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Cyberangriffspunkte aktueller Smart-Home-Geräte


Wenn die Kaffeemaschine das WLAN-Passwort für das Heimnetzwerk ausplaudert
Analyse zeigt Cybersicherheitsrisiken von im Smart Home genutzten smarten Geräten

(02.12.15) - Das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) hält Einzug in die eigenen vier Wände. Im so genannten Smart Home können immer mehr Geräte mit dem Internet verbunden und vom Nutzer gesteuert werden – allerdings auch von Dritten. Das belegt die neue Kaspersky-Analyse "Überleben in einer IoT-fähigen Welt: Wie man sich und seine smarten Geräte vor Hackern schützt". Darin werden ein USB-Media-Streaming-Adapter, eine IP-Baby-Kamera, eine Kaffeemaschine sowie eine Alarmanlage – alle über ein Smartphone ansteuerbar – aus Perspektive der Cybersicherheit analysiert.

Bereits im Jahr 2014 hatte David Jacoby, Sicherheitsexperte bei Kaspersky Lab, in einem Selbstversuch herausgefunden, dass sein eigenes Home-Entertainment-System zahlreiche Sicherheitslücken aufwies. Diese Untersuchung wurde jetzt ausgeweitet. Ein Expertenteam von Kaspersky Lab hat dafür verschiedene und zufällig ausgewählte Artikel aus dem aktuellen Angebot an smarten Haushaltsgeräten cybersicherheitstechnisch untersucht.

Cyberangriffspunkte aktueller Smart-Home-Geräte
Die Analyse brachte zum Teil erhebliche IT-Sicherheitsmängel zum Vorschein: Einmal in das Netzwerk eingedrungen, lies sich zum Beispiel die Baby-Überwachungskamera manipulieren, deren Bildsignal abfangen und die Kontrolle über den gesendeten Ton übernehmen. Bei anderen Kameras desselben Herstellers gelang es den Cybersicherheitsexperten, an das Root-Passwort zu kommen und die Firmware des Produkts zu manipulieren.

Dabei müssen sich potentielle Angreifer wenig Mühe machen, in das Heimnetzwerk einzudringen. Allein die Kaffeemaschine sendete bereits so viele unverschlüsselte Informationen, dass Angreifer leicht an das Passwort für das komplette häusliche WLAN gelangen könnten.

Erhebliche Sicherheitslücken zeigte auch die untersuchte Alarmanlage. Zwar hatte hier die Software nur kleinere Schwachstellen, dafür lagen die Probleme bei den häufig verwendeten Magnetsensoren, die Türen und Fenster kontrollieren. Werden diese geöffnet, wird das Magnetfeld unterbrochen und der Sensor gibt Alarm. Mit einem einfachen weiteren Magneten konnten die Experten von Kaspersky Lab die Sensoren jedoch austricksen und Türen und Fenster unbemerkt öffnen.

"Zur Beruhigung der Verbraucher kann man sagen, dass die Hersteller smarter Geräte Sicherheitsrisiken bei der Entwicklung berücksichtigen", sagt Victor Alyushin, Security Researcher bei Kaspersky Lab. "Dennoch hat nahezu jedes Gerät, das sich über eine App steuern lässt, auch eine Sicherheitslücke. Da Cyberkriminelle diese Lücken kombinieren könnten, ist es wichtig, dass Hersteller jede noch so kleine Schwachstelle beseitigen, bevor die Produkte auf den Markt kommen."

Sicherheitstipps für Geräte im Smart Home
Die Experten von Kaspersky Lab raten Verbrauchern bei der Verwendung des Internets der Dinge zu folgenden Vorsichtsmaßnahmen:

• >> Vor dem Kauf eines smarten Geräts sollte man im Internet recherchieren, ob dazu bereits Sicherheitslücken aufgedeckt und diese vom Hersteller behoben wurden.

• >> Beim Kauf lieber auf bewährte, statt auf die neuesten Modelle zurückgreifen, denn neue Produkte weisen oftmals noch zu viele Sicherheitsschwachstellen auf.

• >> Nicht immer sind smarte Geräte die beste Wahl: Befinden sich zum Beispiel im Haus größere Wertgegenstände, sollte man zu deren Schutz besser eine professionelle Alarmanlage einsetzen. Und das Kinderzimmer kann man auch mit herkömmlichen, funkgesteuerten Baby-Phones kontrollieren.
(Kaspersky Lab: ra)

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Meldungen: Tipps & Hinweise

  • Sicherheitsmaßnahmen gegenüber Bedrohungen

    Steigende Compliance-Anforderungen und europäische Richtlinien wie die DSGVO oder die NIS-Richtlinie für kritische Infrastrukturen haben die Umsetzung von Cybersecurity-Maßnahmen in Unternehmen bereits wesentlich vorangetrieben. Jedoch erfüllen Unternehmen häufig lediglich die Mindestanforderungen - während Angreifer über umfassende und ausgefeilte Möglichkeiten verfügen, sich Zugang zu Unternehmensnetzwerken zu verschaffen. Mittelständische Unternehmen, beispielsweise in der produzierenden Industrie oder im Gesundheitswesen, stehen im Fokus von Hackern: Mittels Ransomware-Angriffen können Cyber-Akteure ganze Produktionsstraßen lahm legen oder Krankenhäuser vom Netz nehmen. Insbesondere in diesen Branchen ist der Schaden nach einer Attacke besonders groß, da sie enorme wirtschaftliche Auswirkungen zur Folge haben und eine Vielzahl von Menschen betreffen. Für Hacker sind zudem vor allem mittelständische Unternehmen interessant, die wirtschaftlich erfolgreich sind, aber gleichzeitig nicht über die gleichen umfassenden Sicherheitsmaßnahmen verfügen wie große, börsennotierte Konzerne.

