehmen installierten Software ausnutzen, um sich Zugang zu einem Netzwerk zu verschaffen.

Auch wenn bei vielen Unternehmen bereits das Bewusstsein vorhanden ist, dass Maßnahmen zum Schutz vor Cyber-Bedrohungen notwendig sind und dass auch das eigenen Unternehmen Ziel eines Angriffs werden kann, fehlen häufig die internen Prozesse, um solche Bedrohungen abzuwehren.

Wie reagiert man also richtig im Falle eines Angriffs? Sobald man erkannt hat, dass ein Angriff stattgefunden hat, ist es erforderlich, schnell zu reagieren, den Angreifer abzuschotten, damit er sich nicht weiter ausbreiten kann und schnellstmöglich den Angriff zu stoppen und bereinigen. Wichtig hierbei ist aber auch, die "Fußspuren” zu analysieren, um mögliche weitere befallene Rechner nicht zu übersehen.

Einen Schritt weiter sind Unternehmen, die über Notfallpläne für Angriffe verfügen und deren Mitarbeiter entsprechend geschult sind, wie sie in solchen Fällen reagieren sollen. Hilfreich sind dabei regelmäßige Trainings für Mitarbeiter, beispielsweise einmal im Quartal, in denen diese ähnlich wie im Falle eines Feuers durchspielen, welche Notfallpersonen kontaktiert und welche Prozesse im Falle eines Hackerangriffs in Gang gesetzt werden müssen. Regelmäßige Backups und funktionierende Recovery-Verfahren stellen zudem sicher, dass man notfalls auf aktuelle Daten zugreifen kann und kein Informationsverlust stattfindet.

Eine unternehmensinterne Risikoanalyse hilft zusätzlich, zu identifizieren, welche Daten besonders wertvoll sind und zusätzlicher Sicherung bedürfen. Das Durchspielen eines realistischen Szenarios mit Experten eines "Red Teams" kann aufzeigen, wie ein konkreter Angriff im eigenen Unternehmen aussehen kann, wo mögliche Einfallstore liegen, und wie man im Ernstfall reagieren sollte. Ein Red Team ist ein externes Expertenteam, das sich als Angreifer ausgibt und ein Unternehmen bei einem inszenierten Angriff auf mögliche Schwachstellen untersucht.

Häufig stellen Unternehmen erst nach einem erfolgten Angriff fest, welchen Schaden ein Angriff aus dem Internet ausrichten kann – vom Datenverlust, über anhaltenden Produktionsstillstand, oder finanziellen Einbußen bis hin zur Insolvenz. Erst ein eingetretener Schaden führt häufig zu dem Bewusstsein in Unternehmen und im Management, dass zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen gegenüber Bedrohungen aus dem Internet notwendig sind, die über traditionelle IT-Sicherheitsmaßnahmen hinausgehen. Um Hackern zuvorzukommen und potenziellen Schaden zu minimieren, ist es daher unabdingbar, präventiv in Sicherheitsmaßnahmen zu investieren. (FireEye: ra)

eingetragen: 19.12.19
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