  • Nahezu kein Expertenwissen mehr benötigt

    Cyberkriminelle greifen mit gefälschten Rechnungen vermehrt Unternehmen des produzierenden Gewerbes in Deutschland an. Das hat Proofpoint herausgefunden. Die Angreifer versenden dabei gefälschte Rechnungen, die als Köder verwendet werden oder aber die E-Mail beinhaltet einen Link zu einer Website, auf der das gefälschte Dokument zum Download zur Verfügung steht. Die Dokumente sind mit dem Remote Access Trojaner NanoCore infiziert. Laut Proofpoint enthalten Anhänge eine komprimierte ausführbare Datei (mit der Erweiterung ".Z"), während bösartige Links den Empfänger veranlassen, die auf onedrive.live.com gehostete Malware herunterzuladen.

  • Fünf Sofortmaßnahmen zur Systemhärtung

    Guardicore gibt Sicherheitsempfehlungen für das Support-Ende von Windows Server R2, Windows Server 2008 und Windows 7. Ab 14. Januar 2020 werden Nutzer dieser Microsoft-Betriebssysteme keine kostenlosen Sicherheitsupdates und Online-Aktualisierungen mehr erhalten. Ohne sicherheitsrelevante Updates sind die betroffenen IT-Systeme gegen neu entdeckte Schwachstellen nicht mehr geschützt. Zwar sind die genannten Betriebssysteme teilweise bereits über ein Jahrzehnt alt, aber Schätzungen zufolge ist allein Windows Server 2008/2008 R2 immer noch auf fast jedem dritten Server weltweit im Betrieb. Viele Organisationen können nicht auf aktuelle Betriebssystemversionen wechseln, weil sie komplizierten Gesetzes- und Zertifizierungsanforderungen unterliegen, oder einfach nicht das erforderliche Budget zur Verfügung haben. Gefragt sind deshalb Überbrückungslösungen - auch um zeitaufwendige Migrationsprozesse begleiten zu können.

  • Abfangen und Manipulieren von E-Mails

    Die E-Mail ist das Kommunikationsmittel Nummer eins. Unternehmen sind in der Pflicht, sich mit der E-Mail-Sicherheit zu beschäftigen, kommunizieren sie doch sowohl intern als auch extern. Nahezu täglich ist von Datenpannen und Datendiebstählen zu hören: Fremde verschaffen sich - zum Teil leider kinderleicht - Zugang zum internen Unternehmenssystem und greifen Daten ab oder manipulieren diese. Einfache, unverschlüsselte E-Mails stellen deshalb grundsätzlich eine Gefahr dar: Sie ähneln einer Postkarte, deren Inhalt jeder lesen kann. "Denn gehen E-Mails weder digital signiert noch verschlüsselt auf die Reise, können die Inhalte nicht nur ausspioniert, sondern auch manipuliert werden. Da Angriffe dieser Art in aller Regel nicht sicht- und nachweisbar sind, wird die E-Mail-Sicherheit leider nach wie vor oft stiefmütterlich behandelt. Wie oft und von wem E-Mails gelesen werden, kann ihnen niemand ansehen", warnt Patrycja Tulinska, Geschäftsführerin der PSW Group.

  • Neuer Standort und neue BC/DR-Strategie?

    Die Entfernung zwischen georedundanten Rechenzentren soll mindestens 200km betragen. So empfiehlt es das BSI seit diesem Jahr. Dies stellt viele Unternehmen vor Probleme, betrug die bisher empfohlene Distanz in der Vergangenheit doch gerade einmal fünf Kilometer. Diese geringe Distanz erlaubte es den Betreibern bisher, ihre Rechenzentren über HA-Systeme synchron zu spiegeln. Dies ist bei einem Abstand von 200km jedoch nicht mehr möglich: Die Latenz zwischen den Standorten ist einfach zu hoch, um Organisationen mit traditionellen Hochverfügbarkeits- und Backup-Lösungen gegen Systemausfälle zu schützen. Was können Unternehmen nun tun, um ihre IT etwa gegen logische Fehler oder Ransomware-Attacken abzusichern, um minimalen Datenverlust und kurze Ausfallzeiten zu garantieren? Der neue Mindestabstand, den das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) seit Dezember 2018 zwischen sich Georedundanz gebenden Rechenzentren empfiehlt, stellt in vieler Hinsicht eine Zäsur dar. Er stellt die Nutzung synchroner Spiegelung grundsätzlich infrage und hat damit einen direkten Einfluss darauf, wie Rechenzentren hierzulande betrieben werden. Wer eine "kritische Infrastruktur" betreibt, wird vom Gesetzgeber sogar dazu gezwungen der Empfehlung zu folgen. Und wer das Pech hat Teil eines Branchenverbandes zu sein, der den Empfehlungen des BSI folgt, wie etwa Mitglieder der Bankenbranche Bafin, haben ebenfalls keine Wahl. All diese Organisationen müssen auf die Entscheidung reagieren und den Abstand ihrer Rechenzentren auf mindestens 200km bringen.